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Die Band Beatsteaks zum Auftakt der Tour in Potsdam am 19. Mai 2022
Markus Bertuzzo / Greenpeace

Mit den Beatsteaks auf Tour

Greenpeace begleitet die Band Beatsteaks in diesem Jahr erstmalig auf ihrer Tour. Der Austausch mit den Fans vor Ort ist durchweg positiv, auch die Band freut sich über die Tour-Unterstützung. So informieren Aktivist:innen mit leuchtenden Peace-Buchstaben, einem großen Banner und Infoständen über Umweltschutz und Frieden. Greenpeace wiederum hat die Zeit genutzt, um mit der Band ins Gespräch zu kommen: Ein Interview mit dem Bassisten Torsten Scholz über Nachhaltigkeit im Tour-Alltag.

 

Bandmitglieder der Beatsteaks stehen neben einem großen Peace-Zeichen

Die Beatsteaks beim Tourauftakt in Potsdam (19.05.2022). Bernd Kurtzke, Arnim Teutoburg-Weiß, Dennis Kern, Torsten Scholz, Peter Baumann und Thomas Götz (v.l.n.r.)

Greenpeace: Ihr engagiert euch gegen Rassismus und Armut. Wie seht ihr Umweltkrisen und die Erderhitzung?

Torsten Scholz: Diese Themen liegen uns seit Jahren sehr am Herzen. Mittlerweile gehören auch Klima- und Umweltkrisen dazu. Denn am Ende hängen Armut, Flucht und das Klima eng miteinander zusammen. Menschen werden durch wetterbedingte Naturkatastrophen vertrieben, Konflikte und Gewalt tragen ihr Übriges dazu bei. Das ist wirklich schrecklich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir euch mit auf Tour haben und ihr zu diesen Themen arbeitet.

Wiederverwenden, reparieren und bis zum Gehtnichtmehr benutzen ist ja in Musiker:innenkreisen nichts Besonderes, insofern ziemlich nachhaltig … Was ist euer Lieblings-Vintage/Uralt-Instrument in der Band?

Ich habe mir meinen Amp-Verstärker vor 23 Jahren gekauft. Der ist aus den 60er Jahren. Viele meiner Bässe sind aus den 70ern. Bis heute klingen diese Instrumente einfach so toll. Deshalb macht es also nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen Sinn, Instrumente so lange wie möglich zu spielen.

Viele Bands versuchen derzeit, ihren CO2-Fußabdruck auf Tour zu verringern. Habt ihr euch auch Gedanken gemacht, wie Konzerte in Zukunft umweltfreundlicher werden können?

Unser Konzertveranstalter KKT arbeitet schon mit Klima- bzw. CO2-Abgaben. Außerdem – und das ist schon ein Bisschen verrückt – reisen wir auf dieser Tour mit 16 Menschen in nur einem Tourbus. Da holen wir also schon einiges raus (lacht). Ab und zu haben wir auch schon über andere Reiseformen gesprochen, aber am Ende sind oft die letzten Meter die entscheidendsten. Open Air-Locations wie hier in Dresden sind eben nicht direkt am Hauptbahnhof, was ja relevant wäre, wenn es um Equipment-Transport und Co. geht. Bei der Tourplanung schauen wir natürlich, dass wir nicht jedes Mal quer durchs Land reisen müssen. Und mit euch auf Tour können wir auch bei den Zuschauenden etwas in Bewegung setzen. 

Und im privaten: Versucht ihr liebgewonnene aber nicht nachhaltige Verhaltensweisen zu vermeiden – zumindest ab und zu? Was fällt euch dabei besonders schwer oder gab es vielleicht auch (positive) Überraschungen? 

Ich kaufe und verkaufe mittlerweile sehr oft Dinge bei Kleinanzeigen-Portalen. Geht schnell, ist günstig und wer braucht schon ständig Neuwaren? Bernd und ich fahren auch besonders oft Zug. Apropos, das 9-Euro-Ticket erfreut sich bei Band und Crew großer Beliebtheit. Und klar, auch wir essen auf der Tour sehr oft vegetarisch. Einige von uns haben auch ziemlich alte Karren, die mittlerweile bestimmt schon eine bessere Energiebilanz haben als ein brandneues E-Auto (lacht).

Euer Wunsch an Greenpeace: Welche Kampagne sollte Greenpeace unbedingt machen?

Ich finde investigative Dinge – im Wallraff-Style sozusagen – total spannend und faszinierend. Am Ende können wir als einzelne Personen immer nur bedingt Einfluss nehmen. Anleitungen für jedermann und jederfrau, damit möglichst viele von uns kleine, gute Schritte gehen können, finde ich wichtig. Doch ohne einen politischen und wirtschaftlichen Rahmen kommen wir da wahrscheinlich auch nicht weit. Aber das habt ihr ja auf dem Schirm. Als liebenswürdige Nervensägen der Gesellschaft habt ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja schon einiges erreicht. Hört damit bloß nicht auf!