Presseerklärung

Uniper-Kraftwerk würde CO2-Ausstoß um 10 bis 40 Millionen Tonnen steigern

Fliegender Greenpeace-Protest gegen Kohlekraftwerk Datteln 4

Datteln, 20. 5. 2020 – Unmittelbar vor der virtuellen Hauptversammlung des Energiekonzerns Uniper protestierten heute Morgen Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten mit einem motorisierten Gleitschirm gegen das geplante Kohlekraftwerk Datteln 4.

Uniper will den umstrittenen Kohlemeiler in wenigen Wochen in Betrieb nehmen. Während des halbstündigen Flugs um das Kraftwerk forderten die Klimaschützerinnen und Klimaschützer auf einem zwölf Quadratmeter großen Banner: „Uniper – Stop Datteln 4!“ „Während Wetterforschende vor dem dritten Dürresommer in Folge warnen, will Uniper mit Datteln 4 eine gigantische CO2-Schleuder in Betrieb nehmen“, sagt Lisa Göldner, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace. „Wer im Jahr 2020 ein weiteres Kohlekraftwerk ans Netz bringt, handelt verantwortungslos und ignoriert die Klimawissenschaft.“

Rund 82 Prozent des Stroms aus dem Kraftwerk Datteln 4 kann Uniper dank Verträgen aus dem Jahr 2007 an die Deutsche Bahn und RWE verkaufen, zu deutlich höheren Preisen als heute marktüblich. Die damit verbundene hohe Kraftwerksauslastung führt dazu, dass der CO2-Ausstoß mit Datteln 4 unter dem Strich ansteigen wird. Obwohl Uniper ältere Kohlekraftwerke vom Netz nehmen will, rechnet selbst die Bundesregierung mit 10 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet sogar bis zu 40 Millionen zusätzliche Tonnen CO2. „Mit Datteln 4 steigt der Ausstoß an Treibhausgasen. Mitten in einer sich beschleunigenden Klimakrise wäre es katastrophal, Datteln 4 in Betrieb zu nehmen. Statt eines weiteren Kohlekraftwerkes brauchen wir einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien”, so Göldner.

Uniper stellt Wirtschaftsinteressen vor Klimaschutz

Der Kohlekompromiss vom Januar 2019 sah für Datteln 4 eine “Verhandlungslösung” vor, also eine Stilllegung gegen Entschädigung. Doch Uniper ließ die Verhandlungen mit überzogenen Entschädigungsforderungen platzen. Uniper gehört mittlerweile zu 73,4 Prozent dem finnischen Staatskonzern Fortum. Dieser ist an neue Richtlinien der finnischen Regierung für Unternehmen mit Staatsbeteiligung gebunden. Unter anderem sollen Staatsunternehmen ihre Geschäfte am 1,5°C Ziel des Pariser Klimaabkommens orientieren. Kürzlich sprach sich erstmals ein Mitglied der finnischen Regierung öffentlich dafür aus, Datteln 4 nicht ans Netz gehen zu lassen. Lisa Göldner: „Das unsägliche Wegschieben von Verantwortung muss endlich ein Ende haben. Wenn Uniper seine kurzsichtigen Wirtschaftsinteressen vor den Klimaschutz stellt, dann müssen Fortum und Finnland ihren Einfluss nutzen und durchgreifen.”

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