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Umwelttipp Oktober: Ein nachhaltiges Gruseln

Hier seht ihr einen gewöhnlichen Rock und Stoffreste. Ihr könnt auch einen längeren Rock nehmen. Wichtig ist dann nur, dass die Stoffreste ungefähr so lang wie das Kleidungsstück sind.

Hier seht ihr einen gewöhnlichen Rock und Stoffreste. Ihr könnt auch einen längeren Rock nehmen. Wichtig ist dann nur, dass die Stoffreste ungefähr so lang wie das Kleidungsstück sind.

Halloween - die Zeit, in der wir uns gruseln und verkleiden.

Ende Oktober ist es wieder so weit. Da schmücken wir die Häuser mit Spinnennetzen und Kürbissen und die Wesen der Unterwelt begeben sich auf die Straßen. Eine Nacht, auf die Klein und Groß hin fiebert. Wir kaufen Kostüme und Süßigkeiten und tanzen in Saus und Braus auf dem Brocken. Besonders nachhaltig ist das nicht. Aber das lässt sich ändern.

Als was gehst du? Wie oft ich diese Frage schon gehört habe, kann ich nicht sagen. 
Jedes Jahr aufs Neue bieten zahlreiche Läden Kostüme in ihrem Sortiment an und jedes Jahr aufs Neue werden neue Kostüme gekauft. Leider tragen wir die Kostüme oft nur an einem Abend. Danach verstauben sie im Zimmer, oder landen gar im Müll. Dadurch verschwenden wir viele Ressourcen und tragen dazu bei, dass immer mehr Müll produziert wird und Chemikalien und Plastik in die Umwelt gelangen. Denn Kostüme sind oft aus Mischgewebe gemacht, in dem viel Polyester enthalten ist. Das kann die Natur nicht abbauen und wir können es nicht recyclen. Der Berg an unverwertbarer Kleidung wächst also stetig.
Aber davon müssen wir uns den Spaß nicht verderben lassen, denn es gibt Möglichkeiten, sich nachhaltig zu verkleiden.

Tipp eins – was mein ist, ist dein

Anstatt neue Kostüme zu kaufen, kannst du dich mit deinen Freund:innen verabreden und eine Kostümtausch-Party veranstalten. Jede:r bringt ein paar Kostüme oder coole und gruselige Kleidungsstücke mit und dann wird getauscht und rumprobiert. Dadurch können neue Kombinationen entstehen und vielleicht erschafft ihr so eine unvergleichbare Art von Monstern und Zauberwesen. Am nächsten Tag könnt ihr die Sachen dann wieder zurücktauschen, oder euer Lieblingskostüm behalten. Regelt das wie es euch gefällt.

Tipp zwei – ein fetziges Kostüm

Es gibt aber natürlich auch andere nachhaltige Ideen, Kostüme zu gestalten. Hier zeige ich euch, wie ich ganz einfach einen Rock für eine Hexe aus alten Stoffresten zaubere.

Ihr braucht:
- Alte Stoffreste oder Kleidung, für die ihr keine Verwendung mehr findet
- Einen normalen Rock bzw. ein Kleid oder eine Hose. Je nachdem, was ihr als Basis anziehen wollt
- Nähzeug: Schere, Nadel und Faden (Ich habe einen Heftfaden benutzt. Den kann man leicht wieder lösen)

Stoffstreifen für den Rock

Aus Stoffresten Steifen schneiden.

 

Jetzt könnt ihr die Stoffreste in Streifen schneiden. Es ist egal, ob ihr gerade schneidet oder nicht. Die Streifen können gerne unterschiedlich werden, es soll ja ein Hexen-Rock werden. Vielleicht habt ihr auch eine Schere mit gezackten Klingen. Dann werden die Fetzten noch wilder.

Stoffstreifen zum Nähen

Hier seht ihr, wie ich einen ganz einfachen Stich benutze. Nacheinander werden alle Fetzten angenäht.

Nun könnt ihr nähen. Dafür fädelt ihr den Faden in die Nadel und macht einen Knoten am Ende des Fadens. Vorsicht: pickst euch nicht in die Finger, die Stunde der blutrünstigen Vampire hat noch nicht geschlagen. Wir wollen keine Blutsauger anlocken. Ihr könnt euch mit einem Fingerhut schützten.

Weil ich den Rock nach Halloween "normal" weiter benutzen will, nähe ich locker und so, dass der Faden leicht wieder entfernt werden kann. Einfach mit der Nadel auf und ab. Dabei wird immer in den Fetzten und in den Rock eingestochen. Außerdem nähe ich unterhalb des Gummizugs. Dadurch verhindere ich, dass der Faden beim Anziehen reißt, wenn sich das Gummi dehnt.

Fertiger Rock

So kann der fertige Rock aussehen.

 

Wenn ihr rings um den Bund herum genäht habt und wieder bei eurem Startpunkt angekommen seid, dann müsst ihr nur noch vernähen. Dafür macht ihr drei bis fünf Stiche auf der Stelle und zieht einmal die Nadel durch die eigene Schlaufe. So entsteht ein Knoten. Dann noch einen letzten Stich, damit ihr den Faden innen am Rock abschneiden könnt. Und fertig ist euer fetziger Hexen-Rock:

Tipp drei – Naschkatzen

Wenn du von Haustür zu Haustür gehst und deinen Spruch aufsagst, wirst du wahrscheinlich alle Süßigkeiten in Verpackungen bekommen. Verpackungen aus Plastik. Das verursacht sehr viel Müll für einen einzigen Abend. Ganz besonders ärgerlich ist es, wenn die leere Verpackung bei der Nachtwanderung auf die Straße fällt. Aber: auch Vampire und dergleichen können sich für eine saubere Umwelt einsetzen und ihren Müll aufheben. Scheut euch darum nicht, einen Blick zurückzuwerfen und zu schauen, ob ihr Müll fallengelassen habt- nicht, dass andere Monster euch mit Hilfe eurer Müll-Spur verfolgen ...

Wenn ihr auch an eurer Haustür Grusel-Gäste empfangen wollt, dann könnt ihr überlegen, ob ihr Süßigkeiten anbieten wollt, die in Papier oder umweltfreundlichen Verpackungen anstatt in Plastik eingepackt sind. Denn Papierverpackungen können sich rückstandslos abbauen. Sie verschmutzen den Planeten nicht so sehr wie Plastikverpackungen. 

Vielleicht habt ihr jetzt - so wie ich - die Idee, Süßigkeiten zu kaufen, die nicht eingepackt sind. Dabei würde gar kein Müll entstehen. Das klingt im ersten Moment sehr vielversprechend. Jedoch sollten die Süßigkeiten aus hygienischen Gründen verpackt sein. Vor allem, wenn viele Kinder in euren Korb greifen. Generell ist unverpackt einkaufen eine gute Sache, aber in diesem Fall ist es für die meisten Kinder wahrscheinlich angenehmer, einen Schutz um den Naschis zu haben.

Genießen muss gelernt sein, aber wenn ihr den Tipp beachtet, könnt ihr nachhaltig Naschen.