Fast neun von zehn Speisefischbeständen in den europäischen Meeren sind überfischt oder kurz davor. Deswegen soll bis 2013 die EU-Fischerei neue Gesetze und Regeln bekommen.
Die Reaktion auf die zurückgehenden Fischbestände sind der Einsatz größerer Schiffe mit größeren Netzen und stärkerer Leistung. Das kann nicht lange gut gehen. Greenpeace fordert deswegen einen radikalen Umbau der europäischen Fischerei. Die dazu notwendigen Gesetze müssen während der Fischerei-Reform auf den Weg gebracht werden.
Die europäische Fischerei muss weg von der teuren und nichtnachhaltigen Fabrikfischerei, die Unsummen von Subventionen verschlingt, und hin zu einer kleinskaligen, handwerklichen Küstenfischerei, die den Beruf der Fischer achtet und ihn lohnenswert macht. Die Grundlage dafür liefert ein intakter Fischbestand, der ökologisch nachhaltig bewirtschaftet wird.
Januar 2011: Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den riesigen Fischtrawler Jan Maria und gegen die Plünderung der Meere. >>> zum Artikel
Am 10. August 2011 tagte die norddeutsche Fischereiministerkonferenz in Kiel. Die Themen: Die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU und der Schutz von NATURA 2000-Gebieten. Die Forderungen der Minister sind bestürzend. Zur Greenpeace-Stellungnahme
Bereits seit 2004 zählen mehr als 30 Prozent der Nord- und Ostsee-AWZ zu dem europäischen NATURA 2000-Netzwerk von zehn Schutzgebieten. Die nun von einer Arbeitsgruppe des Bundesumweltministeriums und -landwirtschaftsministerium vorgeschlagenen Fischereimaßnahmen sind alles andere als Umwelt schützend. Zur Greenpeace-Stellungnahme
Zudem verstoßen die Maßnahmenvorschläge gegen europäisches und deutsches Naturschutzrecht, das zeigt eine unabhängige Rechtsexpertise, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat. Zum Rechtsgutachten (deutsch) und (englisch)
Blättern Sie durch das Online-Magazin oder wechseln Sie >>>direkt zur Multimedia-Version mit Videos
Lesetipp: Hier geht es zur ersten Ausgabe des Fischerei-Webzines: Afrika ernährt Europa
Wer in Europa nicht nur mit der Angel sondern mit einem Kutter im großen Maßstab fischen will, kommt um die Gemeinsame Fischereipolitik nicht herum. Sie regelt, wer wann wo wie viel fangen darf. Gesteuert wird das von der EU. Jetzt steht wieder eine Reform der europäischen Fischereigesetzgebung an.
Im April 2009 legte die EU-Kommission ein sogenanntes Grünbuch zur Lage der EU-Fischerei vor. Das Ergebnis ist verheerend. In einer detaillierten Stellungnahme bezieht Greenpeace Position zum Kommissionspapier und fordert drastische Reformen. Hier finden Sie die Greenpeace-Stellungnahme in englischer Sprache.
Besonders die spanische Fischereiflotte ist viel zu groß. Die absurde Subventionspolitik der EU ermöglicht seit vielen Jahren die weltweiten Raubzüge der größten europäischen Fischereischiffe, die fest in spanischer Hand sind. Der Report Spanien - Meister der Überfischung wirft ein Schlaglicht auf die Situation in der iberischen Fischerei.
Januar 2011: Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den riesigen Fischtrawler Jan Maria und gegen die Plünderung der Meere. >>> zum Artikel