Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace-Protest im Braunkohletagebau fordert klare Signale für den Klimaschutz

Mit Bannern gegen Kohle-Bagger

25 Greenpeace-Aktivisten demonstrierten heute im Braunkohletagebau Jänschwalde gegen die weitere Nutzung des klimafeindlichen Energieträgers. Sie rollten ein 35 mal 15 Meter großes Banner mit der Aufschrift Stop direkt vor den Schaufeln des Abraumbaggers aus. Mehrere Aktivisten stellten sich vor die Maschine und präsentierten weitere Protestbanner. Mit ihrer Aktion unterstützten die Greenpeace-Aktivisten das Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue in Brandenburg.

  • /

Braunkohle zerstört das Klima wie kein anderer Brennstoff, sagt Jörg Feddern, Sprecher von Greenpeace. Wer weiter auf Braunkohle setzt, gefährdet die Zukunft der kommenden Generationen. Mit Blick auf die Klimaschutzkonferenz in Poznan und den EU-Gipfel in Brüssel fordert Feddern: Die Regierungen und allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen erkennen, dass Kohlekraftwerke eine Technik von gestern sind. Damit kann der bitter notwendige Klimaschutz nicht umgesetzt werden. Jetzt müssen die Staaten mutige und weitreichende Schritte zum Klimaschutz unternehmen.

In der Lausitz sollen unterdessen weitere klimafeindliche Fakten geschaffen werden. Der Energiekonzern Vattenfall plant neue Tagebaue. Damit sorgt Vattenfall dafür, dass der Klimakiller Braunkohle über Jahrzehnte hinaus weiter in Kraftwerken verfeuert wird.

Im vor kurzem veröffentlichten Schwarzbuch Vattenfall belegt Greenpeace, dass Vattenfall der klimaschädlichste Stromanbieter in Deutschland ist. Vattenfall müsse daher bis spätestens 2040 aus der Braunkohle auszusteigen und stattdessen massiv in Erneuerbare Energien investieren, fordert Feddern.

Brandenburg ist derzeit das deutsche Negativbeispiel beim Klimaschutz: Aufgrund des hohen Anteils an Braunkohlestrom liegt es auf Platz eins beim Treibhausgasausstoß je Einwohner. Auf jeden Brandenburger kommen mehr als 20 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Allein die beiden Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe stoßen pro Jahr 36 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid aus. Das sind circa zehn Prozent der Emissionen der Energieerzeugung in Deutschland.

Greenpeace ruft alle Brandenburger auf, am Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue teilzunehmen. Kommen bis zum 09. Februar 2009 80.000 Stimmen zusammen, muss sich der Landtag mit einem Gesetzesentwurf zum mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung in Brandenburg beschäftigen. Die Unterschriftenlisten liegen in den Meldebehörden aus.

Publikationen

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Fossiles Gas / Erdgas

Erdgas ist viel klimaschädlicher als bisher angenommen. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, brauchen wir einen Erdgas-Ausstieg bis 2035.

Mehr zum Thema

Brisantes Kohle-Gutachten

Aufgedeckt: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in einem entscheidenden Gutachten zu den Folgekosten des Kohleausstiegs zentrale Sachverhalte streichen lassen.

Auslaufmodell RWE

Zu lange hat RWE auf Braunkohle gesetzt und den Umstieg auf Erneuerbare Energien vernachlässigt. Wie angeschlagen der einstige Energieriese ist, zeigt eine neue Analyse.

Keine Kirchen für Braunkohle

Christlich ist das nicht, wenn historische Kirchen wie der Immerather Dom für klimaschädliche Braunkohle abgerissen werden. Daran erinnerten Aktivist:innen in 46 Städten.