Greenpeace findet kontaminierte Lebensmittel 25 Kilometer von Fukushima

Spinat und andere Gemüsesorten aus Minamisoma und Umgebung sind hochradioaktiv verseucht. Ein Greenpeace-Team fand Belastungen, die die offiziellen Grenzwerte weit übersteigen. Die Bevölkerung ist kaum über die Folgen informiert. Die Stadt Minamisoma liegt außerhalb der 20-Kilometer-Zone in der Präfektur Fukushima.

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Derzeit untersuchen zwei Greenpeace-Teams die Gefährdung der Bevölkerung durch Radioaktivität. Sie sind vor allem nahe der Evakuierungszone um das AKW Fukushima unterwegs. Eines der Teams testet die Oberflächenkontaminierung und die Strahlung in Milch und Nahrungsmitteln.

Auch die japanische Regierung lässt die Radioaktivität messen. Doch ihre Strategie scheint zu lauten: Werte veröffentlichen, aber so, dass die Menschen nicht wirklich verstehen, welche Gefahr ihnen droht.

So wusste die Besitzerin eines Gemüsegartens in Minamisoma, dass die Regierung seit dem 18. März Pflanzen in der Stadt Proben nimmt und testet. Über das Risiko für ihr angebautes Gemüse sei sie aber nicht informiert worden. Greenpeace fand in mehreren Gärten in Minamisoma Gemüse, das nicht mehr für den Verzehr geeignet ist.

Auch der Bürgermeister von Minamisoma, Katsunobu Sakurai, beklagt den Mangel an verlässlicher Information und Hilfestellung. Der Betreiber Tepco hat sich unverantwortlich verhalten. Das hat sich schon daran gezeigt, dass sie elf Tage brauchten, bevor sie mit uns sprachen. Auch die Regierung hat keinerlei verständliche Informationen geliefert. Wir wollen nicht nur wissen, was bisher passiert ist. Wir wollen die Garantie, dass sie verantwortungsvoll mit möglichen zukünftigen Risiken umgehen werden.

Das Greenpeace-Team fand auch nahe Tsushima, 30 Kilometer von der Atomruine entfernt, Strahlung bis zu 47 Mikrosievert pro Stunde. Bei solchen Werten ist die erlaubte maximale Jahresdosis in weniger als 24 Stunden erreicht. Die Behörden hatten von 32,7 Mikrosievert pro Stunde gesprochen.

Verlässliche Daten der Regierung werden weiterhin dringend gebraucht, sagt Greenpeace-Strahlenschutzexperte Jan van de Putte. Das schließt auch Einordnung und Hilfestellung ein, damit die Menschen sich vor den Risiken der Kontamination schützen können - sowohl gesundheitlich als auch was ihre Lebensgrundlagen betrifft. Die Behörden müssen die Evakuierungszone um Fukushima noch einmal überdenken, um besser auf die Verstrahlung der Region zu reagieren.

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