Jetzt spenden
Gefangener Minkewal, Japan
Robin Culley / Greenpeace

Internationale Walfangkommission lehnt Japans Walfang-Antrag ab

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

„Die IWC hat richtig entschieden!“, freut sich Thilo Maack, Biologe und Greenpeace-Experte für Meere. „Der japanische Walfang hat mit glaubwürdiger Forschung nichts zu tun. Bis heute hat dieses angebliche Walforschungsprogramm keine anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnisse hervorgebracht.“ Maack kämpft seit über 15 Jahren als Greenpeace-Mitarbeiter und -aktivist für den Schutz der sanften Riesen.

Entgegen des weltweiten Walfangverbots von 1986 machen nur drei Staaten Jagd auf Wale: Island, Norwegen – und Japan. Die japanische Walfangindustrie nutzte bisher ein Schlupfloch: Sie berief sich darauf, Wale zu Forschungszwecken zu erlegen. Mehr als 10.000 Großwale in der Antarktis fielen seitdem den japanischen Harpunen zum Opfer.

Waljagd in der Antarktis kann keinerlei Forschungszwecken dienen

Doch im vergangenen Jahr hatte erstmals der Internationale Gerichtshof in Den Haag dem japanischen Wissenschaftswalfang einen Strich durch die Rechnung gemacht und ein Verbot ausgesprochen. Das höchste Gericht kam im März 2014 zu dem Schluss, die Waljagd in der Antarktis könne keinerlei Forschungszwecken dienen.

Japans Walfänger blieben jedoch stur. Sie überarbeiteten ihre Walfangpläne und reichten bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen neuen Zwölf-Jahres-Plan ein. Demnach sollten ab der Saison 2015/16 jährlich 333 Minkewale geschossen werden. Mit der Neuauflage dieses Plans sind sie nun bei einer Arbeitsgruppe der IWC ebenfalls gescheitert. Diese Entscheidung hat formaljuristische keine Folgen, stärkt jedoch das Urteil des Internationalen Gerichtshof. Mai 2015 soll der Wissenschaftsausschuss der IWC endgültig entscheiden. 

„IWC soll Wandel von Walfang- zu Walschutzkommission vollziehen“

Doch Japan hat den Walfang noch längst nicht zu den Akten gelegt. Im Anschluss an die jüngste IWC-Entscheidung betonte ein Vertreter der Fischereibehörde, am Walfang festzuhalten. Den abgelehnten Vorschlag wolle man nur gering verändern. „Walfang gehört ins Geschichtsbuch!“, fordert Thilo Maack. „Das muss endlich auch die japanische Regierung einsehen und aus dem Walfang aussteigen. Damit könnte auch die IWC endlich den zeitgemäßen Wandel von einer Walfang- zu einer Walschutzkommission vollziehen und sich den drängenden Problemen zuwenden, die die Meeressäuger heutzutage bedrohen: Klimawandel, Unterwasserlärm und Plastikmüll.“

Die Unterstützung in der japanischen Bevölkerung für die Waljagd sinkt bereits – und damit auch die Verkaufszahlen für Walfleisch. Stattdessen lassen Medienberichte darauf schließen, dass sich immer mehr Menschen im Land für den Schutz der einzigartigen Meeressäuger einsetzen. Erst in der vergangen Woche versuchten japanische Helfer, einer Gruppe von über hundert Breitschnabel-Delfinen zurück ins Meer zu helfen. Die Tiere waren 60 Meilen nordöstlich von Tokio gestrandet.

  • Minkewal

    Leben in Gefahr?

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/tiefsee

SOS für die Tiefsee

In der Tiefsee soll Unfassbares passieren: Für den Abbau von Metallen und seltenen Erden soll der Meeresgrund durchfräst und so einzigartige Ökosysteme zerstört werden. Fordern Sie die Bundesregierung auf, sich klar für ein Moratorium auszusprechen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
SOS Tiefsee

Mehr zum Thema

Zwei Aktive von Greenpeace mit Banner "Stoppt den Tiefseebergbau" und pinker Krake vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Raubbau an der Tiefsee

Bei der ISA-Vollversammlung 2025 herrschte beim Tiefseeschutz Blockade statt Bewegung. Statt endlich einen überfälligen Schritt in Richtung Tiefseeschutz zu gehen, hat die ISA ihre Verantwortung erneut vertagt.

mehr erfahren über Raubbau an der Tiefsee
Greenpeace-Meeresexpertin Franziska Saalmann mit Fernglas auf der Schiffsbrücke

Einsatz für Tiefseeschutz

Erneut war Greenpeace mit dem Schiff Witness in der Arktis unterwegs, um das von Norwegen für Tiefseebergbau vorgesehene Gebiet zu untersuchen und sich für seinen Schutz einzusetzen.

mehr erfahren über Einsatz für Tiefseeschutz
Walflosse ragt aus dem Ozean

Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf

Die Norwegische See ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Nach starkem Protest stellt Norwegen seine Tiefseebergbau-Pläne vorerst ein. Dies ist auch ein wichtiger Erfolg für die Wale der Arktis. Ihr Schutz ist dennoch noch nicht dauerhaft gesichert.

mehr erfahren über Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf
Ground Mural to celebrate Global Ocean Treaty in Berlin

Globaler Ozeanvertrag

Mit einer Kunstaktion feiert Greenpeace das Inkrafttreten des UN-Hochseeschutzabkommens am 17. Januar 2026 – ein Meilenstein und Auftrag an Deutschland.

mehr erfahren über Globaler Ozeanvertrag
Greenpeace projiziert Botschaften von Menschen aus aller Welt auf den Svea-Gletscher in Spitzbergen. Mit Videos fordern Prominente wie der schwedische Schauspieler Gustaf Skarsgård und die südafrikanische Schauspielerin Amanda du-Pont den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre auf, die Pläne für den Tiefseebergbau in den arktischen Gewässern Norwegens zu stoppen.

Tiefseebergbau in der Arktis?

Ein Erfolg für die Artenvielfalt: Norwegen legt Tiefseepläne auf Eis bis Ende 2029.

mehr erfahren über Tiefseebergbau in der Arktis?
The Marine Biodiversity of Batu Rufus Dive Site, Raja Ampat

Ein tropisches Farbenparadies stirbt

Die prächtige Welt der Korallenriffe ist bedroht: Durch die Erderhitzung kollabieren die empfindlichen Riffe. Mit ihnen verschwindet ein unverzichtbares Ökosystem.

mehr erfahren über Ein tropisches Farbenparadies stirbt