Für das Leben im Wasser gewappnet

Meeressäugetiere

Meeressäuger haben sich im Laufe der Evolution hervorragend an das Leben im Wasser angepasst

Vom Land ins Wasser

Meeressäuger waren einmal Landtiere. Seeottern und Robben mag man das noch abnehmen und Eisbären werden ohnehin eher als Landtiere wahrgenommen – aber Wale an Land?

  • /

Ob Wale oder Seekühe – die meisten Meeressäuger würden heute an Land behäbig und schwerfällig wirken. In ihrem natürlichen Lebensraum, dem Wasser, bewegen sich die ehemaligen Landbewohner jedoch flink. Auch Eisbären und Seeotter gehören zu dieser Gruppe. Eine Eigenschaft aus ihrer Vergangenheit haben sie sich jedoch bewahrt: Im Gegensatz zu Fischen sind sie vom Sauerstoff in der Luft abhängig. Nach längeren Tauchgängen geht es für sie immer wieder zum Atemholen an die Oberfläche.

Gut gewappnet im Wasser

Wale leeren und füllen beim Auftauchen ihre Lungen um 90 Prozent. Mancher Meeressäuger wie der Pottwal hält es sogar mehrere Stunden lang unter Wasser aus. Zum Vergleich: Wir Menschen bringen es beim Einatmen lediglich auf knappe 20 Prozent.

Auch für die Wärmeregulierung musste sich die Natur etwas ausdenken, denn die Meeressäuger gehören zu den sogenannten wechselwarmen Tieren. Das bedeutet, sie müssen ihre Körpertemperatur konstant halten. Ein Fell, wie es die Landtiere haben, ist im Wasser eher hinderlich. So schützen sich Wale mit einer dicken Speckschicht unter der Haut. Die Nachfrage nach diesem „Blubber“ löste zu frühen Zeiten des Walfangs eine Massenjagd aus, bei der Millionen von Tieren erlegt wurden. Daraus wurde „Waltran" hergestellt, der jahrezehntelang als Lampenöl in Europas Städten verfeuert wurde.

Perfekt angepasst

Die Gründe für den Umzug vom Land ins Wasser bieten viel Raum für Spekulation; Nahrungskonkurrenz mit anderen Tieren steht ganz vorne. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Schwimmhäute, der Körper wurde stromlinienförmig und nach und nach kam es zu sogenannten Übergangsarten, die die Vorfahren der heutigen Meeressäugetiere darstellen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich Schwanz- und Brustflossen von Walen, Robben und Seekühen aus Armen, Beinen oder Schwänzen gebildet haben.

Doch nicht jeder Meeressäuger hat sich in gleicher Weise an den neuen Lebensraum Wasser angepasst. Während zum Beispiel die Vorderarme der Seekühe zu Paddeln umgebaut wurden, fehlen die Hinterbeine ganz und ihr Schwanz wurde zu einer breiten Flosse.  Bei den Robben sind die Vor- und Hinterextremitäten noch am besten erkennbar, bei Walen kann man sie sich kaum noch vorstellen.  Auch die Seeotter und Eisbären, die zwar die meiste Zeit an Land verbringen, sind nahezu perfekt für das Leben im Wasser gerüstet.

Meisterstück der Evolution

Wale verkörpern eine Welt der Superlative: Der Blauwal ist mit 34 Metern Länge und 200 Tonnen Gewicht das größte und schwerste Lebewesen, das die Evolution je hervorgebracht hat. Pottwale können unvorstellbare 3.000 Meter tief tauchen, Grauwale sind Meister im Dauerschwimmen, sie legen bis zu 20.000 Kilometer im Jahr zurück. Buckelwale wiederum sind berühmt für ihren Gesang.

Greenpeace sieht im Schicksal vieler Großwalarten, die durch den kommerziellen Walfang an den Rand der Ausrottung gebracht wurden, ein Sinnbild für den Umgang des Menschen mit der Natur. Der majestätischen Ruhe, Erhabenheit und vor allen Dingen Ungefährlichkeit der sanften Riesen kann sich kaum jemand wirklich entziehen. Der Mensch hat nicht das Recht, über das Schicksal dieser Tiere und der Natur zu entscheiden.

Weiterlesen
schließen

Der Greenpeace Newsletter

Die wichtigsten News im Abo

Nachrichten

Veröffentlichungen zu diesem Thema

Schutz den Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.