Presseerklärung

Nach Taifun auf den Philippinen demonstrieren Greenpeace-Aktivisten bei UN-Verhandlungen in Lima für entschlossenen Klimaschutz

„Die Natur verhandelt nicht!“

Lima, 3. 12. 2014 – Während die Menschen auf den Philippinen noch mit den Folgen des jüngsten Taifuns kämpfen, fordern Greenpeace-Aktivisten die Teilnehmer der Weltklimakonferenz zu entschlossenem Handeln auf. „Zeit für eine Wende: Die Zukunft ist erneuerbar!“, fordern die Umweltschützer in riesigen Lettern, die sie vor Tagesanbruch an den Nazca-Linien in Peru entfalteten.

„Das dritte Jahr in Folge treiben die Folgen des Klimawandels die Menschen auf den Philippinen aus ihren Häusern. 21 Menschen sind bisher gestorben. Gleichzeitig blockiert die Industrie in den Ländern, die am meisten zur globalen Erwärmung beitragen, Gesetze zum langfristen Ausstieg aus Kohle und Öl“, sagt Martin Kaiser, Leiter der internationalen Klimapolitik von Greenpeace. „Die Natur verhandelt nicht. Jetzt müssen in Lima die Weichen gestellt werden für eine Energiezukunft, die zu 100 Prozent auf Erneuerbaren Energien basiert.“  

Die aus der Luft sichtbaren Nazca-Linien gehören zu Perus historischem Erbe. Ein Grund für das Verschwinden der Nazca-Kultur vor etwa 1200 Jahren wird in einem regionalen Klimawandel gesehen. Heute bedroht der menschgemachte Klimawandel unser aller Zukunft. Jüngstes Beispiel ist der Taifun Hagupit, der stärkste Sturm, der die Philippinen in diesem Jahr heimgesucht hat. Bisher starben 21 Menschen, 900.000 mussten evakuiert werden. Es ist das dritte Jahr in Folge, in dem das südostasiatische Land während der Klimaverhandlungen von einem schweren Taifun verwüstet wird. „Die Philippinen leiden Jahr für Jahr unter den Folgen des Klimawandels. Für die Menschen dort sind Gegenmaßnahmen, wie die Klimakonferenz sie beschließen kann, keine Wortklauberei sondern eine Frage des Überlebens“, so Kaiser. 

Deutschland kann Klimaverhandlungen Schwung verleihen 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nimmt ab heute persönlich an der Konferenz in Lima teil. Erst in der vergangenen Woche hat das Bundeskabinett das von Hendricks initiierte Aktionsprogramm Klimaschutz beschlossen, das vor allem für den Energiesektor ehrgeizige CO2-Ziele bis zum Jahr 2020 festschreibt. „Die Umweltministerin fährt mit einem guten Klimaschutzprogramm nach Lima“, so Kaiser. „Jetzt muss Hendricks klar machen, dass ein Industrieland wie Deutschland, dieses Ziele rasch und mutig umsetzt. Nur so können Staaten wie China, Indien und die USA dazu bewegt werden, schneller aus Kohle und Öl auszusteigen.“ 

Bis Ende der Woche soll die UN-Klimakonferenz die Grundzüge eines neuen Weltklimavertrags festlegen. Dieser soll Ende kommenden Jahres in Paris unterzeichnet werden und helfen, die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten. Die dafür nötigen Maßnahmen hat der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht deutlich gemacht. Nur wenn der Großteil der fossilen Energievorräte unter der Erde bleibe, können die Folgen des Klimawandels in beherrschbaren Grenzen gehalten werden, so die Klimawissenschaftler. 

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