La Ola gegen Adidas

Rund um den Globus fordern Greenpeace-Aktivisten Adidas auf, seiner Verpflichtung nachzukommen und endlich giftfrei zu produzieren.

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Die Ehrenamtlichen protestieren in insgesamt 35 Städten in zehn Ländern. Auch in Deutschland klären sie Passanten und Adidas-Mitarbeiter über die Freisetzung gefährlicher Chemikalien in der Produktion von Adidas Sportklamotten auf. „Statt immer nur neue Farben und Designs auf den Markt zu bringen, sollte Adidas endlich anfangen, saubere Schuhe zu produzieren“, sagt Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace.

Größte digitale La-Ola-Welle

Die Greenpeace-Aktivisten rufen dazu auf, sich dem weltweiten Protest anzuschließen und Teil der Detox-Welle zu werden. Mit einer Smartphone-App können auch Sie Teil der Bewegung werden. Das geht ganz einfach: man muss sich nur selber Filmen. Aus den vielen einzelnen Videos soll dann die größte digitale La-Ola-Welle entstehen. Wie man ein #DetoxWave Video selber macht, kann man sich auch hier genauer ansehen.

Adidas stellt sich selbst ins Abseits

"Adidas erwartet Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit WM-Produkten. Was die Firma den Fans nicht sagt: Viele Schuhe und Handschuhe werden unter Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien hergestellt. Sie vergiften die Gewässer in den Produktionsländern. Es ist Zeit für eine rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln", so Santen.

Im aktuellen Produkttest „Rote Karte für Adidas“ enthielten 17 von 21 Fußballschuhen ionische PFC, darunter auch PFOA. Diese Chemikalie ist besonders gefährlich, denn sie kann das Immunsystem oder das Fortpflanzungssystem schädigen oder zu Erkrankungen der Schilddrüse führen.

PFOA sind bisher gesetzlich nicht reguliert. Ab Juni 2014 gilt in Norwegen allerdings der Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Quadratmeter. Der Adidas "Predator"-Fußballschuh lag im Test mit fast 15 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter erheblich über dem Adidas-eigenen Grenzwert, auch der ‚Predator‘-Torwarthandschuh lag im Test mit 2 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter  über dem Grenzwert. Ebenfalls schlecht schnitt der Nike Fußballschuh „Tiempo“ ab, mit 5,9 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter.

Umweltfreundliche Alternativen gefragt

Mit der internationalen Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Untersuchungen von Greenpeace belegen seit 2011, dass Chemikalien aus Textilfabriken das knappe Trinkwasser in den Herstellungsländern, vor allem in Asien, verseuchen. Adidas, Nike und Puma waren die ersten, die sich vor drei Jahren zu einer giftfreien Produktion verpflichteten.

Die aktuellen Greenpeace Tests beweisen, dass die Schritte dahin viel zu zaghaft sind. Gleichzeitig haben Firmen wie H&M oder Mango bereits mit der Entgiftung begonnen. Auf der internationalen Detox-Catwalk-Webseite, einem Ranking von Modemarken, schneidet Adidas deshalb besonders schlecht ab. „Adidas muss endlich in die Offensive gehen, statt sich hinter leeren Versprechen zu verstecken,“ fordert Santen den Sportartikelhersteller auf.
 

Publikationen

Rote Karte für Sportmarken

Eine Studie ergab, dass die Fußballschuhe und Torwarthandschuhe der WM-Kollektionen der Sporthersteller Adidas, Nike und Puma eine ganze Reihe gefährlicher Chemikalien enthalten.

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Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

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