Presseerklärung

Bundesregierung muss EU-Präsidentschaft nutzen, um Deal zu stoppen

Greenpeace-Gruppen informieren in 25 Städten über brandgefährliches EU-Mercosur Abkommen

Hamburg, 4. 9. 2020 – An diesem Samstag (5.9.) informieren Greenpeace Ehrenamtliche bundesweit in 25 Städten wie Hamburg, Stuttgart oder Köln über das EU-Mercosur Handelsabkommen.

Sie warnen mit dem Spruch “Kuhhandel frisst Amazonas” vor der Gefahr für den Regenwald. Außerdem feiern sie satirisch mit Bauchladen und Hochzeitseinladungen den Junggesellinnenabschied von Kanzlerin Angela Merkel vor der Liaison mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Die Hochzeit steht dabei symbolisch für das Abkommen. Was augenzwinkernd umgesetzt ist, hat einen ernsten Hintergrund: “Dieser Deal droht die Waldbrände im Amazonas weiter anzuheizen“, sagt Greenpeace-Expertin Gesche Jürgens. „Wird das Abkommen nicht komplett neu aufgesetzt, ist das ein Freibrief für Bolsonaros Politik. Kanzlerin Merkel muss konsequent sein und diese brandgefährliche Verbindung ein für alle Mal kappen.”

Zwar haben sich sowohl Kanzlerin Merkel als auch Agrarministerin Klöckner zuletzt kritisch gegenüber dem Abkommen geäußert, doch bislang hat Merkel ihm keine endgültige Absage erteilt. Das Abkommen will die Handelsströme zwischen Brasilien, Paraguay, Argentinien und Uruguay und der Europäischen Union ausbauen. Europa, allen voran Deutschland, will mehr Autos, aber auch mehr giftige Pestizide nach Südamerika exportieren. In Südamerika verspricht man sich höhere Agrarexporte in die EU. Rinderzucht und der Anbau von Agrargütern sind dort Haupttreiber von Waldzerstörung. 

Brandbeschleuniger für die Zerstörung des Regenwaldes

Die Brände in Amazonien haben in diesem Jahr bereits große Schäden angerichtet. In fast allen Fällen wurden die Feuer gezielt von Menschen gelegt, um Flächen für die industrielle Landwirtschaft vorzubereiten. Wird das Handelsabkommen abgeschlossen, droht sich dieser Trend zu beschleunigen. „Als Vorsitzende der EU-Ratspräsidentschaft muss Angela Merkel jetzt ein deutliches Signal gegen den Deal aus dem letzten Jahrhundert setzen“, sagt Jürgens. „Es ist nicht zu spät sich für eine Neuausrichtung von Handelsabkommen auszusprechen, die den Klima- und Biodiversitätsschutz und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen. Es ist höchste Zeit.“

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