Internationaler Tag des Ehrenamts

„Man kann so viel erreichen“

Heute ist der Tag des Ehrenamtes, er würdigt das Engagement Freiwilliger. Einer von ihnen ist Tim Petzoldt. Er erzählt, warum er seit Jahren ehrenamtlich für Greenpeace arbeitet.

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Sie organisieren Aktionen, unterstützen Mitbürger und setzen sich für eine bessere Welt ein: Ehrenamtliche sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Das Ehrenamt hat einen großen Anteil daran, dass unser Zusammenleben funktioniert. Um den freiwilligen Helfern für ihren Einsatz zu danken, erklärten die UN 1986 den 5. Dezember eines jeden Jahres zum internationalen Tag des Ehrenamtes. Auch für Greenpeace ist ehrenamtliche Arbeit enorm wichtig. Etwa die, die Tim Petzoldt tut.

Nicht auf die Politik verlassen

Der 38-Jährige engagiert sich seit neun Jahren ehrenamtlich bei Greenpeace und ist zurzeit in der Kölner Greenpeace-Gruppe aktiv. Im vergangenen Frühjahr organisierte er gemeinsam mit anderen Organisationen wie Campact die Anti-Kohle-Kette am Braunkohle-Tagebau Garzweiler.

Für die Organisation solcher und anderer Aktionen wenden Freiwillige durchschnittlich 16 Stunden pro Monat auf. Was treibt sie dabei an? „Mich motiviert es, zu sehen, dass wir etwas bewirken können“, sagt Petzoldt. „Es reicht nicht immer aus,  sich auf die Politik zu verlassen. Man unterstützt sich gegenseitig, lernt Gleichgesinnte kennen und ergänzt sich sehr gut.“

Lokaler Einsatz – große Wirkung

Vor allem lokaler Einsatz liegt ihm am Herzen: Gerade arbeitet er mit den Greenpeace-Gruppen in Nordrhein-Westfalen und der Klimabewegung FossilFree an einer neuen regionalen „Divestment“-Kampagne. Sie wollen die Kommunen in NRW aufrufen, sich von RWE zu trennen und die Energiewende selber in die Hand zu nehmen.

Petzoldt kann jedem nur empfehlen, sich ehrenamtlich für Greenpeace einzusetzen. „Es macht viel Spaß, Aktionen zu planen und umzusetzen“, berichtet er. „Bei Greenpeace ist sehr viel eigenes Engagement möglich, man kann sich selbst einbringen und Ideen in den Kampagnen verwirklichen. Meistens bekommt man auch gutes Feedback. Außerdem trifft man viele nette Leute und bekommt Einblicke in die Arbeit der anderen Gruppen.“ Wie etwa bei der Anti-Kohle-Kette.

Eine Menschenkette gegen Kohle

„Wir fanden es wichtig, nach der großartigen Anti-Kohle-Kette in der Lausitz 2014 auch im Rheinland ein Zeichen zu setzen“, sagt Petzoldt. Hier plant RWE zwar keinen neuen Tagebau mehr, dafür aber neue Braunkohlekraftwerke.

„Wir wollten RWE und der Landesregierung zeigen, dass auch die Menschen in NRW den Kohleausstieg wollen“, erzählt der Ehrenamtliche. „Es kamen mehr als 6000 Leute, um gegen Braunkohle zu protestieren – ein toller Erfolg.“ Vor allem die Greenpeace-Gruppen halfen bei der Mobilisierung, organisierten private Bustransporte zum Aktionsort. „Die Unterstützung aus der Bevölkerung und von anderen Greenpeace-Ehrenamtlichen war groß.“

Greenpeace lebt vom Ehrenamt

Wie Petzoldt engagieren sich in Deutschland 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Sie unterstützen verschiedene Organisationen und Verbände. Auch Greenpeace lebt vom Engagement seiner deutschlandweit rund 5000 freiwilligen Mitarbeiter.

Mehr als 105 Greenpeace-Gruppen gibt es in Deutschland; teils zählen sie mehr als hundert Mitglieder, manchmal nur eine Person – wie auf Föhr. Das Engagement der Freiwilligen hat viele große Kampagnenerfolge erst möglich gemacht. Das weiß auch Tim Petzoldt: „Man kann so viel erreichen!“ 

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