Japan schießt wieder Wale

Jagdsaison im Südpolarmeer

Japans Walfänger wetzen die Harpunen: Die Fangflotte des Landes will jährlich mehr als 300 Tiere erlegen – obwohl der Internationale Gerichtshof die Jagd in der Antarktis verbot.

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UPDATE vom 24.3.2016: Die japanische Walfängerflotte kehrte heute mit 333 Minkewalen zurück in den Hafen – der maximalen Anzahl von Tieren, die dieses Jahr von Japan erlegt werden dürfen. Greenpeace hat die Regierung aufgefordert, die für die nächsten 11 Jahre anberaumten Walfang-Expeditionen abzusagen: Der Walfang zu vermeintlichen Forschungszwecken sei unnötig und nicht mit den Beschlüssen des Internationalen Gerichtshofs in Einklang zu bringen.

2014 entzog der Internationale Gerichtshof Japan die Erlaubnis, weiterhin Wale zu erlegen, aus Zweifel am wissenschaftlichen Wert der Expeditionen. "Mit ihrem Vorgehen missachtet die japanische Regierung das internationale Völkerrecht“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe und Greenpeace-Experte für Wale. „Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs war eindeutig – der sogenannte wissenschaftliche Walfang ist nichts anderes als kommerzieller Walfang.“

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1.12.2016: Japan jagt wieder Wale. Die Regierung des Landes hat angekündigt, die Jagd auf die Meeressäuger in der Antarktis für die kommenden Monate wieder aufzunehmen. Unter dem Vorwand, wissenschaftliche Forschung zu betreiben, sticht die Fangflotte heute vom japanischen Shimonoseki aus in See.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte Ende März vergangenen Jahres eine Aussetzung von Japans sogenanntem wissenschaftlichem Walfang verfügt. Doch nur wenige Tage vor dem Auslaufen der Flotte legte Tokio der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen neuen minimal reduzierten Fangplan vor. Nach dem sollen im Vergleich zum früheren Programm 330 statt wie angekündigt 333 Minkewale zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden. Betrachtet man allerdings die Abschüsse vergangener Jahre, wird sich die Zahl der tatsächlich getöteten Wale nicht gravierend ändern. Protestaktionen von Greenpeace und anderen Organisationen hatten viele Wale vor den Harpunen der Jäger gerettet.

Richterspruch ignoriert

„Die Wiederaufnahme des Walfangprogramms ist ein Affront“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe und Greenpeace-Experte für Wale. „Japans Vorgehen ignoriert nicht nur die Entscheidung des höchsten Gerichtes, sondern auch die der Internationalen Walfangkommission“. Deren Wissenschaftsgremium hatte die japanischen Pläne noch im April dieses Jahres verurteilt.

Die japanische Regierung hatte dem vier Jahre währenden Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof ausdrücklich zugestimmt. Dort wurde untersucht, ob die Jagd tatsächlich wissenschaftlichen Kriterien entspricht. Das Gericht entschied dagegen.

Japan versicherte, sich an den Schiedsspruch halten zu wollen, und als im März 2014 das Urteil erging, ließen japanische Diplomaten zunächst verlauten, die antarktische Jagd würde eingestellt. Nur wenige Wochen später erklärte jedoch der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, die Jagd in den internationalen Gewässern des Südpolarmeers fortsetzen zu wollen.

Unterstützung aus Deutschland gefordert

Seit Bestehen des internationalen Walfang-Moratoriums wurden mehr als 13.000 Großwale in sogenannten Wissenschaftsprogrammen getötet. Dies lässt ein Passus der internationalen Konvention zur Regulierung des Walfangs ausdrücklich zu, formaljuristisch gibt es daher keine Handhabe gegen die japanische Jagd.

Maack fordert daher auch deutsche Unterstützung für den Schutz der Meeressäuger: „Die Bundesregierung muss sämtliche diplomatischen Möglichkeiten ergreifen, um die Wale des Südpolarmeers zu retten.“

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