Klimawandel

Ökosystem Erde in Gefahr

Das Eis der Gletscher und Pole schmilzt, der Meeresspiegel steigt, Äcker verdorren, Menschen flüchten

Wenn das Klima kollabiert

Der Klimawandel betrifft die Existenz der gesamten Menschheit, ihre Gesundheit und Ernährung. Er vernichtet Äcker auf Dauer, lässt Wasser versiegen, Tiere und Pflanzen aussterben. Er verändert Ökosysteme, die sich in Zehntausenden von Jahren entwickelt haben.

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Der UN-Klimarat warnt: Bei ungebremster Erderwärmung werden extreme Unwetter häufiger und stärker auftreten, feuchte Weltregionen werden noch feuchter, trockene dagegen noch trockener – teils mit erheblichen Folgen für die Landwirtschaft. Schon eine geringe globale Temperaturerhöhung kann zu sinkenden Getreideernten führen.

Unwetter ziehen auf

Weltweit hat die Erde sich von 1880 bis 2012 durchschnittlich um 0,85 Grad Celsius erwärmt, in Europa laut Europäischer Umweltbehörde (EEA) um rund 1 Grad. Je wärmer die Meere, desto mehr Wasser verdunstet. Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Wasser nehmen die Wolken auf. Hitzewellen und Dürren ebenso wie Starkregenfälle können dadurch häufiger und heftiger ausfallen.

In Europa leiden schon jetzt einige Regionen an Bodenverlust durch Trockenheit, besonders in Spanien. Heiße, trockene Sommer dörren den Boden aus. Die Stauseen sind fast leer, Flüsse verkümmern zu Rinnsalen, überall herrscht Wassermangel. Der Hitzesommer 2003 hat in der EU über 70.000 Menschenleben gefordert. Bei einer globalen Erwärmung um weitere drei Grad und häufigeren Hitzeperioden rechnet die EEA bis 2100 mit zusätzlichen 86.000 Toten pro Jahr.  

In Deutschland folgen sogenannte Jahrhunderthochwasser in immer kürzeren Abständen aufeinander: die Oderhochwasser 1997 und 2009, die Elbefluten 2002 und 2013, Passau 2002 und 2013.  >> Klimawandel in Deutschland

Die weißen Kappen schmelzen

Durch die Erwärmung schmilzt das Eis der Erde. Besonders augenfällig geschieht dies in den Gebirgen und an den Polen. Das "ewige" Eis am Nordpol taut rasant und macht den Weg frei für die industrielle Ausbeutung der Region. 2012 wurde ein neuer Tiefststand der arktischen Meereisfläche gemessen. Auch die Gletscher haben vielfach an Masse und Länge verloren, Vergleiche mit Fotos vom Beginn des 20. Jahrhunderts belegen dies eindrucksvoll.

Selbst die bis zu tausende Meter dicken Eisschichten der Antarktis sind nicht mehr vor dem Klimawandel sicher. Am Südpol brechen Eisplatten wie das Larsen-B-Schelfeis oder das Wilkins-Schelfeis auseinander und treiben als Eisberge nach Norden. >> Antarktis im Klimawandel

Der Meeresspiegel steigt

Durch das Schmelzen des Inlandeises an den Polen, vor allem in Grönland, und durch die Ausdehnung des wärmer gewordenen Meerwassers steigt der Meeresspiegel. Satellitenmessungen haben gezeigt, dass der Anstieg im 20. Jahrhundert durchschnittlich 1,7 Millimeter pro Jahr betrug. In den letzten 20 Jahren war dieser Wert mit ca. 3,2 mm pro Jahr fast doppelt so groß. Laut IPPC könnten es 2100 bis zu 1 Meter sein. Sturmfluten wirken sich durch den höheren Wasserpegel noch verheerender aus, Böden versalzen. Weltweit sind rund 200 Millionen Menschen in tief gelegenen Küstengebieten von dieser Entwicklung betroffen, 30 der 50 größten Städte liegen am Meer.

Auf der Flucht

Eine Greenpeace-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon heute über 20 Millionen Menschen auf der Flucht sind, weil ihre Heimat durch den Klimawandel keine ausreichenden Lebensbedingungen mehr bietet. In den kommenden 30 Jahren ist mit rund 200 Millionen Flüchtlingen zu rechnen. Im internationalen Flüchtlingsrecht kommen diese Menschen nicht vor.

