Ein Artikel von Michelle Bayona

Mit dem U-Boot im Golf von Mexiko

Mehr als ein Dutzend Forschungsteams hat die Arctic Sunrise bereits in den Golf von Mexiko gebracht. Nach über zwei Monaten Expedition ist nun ein neuer Tourabschnitt gestartet: Mit einem U-Boot ausgerüstet geht Greenpeace den Folgen der Ölpest auf den Grund. Eine Messstation soll in den nächsten Monaten Aufschluss über die Auswirkungen des Öls auf die Tiefsee-Korallen geben.

  • /

Es sind große Mengen an Öl und chemischen Lösungsmittel ins Meer geflossen, so dass alles Lebendige hier dem Gift ausgesetzt wurde, auch die Korallen, berichtet John Hocevar von Greenpeace USA. Er hat mit einem U-Boot einen sogenannten benthic lander - eine Unterwasser-Mess-Station - positioniert.

Im kommenden Jahr werden die Wissenschaftler Steve Ross (University of North Carolina Wilmington) und Sandra Brooke (Oregon Institute of Marine Biology) die Container mit den Korallen wieder einholen und die Daten auswerten: Wie überleben Tiefsee-Korallen in einer sich schnell ändernden und stark verschmutzten Unterwasserwelt? Es ist aufregend, mit den Wissenschaftlern gemeinsam die Tiefsee zu erkunden, berichtet Hocevar. Während wir allmählich mehr über die Korallen herausfinden, müssen wir gleichzeitig erforschen, wie sie auf das Öl aus der Deepwater Horizon-Katastrophe reagieren.

Ölklumpen auf Ship Island

Sechs Monate nach dem Ölunfall im Golf sind immer noch knapp tausend Kilometer Küste - darunter zahlreiche Strände - betroffen. Der US-Wissenschaftler Rick Steiner hat gemeinsam mit Greenpeace Ship Island vor der Küste des Bundesstaates Mississippi besucht. Am Strand findet der Wissenschaftler dicke Ölklumpen - hunderte Kilometer vom Unglücksort entfernt. Er zeigt auf die dunklen Flecken im Wasser: Das alles sind Ölrückstände aus dem Unfall der Deepwater Horizon - und da draußen ist noch viel mehr. Er betont: Hier geht es nicht nur um die Ölklumpen am Strand - die Verschmutzung der Meeresumwelt bedroht die Fische, Vögel, Schildkröten und Delfine. Medienberichten zufolge sind immer noch 16.000 Arbeiter im Einsatz, um die Ölverschmutzungen zu bereinigen. Auch auf Ship Island haben die Aufräumarbeiten sechs Monate nach der Katastrophe gerade erst begonnen.

Die Expeditionstour im Golf

Greenpeace untersucht die Auswirkungen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Vor Ort untersuchen Greenpeace-Experten und unabhängige Wissenschaftler auf der Arctic Sunrise in einer Expeditionstour von August bis Oktober die Auswirkungen der Ölpest auf das Ökosystem.

Die Karte zur Expeditionstour in den Golf von Mexiko

So geht's: Klicken Sie auf die Punkte und Fotos, um mehr über die Tour zu erfahren.