Endlager Umwelt

Die Erde - eine Müllkippe

Wir schaden unserem Planeten doppelt: Einerseits rauben wir ihm mehr als nachwachsen kann, andererseits belasten wir Land, Meer und Atmosphäre mit gigantischen Mengen von Abfall.

Früher oder später landet alles in der Umwelt

Bei Transport, Produktion und Verbrauch von Lebensmitteln, Energie, Industrie- und Konsumgütern entstehen riesige Mengen Abfall.

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Atommüll, giftige Industrieabfälle und klimaschädliche Gase lassen sich nicht abtransportieren wie der tägliche Haushaltsmüll. Sie sind weder recyclebar, noch werden sie restlos abgebaut. Die Folgen sind weitreichend: radioaktiv belastete Pflanzen und Tiere, erhöhtes Aufkommen potentiell tödlicher Krankheiten wie Krebs, hormonelle Veränderungen, mit Schwermetallen vergiftete Böden und Gewässer.

Strahlendes Erbe

Die militärische oder sogenannte „friedliche“ Nutzung der Atomenergie hat viele Regionen der Erde teils massiv vertrahlt. Zumindest in Deutschland ist der Atomausstieg nun beschlossene Sache. Das Problem der Entsorgung der hoch radioaktiven Abfälle aber bleibt bestehen – nicht nur bei uns, sondern weltweit. Was mit dem über Jahrtausende strahlenden Abfall passieren soll, weiß heute niemand. Die Entscheidung zum weiteren Umgang mit den Hinterlassenschaften der Atomindustrie wird vertagt, der gefährliche Müll zwischengelagert. Und die in den vergangenen Jahren nicht sicher entsorgten radioaktiven Abfälle stellen schon heute eine Gefahr für die Umwelt dar. 

Der Ärmelkanal bis in den Nordostatlantik sowie die Irische See sind bereits durch radioaktive Einleitungen aus den sogenannten Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich belastet. Die Verseuchung von Meerestieren wie Krebsen, Muscheln und Fischen ist vergleichbar mit der Kontamination nach nuklearen Großunfällen und entspricht Bodenproben aus der Umgebung von Tschernobyl.

Bedrohliche Industrieabfälle

Langlebige organische Schadstoffe, die als POPs (persistent organic pollutants) zusammengefasst werden, sind, global gesehen, derzeit eine wahre Umweltsünde der Chemieindustrie. Sie verbreiten sich weitläufig, reichern sich in Lebewesen an und sind schwer abbaubar. Die berüchtigten Substanzen finden sich in Pflanzen, Tieren und natürlich auch uns Menschen.

Neben Giftanreicherungen ist auch Elektroschrott ein wesentliches Umweltproblem. Der Müll aus Europa – alte Handys, Computer und Fernseher – verseucht in Afrika die Böden weit über die jeweiligen Grenzwerte, zum Beispiel mit Blei.

Gefährliche Treibhausgase

Das maßlose Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und hat bereits zu einem weltweiten Temperaturanstieg geführt.  Verschiedene Gase, sogenannte Treibhausgase, heizen dem Klima ein, unter anderem Kohlendioxid, Methan, und Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW).

Allein Kohlendioxid ist für mehr als die Hälfte des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts verantwortlich. Durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas gelangt immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre. Da die Auswirkungen des Klimawandels weltweit bereits deutlich zu spüren sind, ist klar: Wir müssen weg von der Verbrennung fossiler Energieträger.

In den letzten Jahren gerät die CCS-Technologie immer wieder in die Debatten. Sie soll perspektivisch, so der Plan, Kohlekraftwerke sauber machen: CCS seht für Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid (Carbon Capture and Storage). Das abgeschiedene Treibhausgas soll verflüssigt und dann zum Beispiel in unterirdische Gesteinsschichten verpresst werden. Dieses Verfahren (das aktuell nicht im industriellen Maßstab zur Verfügung steht) ist nicht nur sträflich energieintensiv, es ist aus Umweltsicht auch hoch umstritten. In jeglicher Hinsicht sinniger und sicherer ist die Vermeidung von Treibhausgasemissionen, zum Beispiel durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Effizienz.

