Jetzt spenden
Aktivisten demonstrieren mit umdekorierten Autos zu Klimaschweinen, November 2008
Paul Langrock / Greenpeace

Freie Fahrt ins Klimachaos

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Abwrackprämie soll mit einer Finanzspritze von 2.500 Euro einen Anreiz für den Neuwagenkauf schaffen. Auf den ersten Blick vielleicht gut für die Verbraucher - aber schlecht für das Klima. Denn die Prämie ist an keinerlei Bedingungen gekoppelt, die dem Klimaschutz zu Gute kommen. Die Abwrackprämie belohnt die Verschrottung eines Kleinwagens auch beim Neukaufs eines Spritfressers.

Während Barack Obama den Klimaschutz zur Chefsache macht, rudert die Klimakanzlerin industriehörig zurück. Frau Merkel hat sich einmal mehr von der Autolobby über den Tisch ziehen lassen. Die Bundesregierung versucht, dem Absatzförderprogramm für die Automobilindustrie ein grünes Deckmäntelchen umzuhängen., sagt der Verkehrsexperte von Greenpeace Marc Specowius.

Lange wurde um die Reform der Kfz-Steuer gerungen. Ursprünglich sollte sie an die CO2-Emissionen des Fahrzeugs geknüpft werden, um eine ökologische und verbraucherfreundliche Wirkung nach sich zu ziehen: Sparsame Autos sollten steuerlich begünstigt und dadurch gefördert werden.

Herausgekommen ist ein fauler Kompromiss: Die Besteuerung soll sich zukünftig nur zu einem Teil nach dem Kohlendioxid-Ausstoß richten, zum anderen ist die Größe des Hubraums ausschlaggebend. Damit aber werden Spritfresser nur minimal mehr zur Kasse gebeten als bisher. So zahlt man für einen spritschluckenden Luxusgeländewagen Audi Q7 mit einem Verbrauch von über 13 Litern sogar keinen Cent mehr Steuern.

Fatal ist, dass weiterhin kein Druck auf die Automobilindustrie ausgeübt wird, sparsame und klimafreundliche Autos zu bauen. Die Modelle der deutschen Autohersteller gehören zu den schwersten und durstigsten in Europa. Sie schlucken im Schnitt mehr als sieben Liter auf 100 Kilometer - und das, obwohl die Hersteller sich verpflichtet hatten, den Durchschnittsverbrauch bis 2008 auf 5,8 Liter zu senken.

Die deutsche Autoindustrie hat jahrelang auf die falschen Modellpolitik gesetzt. Nun hat sie mit Absatzeinbußen zu kämpfen, weil die Produkte nicht verbraucher- und umweltfreundlich sind. Anstatt Anreize für eine zukunftsfähige Modellpolitik der deutschen Autoindustrie zu schaffen, wird ein verstaubter Industriezweig von vorne bis hinten geschützt., kritisiert Specowius.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Frankreich: Während man dort für klimaschädliche Geländewagen 2.000 Euro Klima-Aufschlag zahlen muss, bekommt man in Deutschland für denselben Wagen 2.500 Euro vom Staat geschenkt. Nicht zu vergessen ist die im ersten Konjunkturpaket beschlossene KFZ-Steuerbefreiung für Fahrzeuge, die bis Ende Juni 2009 zugelassen werden. Hier profitieren vor allem Spritfresser.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/klimanotstand

Klimanotstand jetzt!

Klimanotstand jetzt! Bundeskanzler Merz muss uns gegen Hitze, Flut und Dürre schützen: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, mehr Naturschutz und finanzielle Hilfe für Städte und Kommunen.

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Gruppe von Jugendlichen auf historischem Platz schützen sich mit Regenschirmen vor der Sonn

Mehr zum Thema

Portrait von Roda Verheyen

Roda Verheyen bekommt Umweltpreis

Mit unkonventionellen Klagen kämpft die Rechtsanwältin Roda Verheyen, auch mit Greenpeace, für mehr Klimaschutz auf dem Rechtsweg. Dafür hat sie am 25. Oktober den Deutschen Umweltpreis bekommen.

mehr erfahren über Roda Verheyen bekommt Umweltpreis
Protest at Petersberg Climate Dialogue in Berlin

Alles zur Weltklimakonferenz COP31

Internationale Klimapolitik ist gerade schwierig – was kann die Klimakonferenz in Antalya da liefern? Die Klimakrise drängt: Werden neue Staaten vorangehen und den Weltmarkt klimafreundlich gestalten?

mehr erfahren über Alles zur Weltklimakonferenz COP31
Zwei große Bilder nebeneinander auf einem Lkw: eines düster „Power the apocalypse“, das andere mit Windrad „Power the future“.

Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms

Eine Greenpeace-Analyse zeigt: Der Aufstieg des Chipkonzerns Nvidia geht mit massiv steigenden CO2-Emissionen einher. Greenpeace-Aktive protestierten bei einer Konferenz in Berlin.

mehr erfahren über Nvidia: Die Klimakosten des KI-Booms
Floods in Homa Bay County in Kenya

Riesige Klimaschäden durch Superreiche

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt: Die größten Klimaschäden der Superreichen entstehen nicht nur durch Privatjets und Luxusvillen, sondern durch Beteiligungen und Finanzanlagen.

mehr erfahren über Riesige Klimaschäden durch Superreiche
Klimaland Bavaria 2040 - Keep the word- Protest Munich

Klimaziel Bayern in Gefahr

Große Klappe, nix dahinter: Söder und Aiwanger wollen nicht mehr, dass Bayern bis 2040 klimaneutral wird, ein entsprechendes Gesetz wird eingebracht. Greenpeace zeigt mit einer neuen Berechnung die Folgen, die dieses Gesetz hätte.

mehr erfahren über Klimaziel Bayern in Gefahr
Ein kleiner Schatten eines Straßenbaums auf versiegeltem Boden

Mehr Raum für Stadtnatur

Verformte Straßenbahngleise, Tropennächte, Unwetter – das sind nur ein paar Folgen des Hitzesommers in Deutschland. Greenpeace zeigt, wie sich Städte besser schützen können.

mehr erfahren über Mehr Raum für Stadtnatur