Extreme Dürre in den USA

In großen Teilen Nordamerikas verdorren Maisfelder, trocknen die Seen und Flüsse aus und die Tiere verenden. Es ist eine extreme Dürre, wie sie Amerika seit 50 Jahren nicht mehr erlebt hat. US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack hat in 29 Bundesstaaten den Notstand ausgerufen, 38 Prozent der Maisernte ist schlecht, 30 Prozent der Sojaernte ist betroffen, Viehzüchter haben kein Wasser für die Tiere.

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Nach Aussagen von US-Meteorologen kann die Dürre bis Oktober oder sogar bis Ende des Jahres anhalten. Die USA erleben die wärmste Periode (Juli 2011 – Juni 2012) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der NOAA (Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten).

Erinnerungen an die sich wiederholenden Dürrejahre der 30er werden wach. Damals waren durch andauernde Trockenheit und starker Bodenerosion große Teile Amerikas von verheerenden Staubstürmen betroffen.

Getreidepreise steigen in die Höhe

Die Folgen der Dürre sind auf den internationalen Getreidemärkten zu spüren. Der Weizenpreis ist bereits um 50 Prozent gestiegen. Dies liegt auch daran, dass in den für den Weizenexport wichtigen Ländern Russland und Kasachstan ebenfalls verminderte Ernteerträge zu erwarten sind. Während die meisten US-Farmer gegen Ernteausfälle versichert sind, verschärfen die gestiegenen Welthandelspreise den Hunger in armen Ländern, die auf Lebensmittelimporte angewiesen sind.

Auch die Preise vom Mais und Reis schnellten in den vergangenen Monaten massiv in die Höhe. Bereits mehr als ein Drittel der Maispflanzen sind in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Hitzeresistenter Genmais ist Wunschtraum und Heilsversprechen der Genindustrie. Bereits die Hälfte der Anbaufläche in Amerika besteht aus Genmais. Doch die Dürre macht auch vor dem genetisch manipulierten Mais nicht halt.

Hitzewellen und Dürren als Folgen der Klimaerwärmung

Eine aktuelle Studie vom renommierten amerikanischen Klimaforscher James Hansen kommt zu dem Ergebnis, dass Hitzewellen und extrem heiße Sommer als Folge der Klimaerwärmung immer wahrscheinlicher werden. Zwar kann ein Einzelereignis niemals als Beweis für die Klimaerwärmung gelten, da die natürlichen Variationen beim Wetter einfach zu hoch sind. Hansen argumentiert aber, dass es wie bei einem gezinkten Würfel ist. Untersucht man eine ganze Reihe von Ereignissen, fällt auf, dass heiße Sommer immer häufiger auftreten.

Die Klimaforscher warnen zudem vor einem besorgniserregenden Resultat: Es gibt eine ganz neue, noch nie dagewesene Kategorie von extrem heißen Sommern. Es sind Ausreißer wie die Hitzewellen 2003 in Europa, 2010 in Russland und 2011 in Texas.

Untermauert werden diese Aussagen auch von dem IPCC-Report über Klimaextremereignisse (SREX), der im März dieses Jahres erschienen ist. Im Report warnen die Wissenschaftler vor drei Arten von Extremereignissen in Folge der Klimaerwärmung: Die Zunahme von Wetterextremen, die Zunahme von Schäden durch Wetterextreme und neuartige Extremereignisse.

Die Amerikaner spüren zunehmend die Auswirkungen der globalen Erwärmung am eigenen Leib. Selbst den etablierten Klimaskeptikern, die viel Geld von ExxonMobil und der Koch-Foundation bekommen haben, um die Klimaerwärmung in Abrede zu stellen, fällt das Leugnen zunehmend schwerer. In der aktuellen Situation, nimmt ihnen keiner mehr ab, dass sich die Erde nicht erwärmt. Dazu kommen die Studien der US-Wissenschaftler, die die globale Erwärmung eindeutig belegen können.

Sogar ExonMobil-Chef Rex Tillerson sah sich gezwungen auf einer Diskussionsveranstaltung am Council on Foreign Relations einzuräumen, dass die globale Erwärmung stattfindet. Seine Schlussfolgerung ist allerdings, dass sich die Amerikaner anpassen sollen. Für die technologiefixierten Amerikaner ist dies eine willkommene Ausrede. Denn in dem Energie-Hochverbrauchsland Amerika traut sich niemand den eigenen energieintensiven Lebensstil in Frage zu stellen.

(Autor: Karsten Smid)

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