Ein Artikel von Michelle Bayona

Seepferdchen-Skulpturen schützen die Nordsee

Es ist der perfekte Lebensraum für Fische, Krebse, Anemonen und Kaltwasserkorallen: Die Klaverbank vor der holländischen Küste. Noch ist der Meeresboden allerdings teilweise kahl und von Furchen der Grundschleppnetze durchzogen. Das wird sich ändern: Greenpeace hat metergroße Seepferdchen-Skulpturen vor der Nordseeküste versenkt, um wie bereits im Sylter Außenriff Meeresschutzgebiete zu schaffen.

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Aus Holz und Granit sind die meterhohen Wächter, die zukünftig die ungestörte Entwicklung der Meeresorganismen ermöglichen werden. Aktivisten von Greenpeace Niederlande haben damit begonnen, die Seepferdchen in der Nordsee zu versenken. Das empfindliche Ökosystem soll sich von der zerstörerischen Schleppnetzfischerei erholen. Dass dies funktioniert, zeigt ein Blick ins Sylter Außenriff: Dort hat Greenpeace Deutschland mit einer ähnlichen Aktion bereits vor drei Jahren ein Meeresschutzgebiet geschaffen.

Die holländische Kiesbank Klaverbank liegt 160 Kilometer nordwestlich der Stadt Den Helder und ist bekannt für ihre Artenvielfalt. Zwar hatte die niederländische Regierung sie vor vier Jahren als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen - auch das Sylter Außenriff ist als solches definiert. Bei beiden wurden aber bisher von Regierungsseite keine wirksamen Maßnahmen getroffen, um die zerstörte Meeresnatur zu schützen.

Die Fischerei mit Grundschleppnetzen gehört zu den zerstörerischsten Fangmethoden überhaupt: Die Netze werden auf dem Meeresgrund entlang geschleppt, wühlen ihn auf und zerstören so das empfindliche Ökosystem. Greenpeace Niederlande hat zuvor den Meeresboden ausführlich untersucht. Wir haben große kahle Flächen gefunden, teilweise mit sichtbaren Spuren der Grundschleppnetze, berichtet Tom Gray, Meeresexperte bei Greenpeace. Er versichert, dass die Fischer über die Lage der versenkten Seepferdchen informiert sind: Wir haben die genauen Koordinaten jeder versenkten Skulptur an die zuständigen Behörden und die niederländische Küstenwache übermittelt.

Gray hofft auf zukünftiges Engagement des niederländischen Landwirtschaftsministers Henk Bleker. Wir fordern Minister Bleker auf, die gesamte Klaverbank zu schützen! Die Chance dazu bietet sich diesen Sommer: Die für maritime Angelegenheiten verantwortliche EU-Kommissarin Maria Damanaki will am 13. Juli dieses Jahres einen Entwurf für eine neue europäische Fischereipolitik vorlegen. Greenpeace fordert, dass die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten darin rechtsverbindlich vorzuschreiben ist. Nur so können sich die überfischten Speisefischbestände und die zerstörte Meeresnatur wieder erholen.

Aktuelle Publikationen zum Thema

Die Liste der schonungslosen Ausbeutung und Zerstörung der Meere ist lang: Fischerei, Öl- und Gasförderung, Sand- und Kiesabbau, Einleitung von Giften und radioaktiven Stoffen. Deshalb sind Schutzgebiete dringend notwendig.

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