
Die Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften fand im Mai 2009 statt. In dem Abschlussdokument sprachen sich die Teilnehmer für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus. Das Dokument (veröffentlicht in der jüngsten Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift New Biotechnology, d. Red.) dürfe nicht als offizielle Erklärung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften oder des Vatikan verstanden werden, sagte Lombardi. Der Papst habe dem Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen niemals seinen Segen erteilt.
Wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gestern aufdeckte, kamen bei der Tagung ausschließlich Gentechnik-Fürsprecher zu Wort, die zum großen Teil als Wissenschaftler und Unternehmen eigene Interessen vertreten. Sowohl die Entwickler eines Gen-Reises als auch die Mitarbeiter von Monsanto konnten ihre Thesen zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität (...) durch eine verantwortlich angewandte Gentechnologie
postulieren. Vor allem arme Länder, so hieß es, sollten von den Vorteilen der modernen Pflanzenzucht profitieren können.

Thema waren mal wieder angebliche Wunderpflanzen, die den Welthunger bekämpfen können
, sagt Stephanie Toewe, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Doch die Grüne Gentechnik hat das Hungerproblem der Entwicklungsländer bisher eher verschärft als gelöst.
Agrarkonzerne haben bis heute nur zwei gentechnisch veränderte Pflanzentypen entwickelt, die sich im Anbau weder als schädlingsresistenter, in der Ernte ergiebiger noch als stress- und krankheitstoleranter erwiesen haben. Durch Patente auf Saatgut verschaffen sich diese Firmen zudem ein Monopol über die landwirtschaftliche Produktion und Ernährung. Monsanto, Bayer, DuPont und Syngenta halten bereits zahlreiche Patentansprüche auf Hauptnahrungspflanzen und können so diktieren, wer was zu welchen Bedingungen und Preisen anbauen und verkaufen darf.