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Procter & Gamble-Lieferanten zerstören Urwald in Papua

Urwaldzerstörung bewiesen

Indonesiens Provinz Papua beherbergt einen großen Schatz: große, noch intakte Urwaldgebiete. Palmölfirmen haben dort, weitab von der Landeshauptstadt, ein leichtes Spiel mit illegalen Rodungen. Greenpeace hat recherchiert.

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Gelegen am östlichen Rand des weitläufigen Inselstaats, gilt die Provinz als schlecht zugänglich – sowohl für Reisende, aber auch für investigative Untersuchungen. Eine neue Greenpeace-Recherche deckt auf, dass schmutziges Palmöl von dort über die Lieferkette zu bekannten Konzernen wie Procter & Gamble gelangen kann. P&G verkauft auch in Deutschland zahlreiche Produkte mit Palmöl, wie zum Beispiel Head & Shoulders-Shampoo, Ariel Waschmittel, Gillette-Rasierschaum, etc.

Bereits im März veröffentlichte Greenpeace in einem Report, dass Palmöl-Zulieferer von Procter & Gamble in die Zerstörung von Regenwäldern in Kalimantan verstrickt sind. Im neuen Report dokumentiert Greenpeace im Konzessionsgebiet PT Rimba Matoa Lestari (PT RML), das knapp 30.000 Hektar Wald umfasst, umfangreiche Rodungen. Satellitenaufnahmen zeigen, dass seit 2009 große Waldgebiete, davon ein Großteil intakte Urwälder, zerstört wurden. Eine Greenpeace Vor-Ort-Recherche im März 2014 bestätigte die Auswertung der Satellitenbilder und deckte zusätzlich aktuelle Einschläge sowie die Pflanzung von Ölpalmen auf.

Die Konzession PT RML ist im Besitz der Agrindo-Gruppe. Diese Firma gehört zum Konglomerat der RGE Gruppe, die wiederum über den Palmölzweig den US-Händler Cargill bedient, ein direkter Zulieferer von Procter & Gamble. Die RGE Gruppe ist in der Greenpeace-Welt kein Unbekannter – zu ihr gehört auch der Papier- und Zellstoffproduzent APRIL, eine Firma, die mehr Waldzerstörung in Indonesien auf dem Gewissen hat als jede andere.

Anlässlich der neuen Beweise protestieren heute Greenpeace-Aktivisten in mehreren Ländern an Procter & Gamble-Standorten. In Indonesien entrollten zwanzig Umweltschützer ein riesiges Banner am Unternehmensstandort in Jakarta. Greenpeace kämpft gegen die Zerstörung von Urwald und Regenwald für die Anlage von Ölpalmen-Plantagen. Palmöl ist Bestandteil zahlreicher Alltagsprodukte wie Seife, Kerzen, Waschmitteln etc. Gerade große Abnehmer von Palmöl wie zum Beispiel Procter & Gamble haben die Macht, Änderungen auf dem Markt zu bewirken, indem sie auf Palmöl aus nachhaltiger Produktion bestehen.

Das Unternehmen ruht sich bisher auf den Kriterien des sogenannten Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl aus (RSPO). Greenpeace kritisiert diese als zu schwach und hatte bereits mehrfach aufgedeckt, dass auch RSPO-Mitglieder Regenwälder zerstören. "Der Anbau und Handel mit Palmöl spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Indonesiens – aber das darf nicht auf Kosten der letzten Wälder und der lokalen Bevölkerung passieren", sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. "Firmen wie Nestle, Unilever, Mars, L’Oreal – und gerade erst Colgate-Palmolive – haben bereits ihre Waldschutz-Policy verschärft. Procter & Gamble muss jetzt nachziehen!"

Zum Weiterlesen:

Medieninformation: Procter & Gamble - More Dirty Secrets
 

Publikationen

Procter und Gambles schmutziges Geheimnis

Für die Produktion von Palmöl, das in einer Vielzahl von Haushalts- und Pflegeprodukten verwendet wird, werden riesige Regenwaldgebiete zerstört und der Klimawandel angeheizt. Procter & Gamble ist mit rund 460.000 Tonnen jährlich einer der größten Palmöl-Abnehmer weltweit.
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Report: Eye On The Taiga

Wie die angeblich "nachhaltige Forstwirtschaft" der Industrie in Russland die großen Wälder des Nordens zerstört. (Englischsprachiger Report.)

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