Das Zwischenlager Gorleben

Etwa zwei Kilometer südlich des Dorfes Gorleben im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg befindet sich das Zwischenlager Gorleben. Hier lagert unter anderem hoch radioaktiver Atommüll in einem Transportbehälterlager.
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Das Zwischenlager Gorleben wird von der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) betrieben, einer hundertprozentigen Tochter der Gesellschaft für Nuklearservice mbH (GNS). Die GNS ist eine Gesellschaft, die die deutschen Atomkraftwerksbetreiber gegründet haben, damit sie sich um ihren Atommüll kümmert.

Auf der Grundlage der vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilten Genehmigung vom 2. Juni 1995 [1] dürfen in Gorleben bestrahlte, abgebrannte Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken sowie hoch radioaktive Abfälle aus der „Wiederaufarbeitung“ solcher Brennelemente für 40 Jahre eingelagert werden. Letztere liegen in Form so genannter HAW (high active waste)-Glaskokillen vor. Gorleben ist das bisher einzige Zwischenlager in Deutschland, das solche Kokillen annehmen darf. Die Halle des Zwischenlagers umfasst auf einer Fläche von 5200 Quadratmetern 420 Stellplätze für die Transport- und Lagerbehälter mit Atommüll. Rund 160 davon sind für HAW reserviert.

Transport- und Lagerbehälter

Das Zwischenlagerkonzept sieht vor, dass die Atomabfälle während der gesamten Lagerzeit in den Transportbehältern (zumeist vom Typ Castor [2]) bleiben. Daher kommt auch der Name Transportbehälterlager (TBL) Gorleben. Gemäß der herrschenden Sicherheitsphilosophie hat die Lagerhalle selbst keinerlei Barrierefunktion. Die Atombehälter müssen daher sowohl für den Transport als auch für eine Langzeitlagerung geeignet sein.

Trockenlagertechnik

Sowohl die bestrahlten Brennelemente aus den Atomkraftwerken als auch die HAW-Glaskokillen aus der sogenannten Wiederaufarbeitung im Ausland werden trocken aufbewahrt. Die Wärmeabfuhr aus der Lagerhalle erfolgt mittels Belüftungsöffnungen im unteren Teil der Hallenwände und Entlüftungsöffnungen im Dachbereich. Diese Naturzugkühlung macht sich zunutze, dass die Atombehälter (bei Einlagerung beträgt die Temperatur an der Außenseite bis zu 85 Grad Celsius) die Luft aufheizen. Die warme Luft steigt nach oben und gelangt über die Lüftungsschlitze im Dach ins Freie. Durch die Öffnungen in den Seitenwänden strömt kalte Luft von außen nach. Auf Abluftfilter wurde aus Kostengründen verzichtet. Man vertraut darauf, dass die Behälter dicht bleiben und die radioaktiven Stoffe auch bei schweren Unfällen sicher einschließen.

Die Außenwände des TBL sind zum unteren Bereich hin von 20 auf 50 Zentimeter Dicke verstärkt, um eine erhöhte Strahlenabschirmung zu erreichen. Denn sowohl Gamma- als auch Neutronenstrahlung wird durch die Behälterwände nur unzureichend abgeschirmt. Eine Be- oder Entladung bzw. eine Be- oder Verarbeitung der Brennelemente oder der HAW-Glaskokillen soll im Zwischenlager selber nicht stattfinden.

Fußnoten
[1] Am 1. Dezember 2000 und am 18. Januar 2002 wurden Änderungsgenehmigungen erteilt.
[2] CASTOR ist die Abkürzung für "Cask for the storage and transport of radioactive material"
 

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