Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeacerinnen und Greenpeacer stehen an zentralen Plätzen der vier Städte und präsentieren vier Meter hohe Bilder mit Szenen der blutigen Jagd. Auf der Hauptveranstaltung am Brandenburger Tor in Berlin können Passanten sich beim Bedrucken eines 350 Meter langen Banners mit insgesamt 350.000 stilisierten Robben beteiligen. Außerdem können sie einen Protestbrief an den kanadischen Botschafter unterschreiben.

Das brutale Robbenschlachten muss sofort aufhören, sagt Greenpeace-Meeresbiologin Andrea Cederquist. Die kanadische Regierung konnte die Jagd noch nie überzeugend begründen. Sie ist sinnlos und ethisch verwerflich.

Fischer und Robben - keine Konkurrenz

Die Robben wurden lange für den Rückgang der Kabeljaubestände und damit für die hohe Arbeitslosigkeit unter den Fischern verantwortlich gemacht. Diese Argumentation war wissenschaftlich niemals haltbar. Mehr als das: Sie war angesichts der Überfischung durch die industriellen Fischereifangflotten bewusst irreführend.

Mittlerweile argumentiert Kanada, die Jagd auf die Robben sei erforderlich, weil die Fischer auf zusätzliche Einkünfte angewiesen seien. Zudem solle die Jagd die Ökonomie der Region stärken.

Allerdings ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Robbenjagd sehr gering: In Kanada werden damit pro Jahr etwa zehn Millionen Euro erwirtschaftet. Zum Vergleich: 2002 gaben allein die 290.000 deutschen Kanada-Urlauber insgesamt 240 Millionen Euro aus. Cederquist ist darum überzeugt, dass Kanada mit der Jagd einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor aufs Spiel setzt: Wenn Touristen das Land jetzt wegen der brutalen Jagd meiden, wären die Folgen für Kanada gravierend.

Kommerzielles Schlachten mit Dunkelziffer

Mit der diesjährigen Jagd wird ein Beschluss aus dem Jahr 2003 bis zum bitteren Ende umgesetzt. Damals hat die kanadische Regierung entschieden, bis 2005 insgesamt über eine Million Robben zur Jagd freizugegeben, pro Jahr durchschnittlich 350.000 Tiere. Davon sind 95 Prozent unter einem Jahr alt.

Die Robben werden mit Keulen, den so genannten Hakepiks, zu Tode geprügelt oder mit Gewehren erschossen. Rund 30 Prozent der Tiere überleben die Keulenschläge. Ihnen wird bei lebendigem Leib das Fell abgezogen. Das ergaben Untersuchungen von Tierärzten und Umweltschützern. Sie gehen auch davon aus, dass die Dunkelziffer der getöteten Tiere noch weit höher liegt. Robben, die schwer verletzt entkommen und erst später sterben, werden in keiner Statistik erfasst.

Der Protest von Greenpeace richtet sich gegen das kommerzielle Massenschlachten. Er richtet sich nicht gegen die traditionelle Jagd der Inuit, der Ureinwohner Kanadas und Grönlands, die Robben ausschließlich zur Deckung ihres Eigenbedarfs jagen.

Bitte protestieren auch Sie gegen das sinnlose Schlachten auf dem Eis vor der kanadischen Ostküste. Schreiben Sie eine Protestmail an den kanadischen Botschafter in Berlin.

Mehr zum Thema

Zwei Zügelpinguine in der Antarktis

Naturparadies Antarktis

  • 07.01.2022

Die Antarktis ist ein extremer Lebensraum mit einzigartiger Flora und Fauna. Greenpeace untersucht auf einer neuen Expedition die Folgen der Klimakrise und schützenswerte Lebewesen am Meeresgrund.

mehr erfahren
Meeresschildkrötenbaby im Plastikbecher am Strand auf Sumatra

Plastik im Meer

  • 06.01.2022

Jede Minute gelangt auf der ganzen Welt Plastik in der Größe einer Müllwagenladung in die Ozeane. Die Weltmeere leiden zunehmend darunter – sie sind zur Mülldeponie geworden.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Greenpeace-Aktion in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 10.12.2021

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren
Adeliepinguine in der Antarktis

Hängepartie fürs ewige Eis

  • 29.10.2021

Die Antarktis-Kommission CCAMLR versagt wieder beim Antarktis-Schutz.

mehr erfahren
"Prestige" oil spill

Verschmutzung

  • 06.10.2021

Die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf etwa zwölf Milliarden Menschen ansteigen. Damit Landwirtschaft und Industrie sie ausreichend versorgen können, wird sich der Druck auf Küstengebiete erhöhen.

mehr erfahren

Kein Goldrausch im Ozean!

  • 16.05.2021

Erste Pilotversuche zum Abbau von Manganknollen im Ozean sind abgeschlossen. Doch Tiefseebergbau ist eine massive Bedrohung für unsere Ozeane.

mehr erfahren