Ein Artikel von Simone Miller

Schadstoffe in G-Star-Produkten

In Handschuhen und einer Wildlederjacke von G-Star hat Greenpeace krebserregende Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) weit über dem gesetzlichen Grenzwert festgestellt. Das niederländische Textilunternehmen will die betroffenen Produkte aus dem Verkauf nehmen.

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Handschuhe und Wildlederjacke hat Greenpeace im Rahmen eines größeren Textilien-Tests in einem Berliner Geschäft und im Onlinehandel gekauft. Die G-Star-Untersuchung veröffentlichen wir vorab, da alarmierend hohe Konzentrationen von PFOS gemessen wurden.

PFOS ist eine wasser- und schmutzabweisende Chemikalie mit krebserregenden und fortpflanzungsschädigenden Eigenschaften. G-Star hat sich im Januar gegenüber Greenpeace verpflichtet, bis Ende 2014 alle perfluorierten Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. Die internationale Detox-Kampagne von Greenpeace hat bisher 17 Unternehmen - darunter Zara, H&M, C&A, Marks & Spencer, Adidas und Nike - von einer giftfreien Produktion überzeugt.

"Greenpeace kontrolliert, ob die Firmen ihre Verpflichtungen erfüllen", sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. "Alle umwelt- und gesundheitsgefährdenden Chemikalien müssen aus der Textilproduktion verschwinden."

Die G-Star-Testergebnisse hat Greenpeace am Montag bei den zuständigen Behörden angezeigt. Der Hersteller versicherte gegenüber Greenpeace, dass die betreffenden Kleidungsstücke nicht mehr verkauft werden. Der Verkaufstopp gelte für alle G-Star Filialen und Verkaufsstellen.

In einer Probe von Winterhandschuhen ("Welch Gloves") sowie in einer Wildlederjacke ("Marc Newson suede jacket ") wurde der gesetzliche Grenzwert für PFOS (Perfluoroktansulfonat) erheblich überschritten. Bei den Handschuhe wurde eine PFOS-Konzentration von 5,85 µg/m² festgestellt, bei der Jacke eine PFOS-Konzentration von 3,65 µg/m². Für PFOS in Textilien und Lederprodukten gilt ein Grenzwert von 1 µg/m² nach EU-Recht. Der Grenzwert wurde in die deutsche Chemikalien-Verbotsverordnung übernommen.

PFOS ist persistent, bioakkumulierbar und toxisch (PBT). Im Tierversuch besitzt PFOS lebertoxische, krebserregende und reproduktionstoxische Eigenschaften. PFOS zählen zur Gruppe der per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC).

In der Textilbranche werden sie bei der Herstellung von fluorierten Polymeren verwendet, mit denen Textil- und Lederprodukte sowohl wasser- als auch schmutzabweisend ausgerüstet werden. PFOS kann als Nebenprodukt bei der Herstellung von fluorierten Polymeren entstehen. Studien zeigen, dass sich viele PFC in der Umwelt nicht abbauen, im Körpergewebe anreichern und über die Nahrungskette aufkonzentriert werden.

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Je teurer die Marke, desto besser? Von wegen. Im Rahmen der Detox-Kampagne hat Greenpeace Kinderkleidung internationaler Modemarken auf gefährliche Chemikalien getestet.
Outdoor-Marken werben mit unberührter Natur und nachhaltigen Produkten. Gleichzeitig sind die Firmen mitverantwortlich, dass sich gefährliche Chemie bis in die letzten Winkel der Erde ausbreitet. Eine Farce.

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