Unsere Meere

Die Meere brauchen Schutz

Der Mensch hat die Meere schwer geschädigt. Greenpeace arbeitet für ein globales Netzwerk von Schutzgebieten, damit die Ökosysteme sich wieder erholen können.

Patient Meer

Die Liste der schonungslosen Ausbeutung ist lang: Überfischung, Öl- und Gasförderung, Sand- und Kiesabbau, die Einleitung von Giften und radioaktiven Stoffen… Das Meer braucht unseren Schutz.

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Meeresschutzgebiete sind ein wichtiges Werkzeug, um Arten und Lebensräume zu schützen und die Widerstandsfähigkeit der Meere zu stärken. In Schutzgebieten bleibt die Natur sich selbst überlassen. Hier dürfen weder Fische gefangen, noch Rohstoffe abgebaut werden, jede Form der Industrie ist tabu.

Weltweites Netz von Schutzgebieten

Ozeane bedecken über 70 Prozent unserer Erde. Von der Wasseroberfläche bis in Tiefen von zehntausend Metern, von der Küste bis zur Hohen See beherbergen sie eine Vielfalt an Lebensräumen und Meeresorganismen. Doch noch ist nicht einmal ein Prozent der Meere geschützt. Greenpeace fordert ein weltweites Netzwerk von großflächigen Schutzgebieten, das 40 Prozent der Meere abdeckt. Für verschiedene Meeresregionen wie zum Beispiel das Mittelmeer und die Hohe See haben Wissenschaftler für uns konkrete Vorschläge erarbeitet und veröffentlicht. Jetzt kämpft Greenpeace darum, dass sie auch umgesetzt werden.

Neben Schutzgebieten brauchen wir eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Nutzung der Meere. Nur so können auch die folgenden Generationen die Ressourcen der Meere nutzen. Dies wird angesichts der wachsenden Weltbevölkerung immer bedeutsamer.

Ökologisch und ökonomisch ein Gewinn

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen den Erfolg von Schutzgebieten: Die Ökosysteme im Meer werden widerstandsfähiger, Fische wachsen wieder zu einer stattlichen Größe heran und erreichen ein höheres Alter, was ihrer Fortpflanzung zugutekommt. Die Artenvielfalt steigt, und die zum Teil stark dezimierten Speisefischbestände erholen sich wieder.

Schutzgebiete sind deshalb auch notwendig für eine lohnende Fischerei mit Zukunft: Die derzeit stark subventionierte nicht-nachhaltige Fischerei macht Verluste. Bei einer Umstellung auf ein nachhaltiges Management könnte drei- bis fünfmal mehr erwirtschaftet werden als die Umstellung kosten würde.

Ein Beispiel: Korallenriffe haben einen ökonomischen Wert von 70.000 bis 400.000 Euro pro Jahr. Dies errechnet sich unter anderem durch den Tourismus (Korallenriffe sind Paradiese für Taucher und Schnorchler) sowie durch die Funktion von Korallenriffen als Küstenschutz. Entsprechend wäre eine Zerstörung der Riffe nicht nur ein Verlust an Schönheit und Vielfalt auf der Welt, sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe.

Zum Weiterlesen:

Coup für die Meere: Schutzgebiete
Fahrplan zur Erholung der Meere
Greenpeace USA: Black Holes in Deep Ocean Space
WBGU 2013: Menschheitserbe Meer


 

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Häufig gestellte Fragen

  • Warum sind Schutzgebiete für die Zukunft der Meere wichtig?

    In Schutzgebieten kann sich allgemein die zerstörte Meeresnatur wieder aufbauen. Vor allem können sich die Fischbestände ungestört vermehren. Wenn die Fischbestände in den Schutzgebieten so groß geworden, dass zahlreiche Fische das Schutzgebiet verlassen, stehen diese der Fischerei wieder zur Verfügung. Schutzgebiete erhöhen so die „Meeresfitness“, die Folgen des Klimawandels werden durch ein entsprechend robustes Ökosystem besser verkraftet.

  • Die Effekte von Schutzgebieten sind so offensichtlich, warum gibt es bisher nur so wenige davon?

    Weil die Meeresnutzer (Fischer, Öl- und Gasförderunternehmen, Reeder) eine sehr starke Lobby haben und weil auch zerstörte Meere an der Oberfläche immer noch schön sind.

  • Welchen Einfluss haben die Schutzgebiete auf Wale und andere Meeressäuger?

    Schutzgebiete gewährleisten eine kontinuierliche Nahrungsquelle für alle Meeressäugetiere und bieten vielen Tieren ein Rückzugsgebiet. Hierdurch kann das natürliche Gleichgewicht der Meere wieder hergestellt werden und die größten Tiere der Erde würden hierdurch geschützt.

  • Wie viele Schutzgebiete gibt es derzeit und wo sind diese?

    Zurzeit stehen nur 1,5 Prozent der Meere unter konsequentem Schutz. Hervorzuheben ist das Meer um die hawaiianischen Inseln und das große Barriereriff vor Australien. Der Nationalpark Wattenmeer in Deutschland wird fast flächendeckend von der Bodenschleppnetzfischerei zerstört.

  • Warum setzen Politiker Schutzgebiete nicht einfach durch?

    Es fehlt der politische Wille. Die Interessen der Nutzer aus Schifffahrt, Öl- und Gasförderung, vor allen Dingen aber der Fischerei werden durch eine starke Lobbygruppe vertreten. 

  • Forderungen

    • Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das mindestens 40 Prozent der Meere umfasst
    • Ein sofortiges Verbot für jegliche Art der Tiefseeausbeutung auf der Hohen See
    • Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Richtlinie auf nationaler Ebene
    • Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie auf nationaler Ebene

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

    Einkaufsratgeber Fisch

    Die Meere und ihre Fischbestände müssen geschützt werden – und jeder Verbraucher kann dazu beitragen: Mit der sorgfältigen Auswahl beim Fischeinkauf. Stammt der Fisch aus nachhaltigem Fang? Ist die Art bedroht? Oder gar überfischt?

    Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

    Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

    Meeresschutzgebiete