Unsere Meere

Ozeane im Stress

Die Menschheit setzt durch Überfischung und Ausbeutung von Ressourcen nicht nur die Zukunft der Ozeane aufs Spiel, sondern auch die eigene.

Ozeane spenden Leben

Jeden zweiten Atemzug, den wir tun, verdanken wir dem Meer. Doch unser letztes großes Gemeineigentum haben wir selbst aus dem Gleichgewicht gebracht. 

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Unser Hunger nach Fisch, die Gier nach Öl und Gas auf dem Meeresgrund, die Belastung durch Schadstoffe sowie die Vermüllung haben Spuren hinterlassen. Greenpeace dokumentiert seit Jahrzehnten die fortschreitende Zerstörung des größten Lebensraums auf unserem Planeten und kämpft weltweit für die Erholung und den Schutz der Meere. 

Wasser ist Leben

Oberflächlich betrachtet, sind rund 70 Prozent der Erde von Ozeanen bedeckt. Rechnet man ihr Volumen bei durchschnittlich 3.900 Metern Meerestiefe mit ein, stellen sie über 90 Prozent des gesamten Lebensraumes auf unserem Planeten. Für alle an Land lebenden Arten sind die Ozeane Lebenselixier: Das pflanzliche Plankton in den Meeren produziert durch Photosynthese rund drei Viertel des Sauerstoffs, den wir atmen. Die mikroskopisch kleinen Algen sind zudem die Nahrungsgrundlage für alles Leben im Meer. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette.

Lebensraum voller Kontraste

Die meisten Pflanzen und Tiere im Meer brauchen Sonnenlicht und leben deshalb in den oberen Wasserschichten. Mit zunehmender Tiefe nimmt das Licht ab, und der Druck steigt. In 1.000 Metern Tiefe ist es stockdunkel, und der Druck der Wassersäule beträgt 101 bar. Das heißt, auf dem Körper eines Lebewesens - oder auch auf Bauteilen einer Tiefsee-Ölplattform - lastet ein Gewicht von 101 Kilo pro Quadratzentimeter. Selbst unter solch extremen Bedingungen existiert noch vielfältiges Leben. Unter dem Motto "Not macht erfinderisch" liefert der Tiefsee-Anglerfisch ein gutes Beispiel. Da er potenzielle Beutetiere nicht sehen kann, lockt er sie mit einem Trick an: Oberhalb seines Mauls sitzt eine Art Angel mit einem Leuchtorgan aus biolumineszenten Bakterien. Angezogen von dem seltsamen Licht in der Finsternis, kommt der eine oder andere Tiefseebewohner angeschwommen – und geht in die Falle.

Ozeane regulieren das Klima

Wasser hat die Fähigkeit, große Wärmemengen aufzunehmen und nur langsam und gleichmäßig wieder abzugeben. So gleichen die Weltmeere extreme Temperaturschwankungen auf der Erde aus. Von der Sonnenenergie, die Tag für Tag unseren Planeten erreicht, nehmen die Ozeane doppelt so viel auf wie Land oder Luft. Je nach Intensität und Dauer der Sonneneinstrahlung und je nachdem, wie viel Süßwasser die Flüsse ins Meer transportieren, variieren die Temperatur und der Salzgehalt bestimmter Regionen der Weltmeere. Temperatur und Salzgehalt wiederum bestimmen die Dichte des Wassers.

Kaltes salziges Wasser besitzt eine hohe Dichte, ist also vergleichsweise schwer und sinkt in die Tiefe. Warmes Wasser ist leichter und bleibt an der Oberfläche. So entstehen starke Umwälzungen und Strömungen im Meer. Wie gigantische Fließbänder kreisen warme und kalte Wassermassen ständig um die Erde und beeinflussen das Klima auf allen Kontinenten.

 

Nachrichten

23.06.2014

Island, das Land der Elben, Trolle - und Walfänger. Dass das nicht passt, findet nicht nur die isländische Tourismusbranche. Und dennoch tötet die Walfangindustrie jetzt wieder Finnwale.

12.06.2014

Das oberste niederländische Gericht hat entschieden: Greenpeace-Aktivisten haben, als sie Steine in der niederländischen Nordsee versenkten, gegen kein Gesetz verstoßen.

Häufig gestellte Fragen

Stimmt es, dass es in den Meeren eine historische Krise gibt?

Ja. Und die Wissenschaft bestätigt dies leider. Bereits bei der RIO+10 Konferenz in Johannesburg 2002 hielten die Staatschefs fest, dass die beiden hauptsächlichen Negativfaktoren für den schlechten Meeresumweltzustand die Folgen des Klimawandels und die Zerstörungen durch die Fischerei sind. Außerdem gelangen jährlich bis zu 80 Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer.

Was bedeutet der Klimawandel für die Zukunft der Meere?

Die Meere sind Opfer des Klimawandels. In den Zukunftsszenarien des Weltklimarates (IPCC) wird ein Meeresspiegelanstieg vorhergesagt. Die Jahresmitteltemperatur wird sich erhöhen, und Meeresströmungen ihren Verlauf.

Wieso sind die Meere salzig? Und wieso ist die Ostsee weniger salzig als die Nordsee?

Seit Jahrmillionen tragen die Flüsse Salze vom Festland in die Meere. In die Ostsee wird von den Flüssen aber wesentlich mehr Süßwasser eingetragen als salziges Atlantikwasser über die tiefen dänischen Seebecken. Der Salzgehalt in der Ostsee nimmt deswegen auch von West nach Ost ab.

Wie tief sind die Meere?

Die tiefste Stelle ist über 11.000 Meter tief. Durchschnittlich liegt die Wassertiefe unserer Ozeane bei circa 3.900 Metern.

Und was lebt in dieser Tiefsee?

Die Artenvielfalt der Tiefsee ist  groß, Krebse, viele Fisch- und Tintenfischarten aber auch große Kaltwasserkorallenriffe existieren dort. Wissenschaftler schätzen, dass die Fläche, die von Kaltwasserkorallen  besiedelt ist, die tropischer Korallenriffe bei weitem übersteigt.

Forderungen

  • Eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Nutzung der Meere
  • Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das 40 Prozent der Ozeane ausmacht
  • Sofortiges Verbot jeglicher Art der Tiefseeausbeutung auf der Hohen See.

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