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Smartphone in der Hand

In Smartphones stecken viele Rohstoffe, deren Abbau die Umwelt sehr belasten kann.

Mach mal langsam, Handy!

Jedes Jahr kommen neue Smartphones in die Läden. Mal sind sie größer, dann wieder kleiner, dazu kommen einige kleine technische Erneuerungen. Mehr nicht – dennoch sind sie heiß begehrt. Im Schnitt kaufen sich die Menschen in Deutschland alle zwei Jahre ein neues Handy.

Dabei fühlen sich viele Leute von dem Smartphone-Wahn genervt, ergab eine Greenpeace-Umfrage in Deutschland, den USA, in Russland, Mexiko, China und Südkorea. In den sechs Ländern wurden jeweils 1000 Menschen befragt. Die meisten gaben an, dass sie sich Handys mit einer längeren Lebensdauer wünschen. Also Handys, die nicht so schnell kaputt gehen, die einfach zu reparieren sind und recycelt werden können.

Das wäre auch für die Umwelt viel besser. In den Smartphones stecken nämlich Metalle wie Kobalt, Palladium oder Tantal. Meistens stammen sie aus Minen in Asien, Afrika oder Russland. Große Kobalt-Minen gibt es zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo. Dort arbeiten schätzungsweise bis zu 50.000 Kinder im Kobalt-Abbau, ohne Schutzkleidung, Helm oder Mundschutz. Täglich atmen sie die giftigen Dämpfe ein, die beim Abbau entstehen. Auch die umliegenden Böden und Gewässer werden durch die Minen verschmutzt.

Genauso macht die Entsorgung der alten Handys Probleme. Nicht alle Handys werden in Deutschland richtig entsorgt und recycelt. Eine hohe Dunkelziffer geht mit kaputten Fernsehern, Laptops und anderem Elektroschrott nach Afrika oder Asien. Zum Beispiel nach Ghana. Dort, in der Hauptstadt Accra, liegt die größte Elektroschrott-Deponie Afrikas. Über der Elektromüllhalde wabert giftiger Rauch und auf dem Boden sammeln sich Pfützen voller Schwermetalle und Quecksilber. Im benachbarten Fluss schwimmen längst keine Fische mehr und auch die Meeresküste ist vom Fischsterben betroffen. Trotzdem suchen jeden Tag viele Kinder und Jugendliche in dem Schrott nach wiederverwertbaren Metallen, die sie für ein paar Cents an die Wertstoffhändler verkaufen können.

Die Smartphone-Branche sollte hier mehr Verantwortung übernehmen, findet die Mehrheit aus der Greenpeace-Umfrage. Langlebigere Handys, die einfacher und möglichst vollständig recycelbar sind, würden schon einen großen Unterschied machen.

Was kannst du tun?

  • Dein Handy ist sehr langsam geworden? Oft hilft ein Akku-Austausch. Erkundige dich beim Händler.
  • In vielen Städten gibt es bereits Repair-Cafés, in denen du für kleines Geld dein Smartphone reparieren lassen kannst. Google einfach unter dem Stichwort Repair-Café und deinen Wohnort bzw. die nächstgelegene Stadt
  • Wenn dein Handy wirklich den Geist aufgegeben hat, bring es zum Händler zurück. Das Handy wird fachgerecht entsorgt und Wertstoffe werden recycelt.
  • Ältere Handys weiter vererben: Gibt es in deiner Familie oder bei Freunden jüngere Kinder, denen du dein gebrauchtes Handy noch vermachen kannst?
  • Faire Smartphones. Die ersten Hersteller versuchen umweltfreundlichere, faire Handys auf den Markt zu bringen. Im Internet findest du mehr darüber.