Erfolg: Mahan-Wälder in Indien bleiben erhalten

Alte Wälder statt neuer Kohle

Indiens Regierung hegte finstere Pläne: Die Heimat von Tigern und Elefanten sollte Kohleminen weichen. Nun kommt alles anders  – auch durch den Einsatz von Greenpeace-Aktivisten. 

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Willkürliche Verhaftungen von Umweltaktivisten, Beschlagnahmung von Geräten, Millionenklagen von Energiekonzernen: Die Bemühungen, die indischen Mahan-Wälder, einige der ältesten Waldbestände Asiens, zu erhalten, wurde für Greenpeace zu einer großen Herausforderung. Die Regierung Indiens unternahm gemeinsam mit dem Energieunternehmen Essar Energy zahlreiche Versuche, eine neue Kohlemine mitten in einer intakten Waldregion zu errichten. Doch der Widerstand von Aktivisten und lokaler Bevölkerung hat sich gelohnt; das indische Umweltministerium gab nun öffentlich bekannt: Die Mahan-Wälder bleiben erhalten – dort werden keine Kohleminen entstehen.

Kein Wunder also, dass die Freude der Bevölkerung groß war. „Als wir die Nachricht vom Erhalt der Wälder bekamen, begannen in vielen Dörfer Feiern“, erzählt Bechan Lal, einer der Anwohner. „Die Regierung hat vorerst akzeptiert, dass der Wald, der die Lebensgrundlage von so vielen Menschen darstellt, nicht dem Profit Einzelner geopfert werden darf.“

Die Mahan-Wälder: Existenzgrundlage für 50.000 Menschen

Dennoch setzt die indische Regierung in ihrer Energiepolitik weiter auf den Ausbau der Kohlekraft und unterstützt die Pläne der Kohleindustrie. Dabei ist Indien schon heute der drittgrößte CO2-Emittent der Welt. Für die geplante Kohlemine des indische Stahl-, Energie- und Infrastruktur-Riese Essar in Mahan sollten rund 500.000 Bäume gefällt werden. Doch der Wald beherbergt nicht nur bedrohte Tierarten wie Leoparden, Tiger und Elefanten, sondern ist auch Existenzgrundlage von 50.000 Menschen.

Gegen den Widerstand von Bevölkerung und Nichtregierungsorganisationen geht die indische Regierung strikt vor: Zehn ausländische Hilfsorganisationen, darunter Misereror, Brot für die Welt und Greenpeace, wurden auf eine rote Liste gesetzt. Ihnen wurde vorgeworfen, den wahren Gebrauch ihrer Spendengelder zu verschleiern und mit ihren Protesten das Wirtschaftswachstum des Landes zu behindern. Über viele Monate wurden die indischen Greenpeace-Konten gesperrt. Einer Greenpeace-Mitarbeiterin wurde wegen „antinationaler Absichten“ die Ausreise aus Indien untersagt, als sie Anfang des Jahres in London einen Vortrag für den Erhalt der Mahan-Wälder halten wollte.

Inzwischen gab die indische Regierung die Greenpeace-Gelder wieder frei; der Oberste Gerichtshof in Neu Delhi erklärte das Ausreiseverbot für die Mitarbeiterin der Umweltschutzorganisation für illegal. Und die Kohleindustrie unterlag mit ihrem Profitstreben dem Drängen zehntausender Menschen, die nun die Mahan-Wälder und somit ihren Lebensraum schützen konnten.

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