Unmengen Kohlendioxid werden auch durch die Zerstörung von Urwäldern freigesetzt. Der Urwald in Brasilien und Indonesien schwindet für die Rinderzucht oder den Soja- oder Ölpalmenanbau – Waldschutz ist deshalb besonders effektiver Klimaschutz. Methan wird beim Reisanbau, auf Mülldeponien, beim Kohlebergbau und bei der Fleischwirtschaft freigesetzt. Gleichzeitig ist Methan ein Nebenprodukt der Ölförderung. Die intensive Landwirtschaft mit verstärktem Kunstdüngereinsatz hat zu einem immensen Anstieg der Lachgasemissionen, auch ein Treibhausgas, geführt. Und Fluor-(Chlor-)Kohlenwasserstoffe (FCKW und FKW) werden in Kühlmitteln oder als Treibsubstanz in Spraydosen verwendet. Dass sie verzichtbar sind, hat Greenpeace mit dem FCKW/FKW-freien Kühlschrank bewiesen, dem Greenfreeze.


 

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Häufig gestellte Fragen

  • Wo entsteht Atommüll?

    Atommüll besteht aus radioaktiven Stoffen, die beim Uranabbau, in AKW, in der Medizin, Industrie und Forschung als Abfallprodukte anfallen. Radioaktive Abfälle werden in schwach, mittel- und hochradioaktive Abfälle eingeteilt. Hochradioaktiver Müll erzeugt zusätzlich eine erhebliche Zerfallswärme. Hochradioaktiver Abfall macht in Deutschland rund 10 % des Mülls aus, enthält aber ca. 99,9 % der gesamten Radioaktivität. 

  • Wo lagert der hochradioaktive Müll?

    Hochradioaktiver Müll muss für rund 1 Million Jahre sicher von der Umwelt abgeschirmt lagern. Weltweit existiert kein einziges Endlager. Hochradioaktiver Abfall lagert momentan an den AKW-Standorten und in speziellen Brennelemente-Zwischenlagern im westfälischen Ahaus, im niedersächsischen Gorleben und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

  • Welche Gefahren birgt die Kohlendioxid-Endlagerung?

    Geologen warnen, dass die Sicherheit der Endlager nicht gewährleistet ist. Die Verpressung von vielen Millionen Tonnen CO2 in salzwasserführende Gesteinsschichten könnte zur Versalzung des Grundwassers führen. Auch schleichende oder plötzliche Leckagen sind nicht ausgeschlossen. Dies gilt auch für CO2-Pipelines, in denen das CO2 vom Kraftwerk zum Speicherort gebracht würde. CO2 ist zwar ungiftig, kann aber in hohen Konzentrationen zum Erstickungstod führen.

  • Wie gefährdet die Textilindustrie die Umwelt?

    Die Textilindustrie setzt elf gefährliche Chemikalien ein. Einmal freigesetzt, reichern sich viele von ihnen in der Umwelt an – in Flüssen, Meeren, im Boden und in Pflanzen. Zum Teil werden sie um die halbe Welt transportiert und kontaminieren Ökosysteme weit entfernt von ihrer Einleitungsquelle. Man bezeichnet sie als persistent. Einige Stoffe sind bioakkumulativ und können sich in Blut, Organen oder im Gewebe von Lebewesen anreichern und der Gesundheit schaden.

  • Wie wirken sich FCKW/FKW aufs Klima aus?

    Das Fluor bewirkt den enormen Treibhauseffekt. Das Chlor im FCKW zerstört die Ozonschicht. Beides verstärkt sich gegenseitig. Der Klimawandel lässt die mittleren Temperaturen in der unteren Atmosphäre tendenziell vor allem an den Polen stark ansteigen. In der oberen Atmosphäre wird es dadurch entsprechend kälter. Niedrige Temperaturen sind eine Voraussetzung für die Bildung des antarktischen Ozonlochs.

  • Forderungen

    • Stopp der Atommüllproduktion. Ein wirklich sicheres Endlager wird es nie geben
    • Stopp der Verbrennung fossiler Energieträger statt nachträglicher Reparaturmaßnahmen wie CCS
    • Stopp der Verschmutzung von Gewässern durch die Textilindustrie
    • Ersatz gefährlicher Chemikalien durch unschädliche Substanzen in der Textil- und Schuhproduktion

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

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