Die Mehrheit der Speisefischbestände in den europäischen Meeren ist überfischt oder kurz davor. Eine grundlegende Umgestaltung der EU-Fischereipolitik ist längst überfälligt - und nun in Sicht: Am 6. Februar 2013 hat das Europäische Parlament für eine Reform gestimmt – mit klarer Mehrheit. Ein historischer Sieg, auf den Greenpeace und andere Umweltschützer lange hingearbeitet haben.
Bisher hat besonders die Überfischungsindustrie von der EU-Fischereipolitik profitiert – und ohne Rücksicht auf den Schutz der Ozeane oder kleine Fischereibetriebe die Meere geplündert. Größere Schiffe, weitere Netze, stärkere Leistung – das kann nicht lange gut gehen. Unsere Meere sind gnadenlos überfischt. Greenpeace fordert seit langem einen radikalen Umbau der europäischen Fischerei. Weg von teuren, nicht nachhaltigen Fabrikschiffen, hin zu kleinskaligen, handwerklicher Küstenfischerei. Basis dafür ist ein intakter, nachhaltig bewirtschafteter Fischbestand.
AKTUELL: Am 15. Mai einigten sich die Fischereiminister nach einem Verhandlungsmarathon auf eine gemeinsame Position zur Reform. Mehr...
Am 22. April trafen sich die Fischereiminister erneut, um über ihre Position zu den fortschrittlichen Vorschlägen des Parlamentes und der Kommission zu beraten. Das Ergebnis schätzt Greenpeace als Rolle rückwärts ein: Es fehlte an einem deutlichen Signal, sich stark an der fortschrittlichen Parlamentsvorlage (siehe S. 3) orientieren zu wollen.
Am 26. Februar trafen sich die EU-Fischereiminister in Brüssel, um über den Zeitplan für das geplante Rückwurfverbot zu sprechen. Mehr...
Am 6. Februar stimmten die Abgeordneten des EU-Parlaments für eine nachhaltigere Fischereipolitik - die wichtigsten Ergebnisse
Alle zehn Jahre wird die europäische Fischereigesetzgebung neu verhandelt. Das nachfolgende Video ist ein Aufruf an die europäischen Fischereiminister, diese Chance für den Meeresschutz zu nutzen.
Weitere Greenpeace-Videos zum Thema Fischerei.Wenn die heimischen Gewässer nicht mehr genug Beute hergeben, müssen Fischer entweder das Handtuch werfen – oder in der Fremde fischen. Viele Fangflotten der EU gehen zum Beispiel vor der Küste Westafrikas auf Beutezug. Damit verlagert sich das Problem der Überfischung - wir stehlen den Menschen in Westafrika die Grundnahrung. Mit der Reform der EU-Fischereipolitik sollen mehr Kontrollen und strengere Regeln einhergehen. Sie soll im Juni 2013 verabschiedet werden. Eine Greenpeace-Dokumentation zum Thema "Afrika ernährt Europa" finden Sie direkt unter dem Text - einfach auf expand klicken.
Report zum Thema: Plündern um jeden Preis
Sie wissen, wie viel der Fisch im Supermarkt kostet - doch viele Konsumenten kennen nicht den wahren Preis. Denn ihre Steuergelder fließen über Subventionen und Steuererleichterungen in die viel zu große Europäische Fischereiflotte. Ein Beispiel dafür ist die "Jan Maria" Mit ihren 117 Metern Länge und rund 5.000 Tonnen Ladekapazität ist sie ein eindrucksvolles Beispiel für die überdimensionierte Flotte, die auf den europäischen Meeren unterwegs ist.
Mehr dazu im Factsheet Subventionierte Zerstörung der Meere
In der Reihe "Ocean Inquirer" veröffentlicht Greenpeace Fischerei-Skandale. Unter der bisherigen europäisch geregelten Fischereipolitik schreiten Überfischung und die Ausbeutung der Meere ungehindert voran. Die Greenpeace-Recherchen decken an konkreten Beispielen auf, was schief läuft. Mit Spannung erwartet wird deshalb die Neuregelung der Europäischen Fischereipolitik - bis Juni 2013 soll das Herzstück der Reform beschlossen sein.
Ausgabe 1: Spanien - Meister der Überfischung
Spanien wird seinem zweifelhaften Ruf als Plünderer der Meere mehr als gerecht. Und für seine nicht immer ganz legalen Fischzüge auf lohnende Fänge wie Thunfisch oder Hai bekommt das Land sogar finanzielle Unterstützung von der EU. Mehr...
Ausgabe 2: Bis zum letzten Fisch? Die Absurdität der Tiefseefischerei
Die Tiefseefischerei ist ein Umweltskandal. Gleichzeitig ist sie ein Beispiel dafür, wie in der EU Steuergelder verschwendet werden. Denn diese Art der Fischerei ist teuer und unrentabel. Mehr...
Ausgabe 3: Plündern um jeden Preis - EU-Fischfang vor Westafrika
Wie Europäische Steuerzahler gigantische Fischfabrikschiffe, die vor Westafrika die Meere leerfischen, subventionieren. Statt auf nachhaltige Lösungen zu drängen, wird Überfischung weiter gefördert. Mehr...
Ausgabe 4: Italiens blaues Gold
In der italienische Sardinen- und Sardellenfischerei wird gefangener Fisch im Tonnenmaßstab über Bord gekippt, um den Marktpreis hochzuhalten.Die italienischen Behörden verschieben die Anteile der viel zu großen Fangflotte von einem Flottensegment in das Nächste, statt sie konsequent abzubauen. Mehr...
Ausgabe 5: Lobbyskandal: Englische Fischereipolitik unterwandert
Ein kleiner Kreis ausländischer Fischereibarone und einschlägiger Firmen bestimmt den Kurs von Englands mächtigster Fischereilobby. Unter ihnen sind auch Unternehmen, die längst für ihre illegalen und zerstörerischen Fischereimethoden bekannt sind. Mehr...
Wer in Europa nicht nur mit der Angel, sondern mit einem Kutter im großen Maßstab fischen will, kommt um die sogenannte Gemeinsame EU - Fischereipolitik nicht herum. Unter dem Dach Europas regelt sie, wer wann wo wie viel fangen darf.
Die bisherige Fischereipolitik gilt als gescheitert – sie hatte sich bisher vor allem an den Interessen der Industrie orientiert und die Belange des Meeresschutz vernachlässigt. Die Folge: schwindende Fischbestände durch Überfischung und hohen Beifang, umstrittene Fördergelder für die Großindustrie, Geschachere um Fangquoten – all dies zu Lasten der Meeresumwelt und der kleinen, nachhaltigen Fischer.