Der Klimawandel trifft die Länder besonders hart, die am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben: die Entwicklungsländer. Die Hauptverursacher dagegen – die westlichen Industriestaaten – haben die finanziellen  Mittel, sich weitgehend vor den Folgen der Krise zu schützen. Greenpeace fordert die Industrieländer darum auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und den Entwicklungsländern zu helfen. Mit ihrem Einfluss, mit Geld und mit Taten: durch ein geändertes  Flüchtlingsrecht, durch geeignete Hilfsmaßnahmen in den betroffenen Ländern und durch eine drastische Senkung der Treibhausgasemissionen. >> Klimaflüchtlinge - rechtlos, heimatlos

Berichte des Weltklimarates:
Sonderbericht des IPPC zu Extremwetterlagen
IPPC: Klimaänderungen 2013

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Häufig gestellte Fragen

  • Ist der Klimawandel noch aufzuhalten?

    Nein, aufhalten können wir den Klimawandel nicht mehr. Doch die schlimmsten Folgen des Klimawandels können wir noch verhindern - wenn wir jetzt die Notbremse ziehen. Die weltweiten Treibhausgas-Emissionen müssen wir bis 2050 auf mindestens 80% im Vergleich zu 1990 radikal reduzieren, dann kommen wir mit einem blauen Auge davon.

  • Wer ist der Hauptverursacher des Klimawandels?

    Grund für die Erwärmung ist letztlich unsere Lebensweise in den Industriegesellschaften. Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, die Abholzung von Wäldern und nicht zuletzt der steigende Fleischkonsum verursachen rasant zunehmende  Treibhausgasemissionen.

  • Was ist das 2 Grad-Ziel?

    ollten die Temperaturen um mehr als zwei Grad Celsius ansteigen, befürchten Experten dramatische Schäden für die Ökosysteme und unumkehrbare Beeinträchtigungen des Klimasystems. Nur wenn wir es schaffen, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen können wir die Folgen des Klimawandels umgehen.

  • Nehmen Klimaextreme zu?

    Ja! Klimaextreme nehmen weltweit zu: Mit der Erderwärmung steigt die Verdunstung über den Ozeanen. Stärkere Tiefdruckgebiete bilden sich aus. Die Energie entlädt sich in Hurrikanen, Orkanen und sintflutartigen Regenfällen. Es ist nachgewiesen, dass Starkregenfälle,  Hitzewellen und lange Dürrezeiten immer häufiger werden. Das Wetter wird immer extremer.

  • Was sind Kippelemente des Klimasystems?

    Das arktische Meereis, der Amazonas Regenwald oder das El Niño–Phänomen sind sogenannte Kippelemente: sie sind besonders anfällig gegenüber dem Klimawandel. In diesen Regionen  können in Folge der Klimaerwärmung sprunghafte und teilweise unumkehrbare Veränderungen angestoßen werden, die nicht langsam und linear wie in anderen Teilen der Erde verläuft, sondern schnell und mit katastrophalen Auswirkungen für unser Gesamtklima.

  • Forderungen

    • Die globale Erwärmung muss auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden
    • Mindestens 40 Prozent weniger CO2 in Deutschland bis 2020 (gegenüber 1990)
    • Mindestens 55 Prozent weniger CO2-Ausstoß in Europa bis 2030 (gegenüber 1990)
    • Klimagerechtigkeit und finanzielle Hilfe für die ärmsten Länder der Welt

    Veröffentlichungen zu diesem Thema

    Klimawandel, Migration und Vertreibung

    Klimawandel und Umweltzerstörung sind schon heute oft ein Auslöser für Flucht und Abwanderung. Das Problem klein reden hilft nicht. Es ist Zeit, zu handeln!

    Studie: Klimaflüchtlinge

    Diese Studie soll einen Überblick über den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema Klimaflüchtlinge geben. Es wird erörtert, worin sich Klimaflüchtlinge von anderen Flüchtlingsgruppen unterscheiden, mit welchen Menschenmengen tatsächlich gerechnet werden muss und wo sogenannte Hotspots von Klimaflüchtlingen - also durch Klimaerwärmung besonders bedrohte Weltregionen - liegen.