Ein Artikel von Sara Westerhaus
Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen das geplante Atomkraftwerk

E.on hält an Atomplänen in Finnland fest

Am Standort des von E.on geplanten Atomkraftwerkes im finnischen Pyhäjoki haben heute 35 Greenpeace-Aktivisten gegen das Projekt demonstriert. Die Umweltschützer entrollten zwei 30 mal 3 Meter große Banner mit der Aufschrift Ei ydinvoimaa und Keine Atomkraft.

  • /

E.on ist mit 34 Prozent der Hauptanteilseigner des Reaktors, der auf einer Landzunge im Bottnischen Meerbusen geplant ist.

E.on sollte aus diesem atomaren Irrsinns-Projekt sofort aussteigen. Der AKW-Neubau ist gefährlich und ökonomisch unsinnig sagt Tobias Riedl, Atomexperte bei Greenpeace. Trotz der rasanten Entwicklung bei den Erneuerbaren Energien an einem solch riskanten Atom-Projekt festzuhalten, zeigt, dass E.on der Realitätssinn abhanden gekommen sein muss.

E.on lässt trotz zahlreicher Widerstände nicht von dem Projekt ab

Trotz erheblicher Risiken und Probleme, die das Vorhaben in sich trägt, verfolgt E.on das Nuklearprojekt eisern. Erst vor knapp einer Woche waren sechs Unternehmen, die knapp zehn Prozent der Anteile besaßen, ausgestiegen. Hauptgrund waren vermutlich die bereits jetzt dramatisch steigenden Kosten für den Reaktor. Bislang hat sich kein Finanzier gefunden, der die entstandene Lücke füllen will.

Wenige Wochen zuvor war bekannt geworden, dass der Baubeginn sich verzögern wird. Eigentlich sollten die ersten Infrastrukturarbeiten bereits in diesem Jahr beginnen. Nun ist von 2014 die Rede. Der Grund sind Einwände der lokalen Bürgerinitiative Pro Hanhikivi gegen den Landnutzungsplan.

Weitere Verzögerungen kündigen sich bereits an. E.on ist nicht im Besitz aller für den Atomkraftwerksbau benötigten Grundstücke - und die Besitzer sind nicht bereit, zu verkaufen. Ein Enteignungsverfahren würde eine weitere erhebliche Verzögerung bedeuten.

Aktuelle Publikationen zum Thema

Die Atomkraft ist eine gefährliche Risikotechnologie. In Deutschland sollen zwar bis 2022 alle Atommeiler abgeschaltet werden. Doch die Probleme sind auch danach nicht gelöst: Die Reaktoren müssen abgebaut, der strahlende Müll muss sicher gelagert werden. Und andere Länder machen wider besseren Wissens weiter.
Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl hat ganze Regionen auf Jahrhunderte unbewohnbar gemacht, die Gesundheit vieler Menschen wurde auf Generationen zerstört. Umso verstörender ist, in welchem Maße Institutionen wie IAEO und WHO diese gesundheitlichen Folgen herunterspielen. Greenpeace beauftragte Wissenschaftler, vorhandene Studien zu den Folgen der Katastrophe zu sichten und ihre Ergebnisse zusammenzustellen. Das Ergebnis erschien 2006.

Themenfinder

Unser Themenfinder rechts führt Sie zu weiteren interessanten Inhalten aus dem aktuellen von Ihnen gewählten Thema.