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Billig, trendig, schädlich

Alle zwei Wochen stapeln die Fast-Fashion-Ketten neue Kollektionen in den Läden. Und die Jugend kauft. Neues Bildungsmaterial zeigt, wie sie ihre Verbrauchermacht besser nutzen kann.

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Der Kleiderkonsum der Deutschen verdoppelt sich alle zehn Jahre. 2015 kauft jeder Bundesbürger im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke, Jugendliche sogar deutlich mehr. Die Schattenseite dieses Konsums spüren vor allem die Menschen in den Produktionsländern Asiens und Lateinamerikas: Umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien aus der Textilproduktion vergiften zunehmend die Gewässer.

Bei einer Greenpeace-Umfrage im März 2015 zeigte sich, dass vielen Jugendlichen das Problem bekannt ist. Doch sie wissen nicht, wie sie sich trendig und trotzdem umweltbewusst kleiden können. Das neue Bildungsmaterial von Greenpeace will Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützen, dieses Thema im Unterricht zu behandeln und Alternativen zum Neukauf aufzuzeigen.

„Mit diesem Bildungsmaterial wollen wir den Schülern zeigen, dass sie als Verbraucher Macht haben: Sie können die Textilindustrie verändern, wenn sie Kleidung anders konsumieren,“ sagt Nicole Knapp, Expertin für Umweltbildung bei Greenpeace.

Multimedial in die Kleiderschrank-Revolution einsteigen

Filme, Fotos und Hintergrundinformationen liefern einen multimedialen Einstieg in die Problematik der Textilchemikalien und deren globale Verbreitung. Recherche-Aufträge und Arbeitsblätter über die wichtigsten Chemikalien regen die Schülerinnen und Schüler zum selbststständigen Arbeiten an.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Frage, was Firmen, Politik und jeder Einzelne tun kann. Dazu gibt das Bildungsmaterial praktische Informationen zu Konsum-Alternativen, die sich die Jugendlichen in der Greenpeace-Umfrage zum Modekonsum gewünscht hatten. „Jeder Schüler kann bei sich selbst anfangen - und zuhause bei der ‚Revolution im Kleiderschrank‘ mitmachen,“ sagt Knapp. Ein Arbeitsblatt gibt Anregungen dazu: Kleidungsstücke zählen, zehn Teile aussuchen und recherchieren: Welche Marke ist es, wie verhält sie sich zu Chemie in der Produktion? Eine anschließende Unterrichtseinheit vermittelt Alternativen wie Secondhand, Tauschen oder Upcycling.  

Das Bildungsmaterial berücksichtigt unterschiedliche Leistungsniveaus und ist an die Bildungspläne der Mittel- und Oberstufe angebunden. Es eignet sich für Fächer wie Sozialkunde, Politik, Deutsch, Chemie und Biologie. Interessierte können es kostenfrei von unserer Webseite herunterladen  oder per E-Mail bestellen: mail@greenpeace.de

15 Prozent der globalen Textilproduktion auf Entgiftungskurs

Mit der Detox-Kampagne hat Greenpeace bereits 31 internationale Modemarken und Discounter von Adidas über H&M bis zu Aldi überzeugt, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. In China, dem Land mit der größten Textilproduktion, sind etwa zwei Drittel der Gewässer bereits mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien kontaminiert, vor allem aus der Textilindustrie.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Nachhaltigkeitsbarometer 2015

„Nachhaltigkeit bewegt die jüngere Generation“ – zu diesem Ergebnis kommt die zweite Greenpeace-Jugendstudie zum Thema nachhaltige Entwicklung.

Zur Kampagne

Zeit zu entgiften!

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Dort vergiftet die Textilindustrie die Gewässer. Doch immer mehr Verbraucher protestieren – und konsumieren anders.

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