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Bürger wollen mehr Schutz für ihre Wälder

Wald hat für viele Menschen, gerade als Erholungsort, eine große Bedeutung. Trotzdem folgt die Forstwirtschaft oft rein profitorientierten Motiven und blendet den gesellschaftlichen Wert des Waldes aus. Die Menschen in Hessen und Bayern wünschen sich mehr Waldschutz, wie eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage zeigt.

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Greenpeace-Aktivisten protestieren im Spessart für mehr Waldschutz. Zwischen zwei Buchen haben sie ein sechs mal neun Meter großes Banner befestigt, auf dem steht: Bürger fordern: Schützt mehr Wald! Mit ihrer Forderung sind die Aktivisten in bester Gesellschaft. Das zeigt eine repräsentative Meinungsumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Greenpeace.

Demnach wollen 63 Prozent der Menschen in Bayern und 57 Prozent der Hessen mehr Schutz für ihre Wälder. Die Menschen in Bayern und Hessen haben verstanden, dass die Länder zu wenig für Wälder und Naturschutz tun, sagt Martin Hofstetter, Sprecher von Greenpeace. Interessant dabei: Besonders junge Menschen sind der Meinung, dass der Wald zu wenig geschützt wird. Für 75 Prozent der Hessen und 67 Prozent der Bayern zwischen 18 und 29 Jahren gibt es in Deutschland zu wenig Waldschutzgebiete.

Mehr als 90 Prozent der Befragten sind außerdem davon überzeugt, dass geschützte Wälder einen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Die Umfrageergebnisse sind ein klarer Handlungsauftrag an die Landesregierungen, den Waldschutz im öffentlichen Wald deutlich zu verbessern, so Hofstetter.

Viele Menschen im Spessart unterstützen Greenpeace-Kampagne

Im bayerischen Spessart gibt es noch große Flächen mit alten, besonders wertvollen Laubwäldern. Dort haben Greenpeace-Aktivisten einen Monat lang Karten der Bestände erstellt und dabei mehr als 10.000 Bäume gezählt, die älter als 140 Jahre sind. Greenpeace wird die Auswertung der gesammelten Daten in einem Report veröffentlichen - im Gegensatz zu den Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Bayern gibt dem Bund als einziges Bundesland keine Auskunft über die öffentlichen Wälder - während die BaySF diese vor Ort unbehelligt industrialisiert und zerstört.

Industrielle Forstwirtschaft und nachhaltige Waldnutzung schließen sich aus. Das kann man in den Wäldern überall beobachten, auch wenn der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten es immer wieder anders behauptet, so Hofstetter.

Die Aktivisten im Spessart und die Greenpeace-Kampagne für den Schutz alter Buchenwälder bekommen gerade von Menschen aus der Region positive Rückmeldung und Unterstützung. Unser besonderer Dank geht an die vielen Menschen in Heigenbrücken, Rothenbuch und in der Region, die unser Waldcamp und unsere Arbeit enorm unterstützt haben, sagt Hofstetter. Die Menschen sehen ja selbst, dass die Einmaligkeit der Spessart-Wälder durch das profitorientierte Wirtschaften der BaySF in Gefahr ist.

Bis der Wunsch der Menschen nach mehr Waldschutz umgesetzt ist, fordert Greenpeace einen sofortigen Einschlagstopp für alte Buchen- und Laubwälder in öffentlichem Besitz.

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