7 Tipps gegen Hitze
- Ein Artikel von Agneta Melzer & Celina Schröter
- Kurz und Knapp
Die Klimakrise ist da, die Sommer werden immer heißer. Dieses Jahr war bereits der Mai der zweitwärmste seit Beginn der Messungen. Vor allem Städte werden im Sommer oft zu glühenden Backöfen. Bäume, Grünanlagen, Wasser und hitzeabweisende Gebäude werden in zu wenigen Orten systematisch entwickelt.
Stattdessen bekommen Autos viel Raum. Ausgerechnet Straßen und Parkplätze aber heizen die Umgebung ganz besonders auf. Das zeigen Wärmebildaufnahmen des Greenpeace Investigativteams. Dies alles sind aber keine Naturgesetze. Es gilt: Wir müssen unser Möglichstes tun, um die Erderhitzung aufzuhalten. Aber gleichzeitig können wir ganz viel tun, um die schon heute stattfindende Erhitzung erträglicher zu gestalten. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie unsere Städte und wir besser durch die heißen Tage kommen.
1. Alle Lebewesen brauchen Flüssigkeit
Flüssigkeitsaufnahme ist besonders bei Hitze äußerst wichtig. Das gilt für Menschen ebenso wie für Tiere und Pflanzen. Insekten, aber auch Vögeln und Kleintieren wie Igeln können wir kleine Schälchen mit Wasser hinstellen. Bei Pflanzen im Garten immer schauen: Ist gießen wirklich nötig? Rasen zum Beispiel wird im Sommer braun, wenn man ihn nicht sprengt, erholt sich aber schnell wieder. Auch andere Pflanzen brauchen manchmal weniger Wasser als gedacht, weil sie bei etwas Trockenstress tiefere Wurzeln ausbilden - übertreiben sollten wir das aber natürlich nicht.
Andere Stadtnatur wird manchmal übersehen, Straßenbäume beispielsweise. Wenn wir Straßenbäume gießen, ist es wichtig, lieber seltener und dann aber größere Mengen zu gießen, damit das Wasser auch wirklich bei den Wurzeln ankommt. Junge Bäume brauchen solche Hilfe dringender als ältere. Achtung: 50 Liter pro Baum müssen es schon sein, eine Gießkanne richtet hier also wenig aus.
Wir Menschen müssen ebenfalls genug trinken. Aber anstatt Getränke in den eiskalten Kühlschrank zu stellen, können wir sie bei Zimmertemperatur genießen. Das belastet den Kreislauf in der Hitze nicht so. Mittagskaffee oder ein zu frühes Bier sollten wir an heißen Tagen lieber vermeiden, denn Alkohol entzieht unserem Körper Flüssigkeit sowie Mineralstoffe und Koffein belastet den Kreislauf. Insgesamt gilt für Menschen wie andere Lebewesen: Mehr Schatten kann nicht schaden!
2. Mehr Schatten
Wie wäre es mit einem schattigen Waldspaziergang? Im Wald ist es nämlich bis zu sechs Grad kühler. Es gibt noch viele andere Gründe den Wald zu besuchen: Er baut Stress ab, schafft Raum zum Nachdenken und bietet unendlich viele Dinge zum Entdecken. In der Stadt bieten auch Parks häufig waldige, schattige Eckchen.
Übrigens lohnt es sich, sich bei den örtlichen Abgeordneten für Grünflächen und Bäume einzusetzen. Parks haben oft große, sorgsam gemähte Rasenflächen. Hier können mehr Bäume gleichzeitig mehr Schatten und mehr Natur bieten. Auch auf Spielplätzen stehen oft weniger Bäume, als Kindern und Natur guttun würden.
Schließlich können wir alle bei uns zuhause schauen: Schottergärten heizen ihre Umgebung auf, weshalb sie in immer mehr Kommunen verboten sind, während Grün im Garten, insbesondere Büsche und Bäume, ihre Umgebung kühlen. Auch auf Balkonen können Pflanzen für Schatten sorgen. Inzwischen gibt es beispielsweise viele, extra für Balkone gezüchtete Baumsorten, die weniger Platz brauchen, hübsch sind und für Kühlung sorgen. Mehr Tipps für Urban Gardening hier.
3. Frisches Obst und Gemüse
Anstatt eines deftigen Gerichts schmeckt vielen Menschen in der Hitze leichtes und wasserhaltiges Essen besser, beispielsweise Obst, frische Salate und Gemüse. Das belastet den Körper weniger und erfrischt. Nebenbei kann der Herd und damit eine zusätzliche Wärmequelle so ausgeschaltet bleiben, wodurch gleich noch weniger Elektrizität verbraucht wird. Gerade im Sommer gibt es genügend heimisches Obst und Gemüse, um auf Tropenfrüchte zu verzichten. Wenn wir auf die Herkunft achten, sparen wir CO2 beim Transport (und tragen damit dazu bei, künftige Hitzewellen zu verringern) und beachten auch gleich den nächsten Punkt: Fortbewegung.
