Presseerklärung

Kein Umschlag aus Kahlschlag - Greenpeace-Protest zeigt Wirkung bei der Post

Deutsche Post verzichtet auf Briefumschläge aus Urwaldholz

Hamburg, 16.12.2003 - Die Deutsche Post hat Briefumschläge aus den Regalen genommen, für deren Herstellung Urwälder in Finnland abgeholzt wurden. Damit reagiert die Post auf die von Greenpeace geforderte Einstellung des Verkaufs dieser Briefumschläge. Als erstes großes Unternehmen in Deutschland zieht die Post damit Konsequenzen aus der fortschreitenden Zerstörung von Urwäldern in Finnland. "Die Deutsche Post schickt mit ihrer Entscheidung ein klares Signal nach Finnland, die letzten Urwälder des Landes zu schonen", sagt Oliver Salge, Wald-Experte von Greenpeace. In über 20 Filialen der Post hatten Greenpeace-Aktivisten im April dieses Jahres Briefumschläge der Eigenmarke Deutsche Post mit Aufklebern "Finger weg - Urwaldzerstörung" versehen. Auch im Juni 2003 hatte Greenpeace während der Aktionärshauptversammlung in Köln gegen den Verkauf der Briefumschläge protestiert.

Vergangene Woche erklärte Monika Wulf-Mathies, Leiterin des Bereiches Politik und Umwelt bei der Deutschen Post, gegenüber Greenpeace, diese Umschläge nicht mehr anzubieten. "Deutsche Firmen, die weiterhin finnisches Papier verkaufen, sollten dem guten Beispiel der Post folgen", kommentiert Salge.

Hergestellt werden die von der Post gehandelten Briefumschläge von der Firma Herlitz, einem der größten deutschen Büroartikelhersteller. Herlitz hat sich nun gegenüber der Deutschen Post verpflichtet, kein Papier aus Papierfabriken der finnischen Firma Stora Enso zu kaufen, in denen Urwaldholz verarbeitet wird. Stora Enso ist Europas größter Papierhersteller und maßgeblich an der Abholzung der letzten finnischen Wälder mit hohem Schutzwert beteiligt.

In Europa existieren nur noch wenige ursprüngliche Wälder, unter anderem im Norden Finnlands. Von den verbliebenen knapp 10.000 Quadratkilometern in Finnland (das entspricht in etwa den Waldgebieten Hessens) ist bisher nur die Hälfte geschützt. Der staatliche finnische Forstbetrieb hat für die kommenden Wochen weitere Einschläge in den Urwäldern angekündigt. Das Holz wird von den finnischen Konzernen Stora Enso, UPM Kymmene und M-real abgenommen und zu Papier verarbeitet. Die Papierprodukte werden auf dem deutschen Markt als Zeitschriften, Kopierpapier und Karton-Verpackungen angeboten.

Die finnischen Urwälder sind die Existenzgrundlage der Samen, der Ureinwohner Nordfinnlands, die dort ihre Rentierzucht betreiben. Sie sind zudem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. Über 500 verschiedene Arten sind durch die Abholzung bedroht. Im Hinblick auf die im Februar 2004 in Malaysia stattfindende UN-Konferenz zum Schutz von Urwäldern und Meeren (CBD) erwartet Greenpeace, dass das CBD-Mitglied Finnland in den letzten Urwäldern des Landes Schutzgebiete einrichtet, um den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten.

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