Presseerklärung

Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen neue Urwaldzerstörung in Finnland

Kein Kahlschlag für Kopierpapier

Helsinki/Hamburg, 06.03.2009 - Gegen die Abholzung finnischer Urwälder für Papierprodukte protestieren Greenpeace-Aktivisten, darunter auch deutsche, heute in Helsinki. An der Fassade des größten europäischen Papierherstellers Stora Enso entrollten die Umweltschützer ein Banner mit Kahlschlagbildern. Stora Enso verarbeitet Holz aus Urwaldregionen Nordfinnlands (Lappland), die seit Anfang des Jahres kahlgeschlagen wurden. Deutsche Firmen sind die größten Abnehmer von finnischem Papier. Knapp 20 Prozent des Papiers und ein Drittel der Zellstoffexporte sind für den deutschen Markt bestimmt. Sie werden unter anderem zu Zeitschriften, Kopierpapier und Kartons verarbeitet. Greenpeace fordert einen unverzüglichen Einschlagsstopp in finnischen Urwäldern.

"Papierprodukte aus nordischen Urwäldern finden sich nun wieder in fast jedem deutschen Haushalt", sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. "Wir fordern die deutschen Papierabnehmer auf, den Einkauf bei Stora Enso aussetzen, bis der Konzern wieder urwaldfreundlich produziert. Deutsche Verbraucher wollen sich an Artensterben und Klimawandel durch Urwaldzerstörung nicht beteiligen."

Nach Protesten von Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen wurden die Einschläge in den letzten acht ungeschützten Urwaldregionen in Lappland für zwei Jahre ausgesetzt. Im Januar 2009 verkündete das staatliche finnische Forstamt jedoch, dass es sich bei den Urwäldern nach eigener Prüfung um Wirtschaftswälder handeln würde. Die Forstbehörde lässt nun wieder abholzen. Nach Recherchen von Greenpeace bezieht Stora Enso zum Beispiel Holz aus dem an der finnisch-russischen Grenze gelegenen Moukavaara-Urwald. Der 10.000 Hektar große Wald stellt eine natürliche Brücke zwischen zwei bereits geschützten Waldgebieten dar. Er ist wichtiger Bestandteil eines Netzwerkes von Schutzgebieten für den Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutz des Klimas.

Über 50 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffes sind in den borealen Wäldern gespeichert. Die weltweite Zerstörung der letzten Urwälder ist für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich - mehr als beispielsweise der weltweite Verkehr. "Nur durch sofortiges Handeln aller Nationen können wir den Klimawandel verhindern. Finnland wie auch andere Urwaldländer müssen die Entwaldung endlich beenden", sagt Salge.

Auf den diesjährigen Klimaverhandlungen in Bonn (Juni) und in Kopenhagen (Dezember) werden die entscheidenden Weichen für den Urwaldschutz gestellt. Greenpeace fordert die Industrieländer auf, den Schutz der Urwälder mit jährlich 30 Milliarden Euro im Rahmen eines Urwaldfonds zu finanzieren.

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