Abschied von den fossilen Energien

Bye Bye CO2

Fossile Brennstoffe sind endlich und sie zerstören Klima und Umwelt. Allein die Verbrennung von Kohle ist für rund die Hälfte der jährlichen CO2-Emissionen verantwortlich.

Klimaschaden programmiert

Das Verbrennen fossiler Energieträger schadet dem Klima, und nicht nur das: Schon die Förderung von Braun- und Steinkohle, vor allem aber von Erdöl, hinterlässt weltweit verheerende Spuren. 

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Deutschland ist ein Braunkohleland. Von den rund 350 Millionen Tonnen CO2, die deutsche Kraftwerke zur Stromerzeugung derzeit jährlich in die Atmosphäre ausstoßen, stammt die Hälfte aus Braunkohlekraftwerken. Eine weitere wichtige Quelle für CO2-Emissionen ist der Ölverbrauch im Verkehr. 

Ob Öl, Kohle oder Gas, alle fossilen Brennstoffe enthalten Kohlenstoff, der sich beim Verbrennen mit Sauerstoff verbindet und sich als Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre anreichert.  Kohle ist die schmutzigste Energiequelle von allen. Im Jahr 2011 gelangten weltweit insgesamt 34 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre, davon gingen rund 45 Prozent auf das Konto der Kohle. Sollten die Pläne zum Bau neuer Kohlekraftwerke umgesetzt werden, werden die kohlebedingten CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent steigen.

Die letzten Reserven

Bislang wurden überwiegend Öl, Gas und Kohle, so genannte konventionelle Energieträger, gewonnen bzw. abgebaut und genutzt. Die weltweiten Reserven sind jedoch begrenzt. Sie betragen nach derzeitigen Schätzungen etwa 42 Jahre für Erdöl, 65 Jahre für Erdgas und für Kohle etwa 200 Jahre. Die Industrie schaut sich deshalb zunehmend nach Alternativen um. Dabei hat sie nicht etwa den Ausbau erneuerbarer Energien im Blick, sondern die Erschließung sogenannter unkonventioneller fossiler Energieträger. Das sind Energieträger von niedrigerer Qualität, die schwer, nur unter hohen Kosten und oft massiven Eingriffen in die Umwelt abzubauen sind.

Zu den unkonventionellen Energieträgern zählen Ölschiefer, Bitumen, Ölsande sowie Kohleflözgase und Gashydrate. Mit ihnen erweitern sich die Reserven der fossilen Energieträger beträchtlich. Allein Ölschiefer können die Ölreserven um etwa 40 Jahre erhöhen. Besonders schwer wiegen jedoch Gashydrate, die in erster Linie das hochwirksame Klimagas Methan enthalten. Die Vorkommen von Gashydraten sind enorm und übersteigen das Doppelte aller Vorräte an Öl, Gas und Kohle zusammen.

Alptraum Klimawandel

Sollte die Weltgemeinschaft die fatale Entscheidung treffen, zukünftig auch noch die letzten Reserven an Öl, Gas und Kohle zu bergen und zu verbrennen und, noch schlimmer, auch die unkonventionellen fossilen Reserven zu erschließen und zu verbrennen, hätte dies katastrophale Folgen für das Klimasystem unseres Planeten: CO2-Konzentrationen von über 1200 bis zu 4000 ppm (Teilchen pro Millionen Teilchen) in der Atmosphäre wären damit nicht mehr abwegig (im Vergleich zu 280 ppm vor der Industrialisierung). Das entspräche einem mittleren Temperaturanstieg von etwa vier bis neun Grad Celsius und einem Meeresspiegelanstieg von drei bis acht Metern im Vergleich zu heute.

Die Lösung: Fossile durch Erneuerbare Energien ersetzen

Damit dieser Alptraum nicht Realität wird, arbeitet Greenpeace an der Energiewende: Wir fordern den fließenden Ausstieg aus fossilen Energieträgern und den Ausbau von erneuerbaren Energien plus umfassende Effizienzsteigerung. Das Ziel heißt: Mindestens 80 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß bis zur Mitte dieses Jahrhunderts. Der Ausstieg aus der Kohle muss gesetzlich verankert werden. Greenpeace hat dafür einen Gesetzesvorschlag vorgelegt.

Zum Weiterlesen:
Studie: Point of no Return (engl. 2011)


 

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Häufig gestellte Fragen

  • Warum ist gerade Kohle so klimaschädlich?

    Kohle enthält sehr viel Kohlenstoff, der bei der Verbrennung als CO2 freigesetzt wird und den Klimawandel anheizt. So stoßen Braunkohlekraftwerke zwischen 900 und 1200g CO2/kwh aus – rund dreimal so viel wie ein modernes Gaskraftwerk. Kohlekraftwerke haben zudem einen sehr schlechten Wirkungsgrad (zwischen 30 und 46 Prozent).

  • Welche Folgen hat der Kohleabbau?

    In Deutschland wird Braunkohle ausschließlich im Tagebau abgebaut – ein Desaster für Mensch und Natur. Auf vielen Quadratkilometern werden Wälder, Äcker und Siedlungen  komplett zerstört. Tausende Menschen müssen für den Kohleabbau ihre Heimat verlassen. Für den Tagebau muss das Grundwasser abgesenkt werden; dies schädigt dauerhaft den Grundwasserkörper.

  • Wie viel Kohle steckt im deutschen Strom?

    Trotz Energiewende stammt weiterhin fast die Hälfte des deutschen Stroms aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Den größten Anteil am deutschen Strommix hatte 2013 mit 26 Prozent die besonders dreckige Braunkohle. Steinkohle steuerte 20 Prozent zur Stromversorgung bei. 

  • Warum schaden Kohlekraftwerke der Energiewende?

    Kohlekraftwerke blockieren den Ausbau erneuerbarer Energien, weil sie nicht flexibel auf die schnell schwankende Wind- und Solarenergie reagieren können. Immer häufiger müssen Wind- und Solaranlagen vom Netz abgekoppelt werden, weil sich Kohlekraftwerke nicht weit genug herunterregeln lassen. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken können Gaskraftwerke ihre Leistung innerhalb viel kürzerer Zeit und über eine größere Spanne regeln.

  • Wie viel Öl wird jährlich gefördert?

    Jahr 2011 wurden knapp 4 Milliarden Tonnen Öl gefördert. Der Anteil der Ölproduktion aus Ölfeldern im Meer liegt bei über 30 Prozent. Die Folgen sind erheblich. Jedes Jahr fließen rund 10.000 Tonnen Rohöl in den Nordostatlantik – nur durch den täglichen Betrieb der Ölplattformen.

  • Forderungen

    • Kein Neubau von Kohlekraftwerken
    • Kohleausstieg bis spätestens 2030
    • Verbindliche CO2-Obergrenzen für PKW (sparsame Autos)

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

    Erdöl-Förderung im Nordost-Atlantik

    Durch die Aktivitäten der Ölindustrie geraten jedes Jahr mehrere tausend Tonnen Öl in den Nordost-Atlantik, der Großteil davon im ganz normalen Förderbetrieb.

    Fossile Energien