Skip to main content
Jetzt spenden
Aktivist:innen auf der Beluga II im Hafen von Nexø, Bornholm
© Axel Heimken / Greenpeace

Greenpeace-Aktivist:innen untersuchen Folgen der Pipeline-Explosionen

Welche Auswirkungen haben die Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines auf die Umwelt? Greenpeace-Aktive nehmen Proben, ein Bericht von Expeditionsleiterin Nina Noelle.

Dass es sich bei den schweren Explosionen an den beiden Nord-Stream-Pipelines im September dieses Jahres um Sabotage handelte, ist mittlerweile klar. Doch was sind die tatsächlichen Auswirkungen des massiven Methangasaustrittes auf die Tier- und Pflanzenwelt in der Ostsee? Welche Rolle spielen dabei die Munitionsaltlasten aus zwei Weltkriegen? 

Nina Noelle auf dem Greenpeace-Schiff Beluga II

Nina Noelle

Ich bin gemeinsam mit 25 weiteren Greenpeace-Aktivist:innen aus mehreren Ländern mit zwei Schiffen, der Beluga II und der Petrine, auf dem Weg zu den Explosionsorten. Mit einer Unterwasserdrohne wollen wir die Schäden an der Pipeline sowie am Meeresgrund dokumentieren. Außerdem werden wir Wasser- und Sedimentproben nehmen, um diese auf Schadstoffe zu untersuchen. Bei der Probennahme müssen wir allerdings vorsichtig sein: Aufgrund möglicher Munitionsreste könnten wir Rückstände von chemischen Kampfstoffen finden. Daher testen wir zunächst jede Probe an Deck, bevor wir sie weiterbearbeiten und in Labore schicken. 

Der Weg bis auf die dänische Insel Bornholm war bereits abenteuerlich. In zwei Vans mit je einem Schlauchboot auf dem Anhänger fuhren wir durch Schneeregen über zugefrorene Straßen und enge Kurven. In Nexø angekommen, warteten schon die Beluga II und Petrine im Hafen.

Seit Wochen vermissen wir von den Behörden genaue Informationen darüber, welche Wirkung Explosion und Gasaustritt auf die Umwelt gehabt haben. Daher machen wir uns jetzt selbst ein Bild der Lage und suchen nach Antworten. Von der Bundesregierung fordern wir, dass umfassend über die Hintergründe des Umweltverbrechens aufgeklärt wird. Rund um die Pipeline in der Ostsee werden wir nicht allein sein, auf der elektronische Seekarte sind bereits Schiffe diverser Länder zu sehen, darunter Norwegen und Russland. Was uns jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte, wäre nur das Wetter. 

Die Ostsee gilt als eines der am stärksten belasteten Meere weltweit. Überdüngung, Klimaerwärmung, Altlasten und Überfischung sind die größten Probleme. Die Abhängigkeit von fossilen Energien heizt zudem das Klima auf und unterstützt autoritäre Regime. Greenpeace fordert deshalb von der Bundesregierung, die erneuerbaren Energien auszubauen und die selbst gesetzten Ziele der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie MSRL einzuhalten. Die MSRL sieht vor, die europäischen Meere in einen guten Umweltzustand zu bringen.  

Wie es mit unserer Mission weitergeht, lässt sich über Twitter, Instagram und Facebook verfolgen: Ich gebe dort ab heute tägliche Updates und nehme Sie mit an Bord der Beluga II und Petrine. Auch hier werde ich Sie auf dem Laufenden halten, etwa wenn unsere Unterwasserdrohne ihren ersten #DeepDive4Peace startet. 

 

Nordsee und Watt vor Sylt

Nord- und Ostsee in der Krise

Den Ökosystemen in unseren Hausmeeren geht es schlechter denn je. Nord-und Ostsee brauchen echte Schutzgebiete, sonst halten sie den massiven Umweltbelastungen nicht stand.

mehr erfahren

Mehr zum Thema

Schweinswal taucht aus dem Meer auf

Interview: Schweinswalschutz ist Klimaschutz

  • 15.11.2022

Wie geht Klimaschutz ohne Artenschutz? Gar nicht, sagen Greenpeace-Expertinnen Franziska Saalmann und Sandra Hieke anlässlich der Klimakonferenz COP27, auf der es heute auch um Artenschutz geht.

mehr erfahren
Lichterumzug Meeresleuchten

Aktion Meeresleuchten!

  • 13.11.2022

Lichtermeer für die Tiefsee: Am 12. November zogen 250 kleine und große Menschen durch die Hamburger HafenCity, um mit selbstgebastelten Laternen für den Schutz der Tiefsee zu demonstrieren.

mehr erfahren
Tiefseekrake Casper auf Meeresgrund

Hoffnung für Artenschutz in der Tiefsee

  • 12.11.2022

Bewegung auf internationaler Ebene: Einige Länder setzen sich gegen den Beginn des Tiefseebergbaus ein, darunter Deutschland.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 08.11.2022

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren