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Pestizide im Blumenbeet

Greenpeace hat Blumen und Zierpflanzen aus Gartencentern, Bau- und Supermärkten getestet. Drei Viertel der untersuchten Pflanzen sind mit bienengefährdenden Pestiziden belastet.

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Für die Studie wurden in zehn europäischen Ländern 86 Proben von 35 Pflanzenarten genommen, darunter Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Lavendel. In 79 Prozent der untersuchten Pflanzen steckten Stoffe, die Bienen gefährlich werden können.

„Hobbygärtner servieren Bienen und anderen Insekten, ohne es zu wissen, gefährliche Pestizidcocktails. Ihre Wirkung ist nicht einmal im Ansatz verstanden“, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. „Gärten sollten für Bienen eine Oase abseits der Agrarindustrie sein – keine Giftbar.“

Bienenkiller in Pflanzenproben

Die Laboranalysen ergaben, dass 98 Prozent der Blumen Rückstände von Pestiziden aufweisen. Daraus lässt sich nicht ableiten, wie stark Bienen durch diese Blumen belastet werden. Doch Fakt ist, dass knapp die Hälfte der Proben Rückstände aus der Gruppe der umstrittenen Neonicotinoide – drei davon auch bekannt als Bienenkiller - enthalten: Das Gift Imidacloprid fand sich in 43 Prozent, Thiametoxam in 8 Prozent und Clothianidin in 7 Prozent der Blumen.

Den Einsatz einiger dieser Pestizide in der Landwirtschaft schränkte die EU 2013 für zwei Jahre ein, aber nicht ausreichend in der Produktion von Zierpflanzen. „Wir brauchen zügig ein umfassendes Verbot von bienengefährdenden Pestiziden. Bienen sind dringend notwendig, um Qualität und Ertrag unserer Landwirtschaft zu sichern“, betont Huxdorff.

Ökologischer Wandel in der Landwirtschaft gefordert

Das weltweit beobachtete Bienensterben liegt vor allem an der zunehmend industrialisierten Landwirtschaft mit hohem Chemie-Einsatz. Parasiten, Krankheiten und der Klimawandel verstärken das Problem.

Ein ökologischer Wandel in der Landwirtschaft ist überfällig, doch akute Gefahren brauchen schnelle Maßnahmen. Die deutschen Baumärkte und Gartencenter haben bereits einen wichtigen ersten Schritt unternommen, indem sie einige der Pestizide nicht mehr verkaufen. Nach den Regalen, muss das Gift nun auch aus den Blumen und Pflanzen verschwinden.

Politik muss sich für Bienenschutz einsetzen

Greenpeace fordert von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), sich in Deutschland und der EU entschieden für den Schutz der Bienen einzusetzen. Nur vollständige und dauerhafte Verbote der betroffenen Pestizide können den Bienen und der Landwirtschaft wirklich helfen.

Setzen auch Sie sich für den Schutz der Bienen ein, indem Sie jetzt eine Protestmail an Landwirtschaftsminister Schmidt schreiben.

Publikationen

Studie: Giftiger Garten Eden

Für die Studie wurden in zehn europäischen Ländern 86 Proben von 35 Pflanzenarten genommen, darunter Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Lavendel. In 79 Prozent der untersuchten Pflanzen steckten Stoffe, die Bienen gefährlich werden können.

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