Beluga II

Anfang 2003 gab Greenpeace eine neue Beluga in Auftrag - die Beluga II. Der Schiffstyp Klipper wurde vor rund 200 Jahren in den Niederlanden als reines Segelschiff entwickelt. Die Schiffe sind speziell als kombinierte Fluss- und Küstenschiffe konzipiert und auf Grund ihres geringen Tiefgangs von 1,40 Meter und des platten Bodens auch für die Fahrt im Wattenmeer geeignet. Sie können z.B. bei Ebbe ohne Schaden trocken fallen, also auf Sand oder Schlamm aufsetzen.

Das Greenpeace-Schiff Beluga II beim Sylter Außenriff.

Protestkultur auf neuen Planken

Mit der Beluga II wurde erstmals ein Schiff für Greenpeace neu gebaut. Alle anderen Schiffe zuvor, wie die Rainbow Warrior oder die Arctic Sunrise, wurden gebraucht gekauft und entsprechend umgebaut. Peter Küster, der das Klipper-Projekt bei Greenpeace betreut hat, erklärt: Der Kauf eines gebrauchten Klippers, den wir nach unseren Kriterien hätten umbauen müssen, wäre ebenso teuer gewesen wie der Bau des neuen Schiffs. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro. Heimathafen des Schiffes ist Hamburg.

Universell einsetzbar

Die Beluga II ist nach dem Prinzip des holländischen Klippers gebaut und damit universell einsetzbar: Sie kann auf allen größeren europäischen Binnengewässern fahren - Flüssen und Kanälen - sowie vor den Küsten der Nord- und Ostsee. Bei Brücken können die beiden Masten umgeklappt werden.

Das Schiff hat einen erheblich größeren Aktionsradius als das frühere Flussschiff Beluga und kann unter Motor 2100 bis 2700 Kilometer zurücklegen, ohne tanken zu müssen. Und der neue Segler kann noch mehr: Während auf der Beluga das Labor einst fest installiert war, bietet das neue Schiff die Möglichkeit, einen Normcontainer (2,5m x 2,5m x 6m) an Bord zu nehmen. Dieser kann beispielsweise ein Labor beherbergen, aber auch ein Kommunikationszentrum oder eine Ausstellung für die Öffentlichkeit - je nachdem, was für das jeweils aktuelle Projekt benötigt wird.

Finanzierung durch den Nachlass von Ilse Vormann

Die Inneneinrichtung der Beluga II ist bescheiden ausgefallen und enthält nur das Nötigste. Der Löwenanteil des Geldes ging in die technische Ausrüstung. Allein die Hauptmaschine kostete 125.000 Euro, Segel und Takelage rund 150.000 Euro. Finanziert wurde die Beluga II aus dem Nachlass Ilse Vormanns. Die Düsseldorferin hatte ihr beträchtliches Vermögen Greenpeace und drei anderen Umweltschutzorganisationen vermacht. Aus Dankbarkeit ist auf dem Schiff eine entsprechende Gedenktafel angebracht.

Beluga II steht in langer Tradition

Für Greenpeace Deutschland sind zahlreiche Kampagnen-Erfolge eng mit dem alten Aktionsschiff Beluga verbunden. 20 Jahre stand sie in unserem Dienst. Das umgebaute Feuerlöschboot war seit Sommer 1984 für Greenpeace auf europäischen Flüssen unterwegs. Die Mannschaft fahndete europaweit nach Flussvergiftern und übte Druck auf die Verantwortlichen aus. 2004 wurde sie stillgelegt. Der Unterhalt war zu kompliziert und teuer geworden.

Technische Daten der Beluga II:

  • Länge über alles 34 Meter
  • Wasserlinienlänge 28 Meter
  • Breite 5,60 Meter
  • Tiefgang 1,60 Meter
  • Brückendurchfahrtshöhe minimal 3,60 Meter
  • Durchfahrthöhe des leeren Schiffes mit stehendem Mast 25,40 Meter
  • Verdrängung 115 Tonnen
  • Max. Geschwindigkeit 12 Knoten
  • Brennstoffverbrauch 25 Liter pro Stunde

Takelung (ketschgetakelt) in Quadratmetern

  • Besan 85 (2 Reffs)
  • Großsegel 108 (2 Reffs)
  • Fock 74 (1 Reff)
  • Klüver / Groß 56
  • Sturmklüver 19
  • Crew 4 Personen
  • Hauptmaschine 243 Kilowatt
  • Hilfsmaschinen 40 KVA

Masten: Die Beluga II hat zwei Stahlmasten, die sich mit Hilfe eines Fußgelenkes (Mastkoker) umlegen lassen. Der Besanmast hat eine Länge von 20,40 Meter.

 


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