Presseerklärung

Greenpeace überreicht Tausende Protest-Unterschriften an kanadische Botschaft

Robbenjagd: Deutsche wollen auf Kanada-Urlaub verzichten

Greenpeace hat die viertägige Mahnwache in den vier größten deutschen Städten gegen das Robbentöten in Kanada heute beendet. Zum Abschluss der Mahnwache demonstrierten die Umweltschützer am Mittag mit einem 350 Meter langen Banner, bedruckt mit über 300.000 stilisierten Robben vor der kanadischen Botschaft in Berlin. Dazu wurden Tausende von Protestunterschriften aus München, Berlin, Köln und Hamburg an den kanadischen Botschafter übergeben. Die Unterzeichner erklärten gleichzeitig, Kanada so lange als Urlaubsland zu meiden, bis das Töten der Robben ein Ende habe.

Die kanadische Regierung setzt durch das Festhalten an der grausamen Robbenjagd einen wichtigen Wirtschaftsfaktor aufs Spiel, sagt Greenpeace-Meeresbiologin Andrea Cederquist. Während deutsche Urlauber im vergangenen Jahr rund 240 Millionen Euro in Kanada ausgegeben haben, brachte die blutige Jagd auf Robben nur etwa zehn Millionen Euro ein, weniger als 0,1 Prozent des Bruttosozialprodukts der Provinz Neufundland. Wenn Touristen das Land nun wegen der brutalen Jagd meiden, wären die Folgen für Kanada gravierend, fügt Cederquist hinzu.

In den vergangenen vier Tagen hatten Greenpeace-Aktivisten in Berlin, Hamburg, Köln und München an zentralen Plätzen eine Mahnwache gehalten. Dabei präsentierten sie ein je vier Meter hohes Triptychon (dreiteiliges Bild) mit Szenen der Jagd. Insgesamt wurden dabei über 7000 Unterschriften gegen das Robbenschlachten gesammelt.

2003 wurden von der kanadischen Regierung bis zum Jahr 2005 insgesamt über eine Million Robben zur Jagd freigegeben. Das sind pro Jahr durchschnittlich 350.000 Tiere. Dies ist mit Abstand die größte Massentötung von Meeressäugern weltweit. Die Tiere werden mit Keulen zu Tode geprügelt oder mit Gewehren erschossen und anschließend gehäutet. Rund 30 Prozent der Tiere leben aber noch, wenn ihnen bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird, ergaben Untersuchungen von Tierärzten und Umweltschützern.

Der Protest von Greenpeace richtet sich ausdrücklich nicht gegen die traditionelle Jagd der Ureinwohner Kanadas und Grönlands zur Deckung ihres Eigenbedarfs.

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