Defizit bei Greenpeace International

Eine Fehleinschätzung bei Greenpeace International hatte gravierende Folgen: ein Defizit von 3 Millionen Euro. Erste Konsequenzen wurden bereits gezogen.

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Als internationale Kampagnenorganisation, die in 40 Ländern tätig ist, muss Greenpeace im internationalen Zahlungsverkehr mit zahlreichen Währungen rechnen und arbeiten. Greenpeace International ist für die zentralen Dienstleistungen zuständig und koordiniert die globalen Kampagnen. Dabei wird die internationale Organisation durch Spenden und die Beiträge der 40 nationalen und regionalen Greenpeace-Büros (NROs) finanziert. Das Budget betrug für das Jahr 2013 79 Millionen Euro und beläuft sich 2014 auf 82 Millionen Euro.

Nationale und regionale Greenpeace-Büros, die ihre Kampagnen-Arbeit noch nicht (oder nicht vollständig) selbst finanzieren können, werden finanziell unterstützt. Für die Verteilung dieser finanziellen Hilfen ist Greenpeace International verantwortlich. Dabei arbeitet Greenpeace International mit Euro, die nationalen und regionalen Büros in ihren Landeswährungen. Wechselkursschwankungen können dabei zu Überschüssen führen, aber auch zu Verlusten. Beides ist in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, hat sich aber über einen längeren Zeitraum ausgeglichen. Da diese Wechselkursschwankungen für kleinere Büros existenziell werden können, hat Greenpeace International das gesamte Risiko hierfür übernommen.

Im Jahr 2013 hat sich Greenpeace International entgegen sonstiger Praxis gegen die Wechselkursschwankungen abgesichert, indem es Währungen zu festen Kursen kaufte. Dabei ist leider ein gravierender Fehler gemacht worden. Die Absicherungen stellten sich als nachteilig heraus und schufen im Jahr 2013 einen Verlust von 3 Millionen Euro. Dabei versagten – soweit das bis jetzt bekannt ist –  allerdings auch interne Kontrollen. Die Finanzabteilung von Greenpeace International hatte diese Absicherung der Wechselkurse ohne Rücksprache und Genehmigung der entsprechenden Gremien und der Geschäftsführung vorgenommen. Solche Fehler müssen zukünftig verhindert werden. Zusätzlich zu den vorgenommenen Sofortmaßnahmen hat der Vorstand von Greenpeace International deshalb eine unabhängige Prüfung eingeleitet, aus der auch geeignete Maßnahmen erarbeitet werden sollen. Gleichzeitig wird Greenpeace Deutschland die Ergebnisse der Prüfungen von Greenpeace International auswerten und entsprechend reagieren.

Der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erstellte Jahresbericht 2013 von Greenpeace International wird demnächst veröffentlicht und wird das Defizit ausweisen. 

Greenpeace Deutschland finanziert ausschließlich internationale Kampagnen und Kampagnenprojekte und darf –  auch aus steuerrechtlichen Gründen –  keine Infrastrukturkosten (beispielsweise Aufbau von Büros, Investitionen in ICT-Ausstattung oder Fundraising) übernehmen. Deshalb kann und wird Greenpeace Deutschland dieses Defizit weder ganz oder teilweise auffangen. Sollten Spendengelder aus Deutschland nicht für die vorgesehenen Kampagnen ausgegeben werden können, werden diese an Greenpeace Deutschland zurücküberwiesen.

Wir bedauern den Verlust außerordentlich und möchten uns bei unseren Fördermitgliedern ausdrücklich entschuldigen.

Aus Sicht von Greenpeace Deutschland hat das Defizit 2013 keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit, Kampagnen und Strategien von Greenpeace. Greenpeace Deutschland steht darüber hinaus im direkten Kontakt mit Greenpeace International und wird den von KPMG geprüften Jahresabschluss 2013 nach Erscheinen nochmals prüfen.

UPDATE vom 8.2.2016: In einer früheren Fassung des Textes wurde der voraussichtliche Verlust mit 3,8 Millionen Euro beziffert. Der Verlust beläuft sich final, nach Jahresabschluss 2014, auf 3 Millionen Euro.

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