Skip to main content
Jetzt spenden
Seeanemone auf dem norwegischen Kaltwasser-Korallenriff, Oktober 2009
Peter Jonas / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zwei positive Nachrichten: Der Schutzgebietsplan für die norwegischen Gewässer wird wieder aufgelegt. Er lag fünf Jahre lang auf Eis. Und die Regierung will die wertvollen Kaltwasser-Korallenriffe in der Norwegischen See besser schützen. Darauf hat Greenpeace über ein Jahr lang hingearbeitet.

Die riesigen norwegischen Kaltwasser-Korallenriffe sind von unschätzbarer Bedeutung für das Ökosystem. Sie sind die Kinderstube der Fische und damit unverzichtbar für das Leben im Meer. Trotzdem ist sogar am geschützten Sula-Korallenriff wie in fünf weiteren geschützten Riffgebieten bislang nur die Grundschleppnetzfischerei verboten. Andere Fischereimethoden wie die Langleinenfischerei sind unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erlaubt, führen aber ebenfalls zu deutlichen Beschädigungen.

Da Schutzmaßnahmen nur im Fischereirecht verankert sind, bleiben die Riffe zudem durch andere Nutzungsarten wie die Öl- und Gasförderung bedroht. Immerhin: In der Umgebung des Sula-Riffs sollen keine neuen Lizenzen zur Ölförderung mehr erteilt werden. Ob damit der Antrag des Konzerns Gaz de France auf eine Förderlizenz vom Tisch ist, steht allerdings nicht fest.

Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn freut sich über die Fortschritte im Managementplan, kritisiert aber, dass Norwegen sich gleichzeitig die Ölförderung im Gebiet der Arktisinsel Jan Mayen offenhält. Die Erfahrung zeigt, dass Umweltverschmutzung bei der Ölförderung unvermeidlich ist. In diesen Breitengraden ist das besonders verhängnisvoll. Öl baut sich bei niedrigen Temperaturen noch wesentlich schlechter ab als bei höheren. Menn fordert, dass Norwegen mehr und größere Meeresgebiete schützt, sowohl vor der industriellen Fischerei als auch vor der Ölindustrie.

Warum dieser Tag nicht nur ein guter Tag für die Meeresumwelt war, zeigt auch eine andere Entscheidung der Regierung - sie gab die Ölförderung in der arktischen Barentssee frei. Der italienische Konzern ENI darf ab sofort das Ölfeld Goliat ausbeuten - ein Beschluss, der auch in Norwegen selber zu heftigen Reaktionen geführt hat. Umweltschützer sprachen von einem schwarzen Tag für die Umwelt.

Mehr zum Thema

"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Aufgedeckt: Gefahren des Tiefsee-Bergbaus auf der hohen See

  • 27.01.2023

Verdeckte Video-Aufnahmen der jüngsten kommerziellen Tiefsee-Bergbautests im Pazifik, die Greenpeace zugespielt wurden, zeigen, wie die Bergbauindustrie die Tiefsee zerstört.

mehr erfahren
Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

  • 22.12.2022

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nahmen Proben, wir ordnen die Ergebnisse ein.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren