Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Besonders positiv sticht im Jahr 2003 hervor: In Russland, Brasilien, Papua-Neuguinea und anderen Ländern konnten großflächig Teile der letzten Urwälder unter Schutz gestellt und somit gerettet werden. Insgesamt 3,1 Millionen Hektar Wald, das ist etwas mehr als die Fläche Belgiens, sind vorerst vor dem Kahlschlag bewahrt.

Auch der Widerstand gegen die Gentechnik in Lebensmitteln und gegen ihren Einsatz in der Landwirtschaft ist von Erfolgen gekrönt. Nach einer Aktion von Greenpeace-Aktivisten bläst der Gentechnik-Konzern Syngenta einen Feldversuch mit genmanipuliertem Weizen in Thüringen ab. Und die größte Handelskette Deutschlands, die Metro-Group, erklärt gegenüber Greenpeace den Verzicht auf Gentechnik in den Produkten ihrer Eigenmarken.

Wir freuen uns, dass sich auch der Handelsriese Metro von seiner gentechnikfreundlichen Position verabschiedet hat, sagt Brigitte Behrens, Greenpeace-Geschäftsführerin. Greenpeace setzt sich zusammen mit den Verbrauchern für die Verbraucher gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel ein. Damit wurde ein großer Erfolg errungen und der Handel zum Umlenken gebracht.

Kritikwürdiges Politikerverhalten

Weniger erfreulich ist hingegen, was die Politiker in Berlin in Hinblick auf Ökologie zuwege bringen. Die rot-grüne Bundesregierung verfolgt kein durchgängiges Konzept für einen ökologischen Umbau der Energie-Wirtschaft, wenn Wirtschaftsminister Clement eine Kampagne gegen Windkraft und für Steinkohle fährt und Außenminister Fischer die Hanauer Plutoniumfabrik nach China verkauft, kritisiert Behrens.

Kritikwürdig ist ebenfalls das (Nicht-)Handeln der politischen Entscheidungsträger im Autosektor. Auch bei der Verkehrspolitik bleibt die Bundesregierung passiv, bemängelt Behrens. Dieselrußfilter, die Todesfälle durch Krebs verhindern können, sind noch immer keine Pflicht für alle alten und neuen Fahrzeuge.

Obwohl die Deutschen ökonomischer Unsicherheit ausgesetzt sind, bleiben die Förderinnen und Förderer Greenpeace treu. Die Einnahmen 2003 liegen voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres (2002: 38,8 Mio. Euro). Damit kann Greenpeace neben nationalen auch weiterhin internationale Kampagnen unterstützen, zum Beispiel zur Rettung der Amazonas-Urwälder oder zu Umwelt-Problemen in China, Indien und Südostasien.

Schwerpunktthemen Gentechnik und Energie

Im kommenden Jahr 2004 wird die Umweltschutzorganisation jedoch den Schwerpunkt auf die Themen Gentechnik und Energie legen. Mit der neuen Kennzeichnungspflicht von Gentech-Lebensmitteln in der EU werden Verbraucher diese Nahrungs-Mutanten ab April in den Supermarktregalen erkennen und sich direkt gegen einen Kauf entscheiden können. Außerdem wird Deutschland im Juni Gastgeber der Internationalen Konferenz zur Förderung der Regenerativen Energien sein, die Bundeskanzler Schröder auf dem Umweltgipfel in Johannesburg angeregt hat.

Ebenfalls erfreulich: Greenpeace ist weiter von der Steuer freigestellt. Seit Dezember 2001 unterzog das Finanzamt in Hamburg den Greenpeace e.V. einer Betriebsprüfung. Besonderes Augenmerk legten die Prüfer dabei auf die Gemeinnützigkeit. Wäre sie aberkannt worden, wäre die Befreiung von der Körperschaftssteuer in Frage gestellt worden. Nun kam die Nachricht, dass Greenpeace weiterhin als gemeinnützig eingestuft wird.

Dass sich die Prüfung über zwei Jahre ungewöhnlich lang hinzog, wurde vermutlich durch öffentliche Äußerungen einiger Innenminister ausgelöst. Sie hatten sich aufgrund der Proteste gegen die Castor-Transporte 2001 für den Entzug der Gemeinnützigkeit von Organisationen wie Greenpeace ausgesprochen. (mir)

Mehr zum Thema

Greenpeace-Chef Roland Hipp und Kai Pflaume bei Postcode Lotterie Veranstaltung

Postcode Lotterie verstärkt Engagement für Greenpeace Deutschland

  • 23.06.2022

Die Postcode Lotterie fördert schon seit einigen Jahren Greenpeace-Niederlassungen mit Spenden. Nun verstärkt sie ihr Engagement in Deutschland.

mehr erfahren
Polizist vor Maisfeld, Aktion zu genmanipuliertem Mais

Zum Tod Martin Langers

  • 11.03.2022

Martin Langer hat viele Jahre unsere Proteste und Aktivitäten mit der Kamera begleitet. Wir trauern um den engagierten Fotografen, der unerwartet im Alter von 65 Jahren verstarb.

mehr erfahren
Greenpeace International Executive Director Jennifer Morgan

Signal für eine andere Klimaaußenpolitik

  • 09.02.2022

Jennifer Morgan, wird bei Annalena Baerbock Sonderbeauftragte für Klimaaußenpolitik und hat dafür ihr Amt als internationale Greenpeace-Geschäftsführerin niedergelegt.

mehr erfahren
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace Deutschland

Greenpeace in der Hamburger Hafencity

  • 01.03.2021

Die Greenpeace-Büros sind in einem ökologisch fortschrittlichen Gebäude in der Hafencity in Hamburg. Warum der Standort gewählt wurde, erzählt Geschäftsführerin Brigitte Behrens.

mehr erfahren
Raschid Alimow

Trauer um Rashid Alimov

  • 18.12.2020

Unser Kollege Rashid ist im Krankenhaus an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung verstorben – eine Nachricht, die uns schwer trifft. Unsere Gedanken sind bei Familie und Freunden.

mehr erfahren
Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace

„Was für ein Jahr!“

  • 17.12.2020

Corona, Klimakrise, Waldbrände: 2020 war schlimm. Ein Wort zum Ende dieses außergewöhnlichen Jahres von Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace.

mehr erfahren