4. Kühler Kopf bei der Fortbewegung
Auto fahren bei Hitze mag mit Klimaanlagen attraktiver sein als früher. Aber insbesondere Verbrennerautos heizen ganz direkt Städte mit auf, mehr dazu hier, Elektroautos tun dies deutlich weniger. Daher: Wenn Auto fahren, dann Elektro! Noch weniger heizen übrigens Fahrräder und Fußgänger:innen die Stadt auf. Apropos zu Fuß: gehen Sie lieber früh morgens oder abends joggen. Wenn es geht, suchen Sie sich eine Route am Wasser, im Wald oder in beschatteten Parks. In großer Hitze sollten Sie körperliche Belastungen anpassen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Runde Schwimmen? Kühlt ab, ist eine gesunde Sportart – und auch sehr ressourcenfreundlich, wenn es ein Naturbad oder ein See ist. Bei letzterem, bitte Abstand von naturbelassenen Uferzonen halten, damit die Tierwelt nicht zu sehr gestört wird.
5. Kühler Körper mit luftiger Kleidung und Wasser
Enge Kleidung klebt an der Haut. Durch lockere Kleidung kann sie atmen. Schützen wir uns mit einem Hut gegen die direkte Sonne. Noch ein kleiner Tipp: Naturmaterialien wie Leinen oder leichte Baumwolle fühlen sich besonders kühl und luftig auf der Haut an. Am Besten natürlich in Bio-Qualität. Das ist gut für die Haut und für die Umwelt.
In der Wohnung kann es besonders unterm Dach trotzdem heiß werden, vor allem, wenn draußen Temperaturen jenseits der 40 Grad herrschen. Gerade im Alter oder bei Krankheit kann das für den Körper sehr belastend werden. Deswegen: Wenn wir merken, dass es zu heiß wird, ist abkühlen angesagt. Zum Beispiel mit einer Sprühflasche, in die sich einfach kaltes Wasser füllen lässt. Auch mit einem Eiswürfel an Stirn oder Unterarmen entlangfahren, bringt sofortige Kühlung. Nachts hilft ein Kühlpäckchen: Vor dem Schlafen aufs Kissen gelegt, wird das Bett schön kühl. Auch die Füße lassen sich damit abkühlen.
6. Kühle Wohnung mit nassen Tüchern
Vor dem Verlassen der Wohnung bietet es sich an, die Vorhänge zuzuziehen oder, wenn vorhanden, Rollläden herunterzufahren. Lüften lieber, wenn es kühler ist, und für genug Luftzirkulation sorgen. Nasse Wäsche, die im Zimmer trocknet, erzeugt Verdunstungskälte. Gerade war gar nichts zu waschen? Wer beispielsweise Vorhänge nass macht oder ein feuchtes Bettlaken vor das Fenster spannt, profitiert ebenfalls von Verdunstungskälte, kühlt das verdunstende Wasser bei trockener Hitze Ihren Raum. Ein Ventilator hilft, die kühle Luft in die Wohnung zu bringen und zu verteilen.
Offene Fenster helfen beim Schlafen. Am Besten auf gegenüberliegenden Wohnungseiten, so dass ein Durchzug entsteht. Denn Wind kühlt: Wohnung und Mensch. Wer einen Garten oder großen Balkon hat, kann natürlich auch in lauen Nächten dort das Lager aufschlagen. Mit Hängematte oder einem Zelt für die Kinder wird gleich noch ein Abenteuer daraus!
Wer diese Tipps ausprobiert, anstatt sich nun eine Klimaanlage anzuschaffen, hilft der Umwelt sehr, denn Klimaanlagen verbrauchen nicht nur Strom, sondern heizen paradoxerweise auch direkt ihre Umgebung auf, daher sollten sie immer das letzte Mittel zur Kühlung sein. Übrigens: Dämmung hilft nicht nur gegen kalte Winter, sondern auch gegen heiße Sommer, in gut gedämmten Häusern wird es oft gar nicht so heiß. Dickere Fenster oder Wände können sich hier also lohnen!
7. Wasserschlacht – mit Mehrwegbömbchen!
Wir können der Hitze auch lustigen Seiten abgewinnen: Beispielsweise mit einer Wasserschlacht! Das kühlt ab, macht Spaß und gibt Kindern unvergessene Sommererinnerungen. Umweltfreundliche Alternative zu mit Wasser gefüllten Luftballons: Es gibt mittlerweile Mehrwegwasserbomben. Bei einer spontanen Schlacht lassen sich auch leere, weiche Plastikflaschen zweckentfremden. Mit denen aber lieber spritzen, nicht werfen. Wasserpistolen sind ebenfalls langlebigere Varianten.