Weltweite Regenwaldzerstörung geht auch auf das Konto Europas

Die Europäische Kommission veröffentlichte gestern einen Bericht "The impact of EU consumption on deforestation", in dem die Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen Verbrauchs der EU-Länder untersucht werden. Daraus geht hervor, dass dieser zwischen 1990 und 2008 eine Zerstörung von etwa neun Millionen Hektar Wald verursacht hat. Dies entspricht der Größe Irlands.

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Europas hoher Konsum, z.B. von Fleisch, sowie die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen nimmt riesige Flächen in Anspruch und erhöht den Druck auf die Wälder weltweit. Am schlimmsten von Entwaldung betroffen sind der Amazonas und die Regenwälder Südostasiens und Afrikas. Ein Drittel der gesamten Entwaldung in diesem Zeitraum geht auf das Konto großer Industrieländer.

EU braucht eine Null-Entwaldungsstrategie

Betrachtet man den Konsums nur auf der Ebene der mit Waldzerstörung verknüpften, international gehandelten Güter, gehen 36 Prozent davon auf das Konto der EU 27-Staaten. Wird der gesamte weltweite Konsum der Berechnung zugrunde gelegt, werden in Europa bis zu zehn Prozent der Güter, die mit Entwaldung in Verbindung gebracht werden, verbraucht. Dabei berücksichtigt die Studie nur die Entwaldung, nicht aber die Degradierung, also die teilweise massive Schädigung von Wäldern.

Globale Trends prognostizieren eine zusätzliche Nachfrage an Rohstoffen, auch aufgrund der zunehmenden Nutzung von biomassebasierter Energie, z.B. in Form von Biokraftstoffen oder Holz. Es ist daher allerhöchste Zeit zu handeln und die Waldzerstörung aus unserem Konsum in Europa zu verbannen.
Bereits 2008 haben die europäischen Umweltminister sich das Ziel gesetzt, bis 2030 die weltweite Entwaldung zu stoppen und die Zerstörung der tropischen Regenwälder bis 2020 zu beenden. Das siebte EU-Umweltaktionsprogramm soll dazu beitragen, diese Ziele zu verwirklichen.

Dazu muss zum einen sichergestellt werden, dass der europäische Konsum nicht zu Lasten der verbleibenden Urwälder der Erde geht, gleichzeitig müssen auch die besonders von Entwaldung betroffenen Regionen Unterstützung erfahren, ihre Wälder zu erhalten.

Großkonzerne müssen Waldzerstörung aus ihrer Lieferkette verbannen

Die größten Treiber der Entwaldung sind die Produktion von Pflanzenöl, wie Palm- und Sojaöl, sowie die Fleischproduktion. Zahlreiche Greenpeace-Kampagnen haben Großkonzerne wie Cargill, Nestlé und Unilever, die aus diesen Agrarrohstoffen Produkte herstellen bzw. verkaufen, adressiert und sie aufgefordert, die Entwaldung aus ihrer Lieferkette zu verbannen. Dazu verpflichtete sich Nestlé im Mai 2010 als Folge einer Greenpeace Kampagne.

Die weltweite Waldzerstörung hat dramatische Folgen für Klima und Artenvielfalt. Laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) werden fast 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen durch die Zerstörung und Degradierung von Wäldern verursacht. Nicht nur Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden unwiederbringlich vernichtet, auch 360 Millionen Menschen sind direkt und indirekt auf die Wälder weltweit angewiesen.

(Autorin: Gesche Jürgens)

 

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