Ein Artikel von Anja Franzenburg
Die Bundesregierung lässt viele außer Acht

Kritik am Pestizid-Aktionsplan

Mangelhaft! Das ist das Urteil verschiedener Umweltverbände - u. a. Greenpeace - zum Pestizid-Aktionsplan der Bundesregierung. Die Kritik: Die Auswirkungen von Spritzmitteln auf Tiere, Pflanzen und die menschliche Gesundheit werden nicht angemessen berücksichtigt.

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Der Entwurf der Bundesregierung Nationaler Aktionsplan zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (NAP) soll die Risiken von Pestiziden in der Landwirtschaft und die Abhängigkeit vom chemischen Pflanzenschutz verringern. Verbände und Länder sollen zu dem Plan, der Anfang 2013 in Kraft treten soll, Stellung nehmen.

Das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN), der BUND, der NABU und Greenpeace erkennen erhebliche Mängel. Die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen der Agrarlandschaft, die vom permanenten Pestizideinsatz betroffen sind, sind nicht angemessen im NAP berücksichtigt. Ebenso vernachlässigt der Plan den Schutz von Kleingewässern vor Pestiziden.

Trotz der Einhaltung von Regeln werden wildlebende Tiere erheblich durch Pestizide geschädigt. Bienen werden geschwächt und Vögel finden nicht mehr genügend Nahrung, um ihre Brut zu ernähren. Bei Amphibien sind Missbildungen zu beobachten. Auch vor Nahrungsmitteln machen die Pestizide nicht halt: Obst und Gemüse sind mit Mehrfachrückständen belastet, dessen Gesundheitsrisiko noch nicht abgeschätzt werden kann.

Greenpeace fordert daher von den Bundesländern, den NAP so zu ändern, dass er einen nachhaltigen Umgang mit Pestiziden zur Folge hat.

Seit dem Jahr 2002 wurde der Inlandsabsatz an Pestiziden trotz freiwilliger Vereinbarungen zur Pestizidreduktion um mehr als 25 Prozent gesteigert - allein im Jahr 2011 wurden über 40.000 Tonnen ausgebracht.

(Autorin: Christiane Huxdorff)

Die Stellungnahme finden Sie über den Link unten.

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