Presseerklärung

Greenpeace fordert im Vorfeld der IAA von Kanzler Schröder ein Gesetz für Dieselrußfilter

Ohne Gesetz nimmt die Schweinerei kein Ende

Berlin, 5.9.2003 – Ein Greenpeace-Aktivist mit Gerhard Schröder-Maske und Richter-Robe bekleidet sitzt seit heute Morgen um zehn Uhr auf dem Zaun des Bundeskanzleramts. Er hält zwei Haken in Paragrafen-Form in der Hand. An ihnen baumeln zwei rosa Holzschweine mit den Firmenzeichen von DaimlerChrysler und VW. Über der Kanzler-Figur hängt ein Transparent mit der Aufschrift: "Kanzler! Nimm die Diesel-Schweine an die §-Leine!" Damit fordern die Umweltschützer den Bundeskanzler auf, endlich Gesetze zu schaffen, die die Autoindustrie verpflichten, in alle PKW serienmäßig Rußfilter gegen gefährlichen Dieselruß einzubauen und Nachrüstsysteme für Gebrauchtwagen anzubieten.

“Autohersteller wie DaimlerChrysler und VW machen weiter wie bisher und nehmen lieber 8000 Dieselrußtote pro Jahr in Kauf, anstatt die Menschen vor der schwarzen Gefahr zu schützen,” sagt Greenpeace-Experte Günter Hubmann. Keiner der Autohersteller hat im Vorfeld der IAA angekündigt, Rußfilter serienmäßig in alle Fahrzeugmodelle einzubauen.

Die Konzerne bauen nur Rußfilter in Modelle ein, die sonst nicht die neue Abgasnorm Euro 4 erreichen würden. Die Euro 4-Norm tritt Anfang 2005 in Kraft. Die Rußminderung, die heute technisch machbar ist, wird in der Euro 4-Norm nicht berücksichtigt. Hubmann: "Die paar Filter, die sie einbauen wollen, lösen das Problem nicht. Alle Käufer von kleineren Fahrzeugen sollen einen Aufpreis für einen Filter bezahlen - bei DaimlerChrysler beispielsweise 580 Euro."

Die serienmäßige Ausstattung der Neufahrzeuge mit Rußfiltern ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsvorsorge. Unabdingbar ist allerdings auch die Nachrüstung von Gebrauchtwagen. Wenn es kein Nachrüstsystem gibt, wird sich die gesamte Fahrzeugflotte erst 2014 erneuert haben. Das heißt, erst in elf Jahren wäre die Dieselkrebs-Gefahr gebannt. Laut Umweltbundesamt sterben bis dahin pro Jahr 14.000 Menschen an Dieselkrebs. Greenpeace rechnet mit 8.000 Toten pro Jahr. “Werden keine Gesetzesgrundlagen geschaffen, hat die Bundesregierung den Tod dieser Menschen mit zu verantworten,” so Hubmann.

Rückfragen

Achtung Redaktion!
Rückfragen bitte an: