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Greenpeace protestiert mit 17 eisgekühlten toten Walen vor dem Brandenburgertor, Mai 2007
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Redaktion Menschen und Schlagzeilen hat ein Interview mit dem Greenpeace-Mitarbeiter Thilo Maack geführt. Dieses Interview wurde unter falschen Angaben angefragt und durchgeführt. Greenpeace hat deshalb eine gerichtliche Verfügung erwirkt, dass es nicht ausgestrahlt werden darf.

Thilo Maack wurde entgegen der Vereinbarung mit dem NDR zu dem Delfin-Spendenaufruf befragt. Für diesen Spendenaufruf ist er nicht zuständig und kann daher auch keine Angaben dazu machen. Dies wollte der NDR aber nicht berücksichtigen. Dass Thilo Maack, wie vom NDR im Panorama-Beitrag erwähnt, die Ausstrahlung des Interviews verhindert habe, weil es zu kritisch war, entspricht nicht den Tatsachen und würde auch von keinem Gericht berücksichtigt.

Der Tod im Netz, um den es in der Anzeige geht, ist nach den Erkenntnissen und Informationen, die Greenpeace vorliegen, heute leider noch immer so real wie zum Zeitpunkt, als das Bild entstand. Deshalb benutzt Greenpeace dieses Bild immer noch.

In der Anzeige werden weitere Kampagnen und Aktionen von Greenpeace gezeigt, die ebenfalls mit Spendengeldern finanziert werden. Dies lässt der NDR aber in beiden Sendungen unerwähnt und erweckt daher den Eindruck, wir würden in dieser Anzeige nur mit dem schrecklichen Tod der Delfine Spenden sammeln.

Wir räumten bereits zur Sendung Menschen und Schlagzeilen dem NDR gegenüber ein, dass in der geschalteten Anzeige fehlerhaft ein laufender Gerichtsprozess von Greenpeace vor englischen Gerichten aufgeführt wird, obwohl dieser bereits abgeschlossen ist. Für diesen Fehler haben wir uns entschuldigt. Wir werden die Anzeige entsprechend überarbeiten.

Zur Zahl der jährlich getöteten 2.000 Delfine durch Netze: Die im Beitrag ausgestrahlten Aussagen von Herrn Dr. Kock, Mitarbeiter des staatlichen von Thünen Instituts, dass heute viel weniger Delfine als Beifänge tot in den Netzen der englischen Fischereiflotte verenden, blendet leider die Tatsache des massenweisen Todes im Netz teilweise aus. Richtig ist, dass die englische Fischereiflotte heute weniger auf Wolfsbarsch fischt und dass auf jenen Fischereifahrzeugen, auf denen offizielle Beobachter an Bord waren, keine nennenswerten Delfinbeifänge festzustellen waren. Unerwähnt bleibt leider, dass nicht alle Fischerboote beobachtet werden und dass heute Fischereifahrzeuge anderer Nationen nach wie vor Wolfsbarsch und andere Ziel-Fische sowohl im Ärmelkanal als auch in allen anderen Weltmeeren fischen und dabei weiter zehntausende Delfine und Wale den langsamen Tod im Netz erleiden.

Die Aussage von Greenpeace, dass jedes Jahr im Ärmelkanal 2.000 Delfine in Netzen sterben, basiert auf offiziellen Zählungen englischer Regierungsstellen von 2004 und den daraus abgeleiteten Schätzungen und wurde im Verhältnis zur gesamten industriellen Fischerei auf Wolfsbarsch hochgerechnet. Diesen ermittelten Zahlen zufolge werden vermutlich alleine durch die französische und englische Fischereiflotte jährlich an die 2.000 Delfine getötet. Sie verfangen sich in den Netzen der Fischereiflotte und verenden.

Greenpeace macht sich nicht nur für Delfine stark. Wir setzen uns für den Schutz des gesamten Meeresökosystems ein. Um nur vier Beispiele des Greenpeace-Engagements zum Schutz der Meere aus der letzten Zeit zu nennen:

  • Im Sommer 2007 haben Greenpeace-Aktivisten über dreißig tote Wale und Delfine in Berlin vor das Brandenburger Tor gebracht. Sie alle waren Opfer der europäischen Fischereiindustrie und starben einen grauenvollen Tod im Netz.
  • Greenpeace war im Sommer 2009 für drei Monate im Mittelmeer gegen illegale Treibnetze aktiv und hat sich erneut für den Schutz des Meeres rund um die Balearen-Inseln eingesetzt.
  • Im August 2008 haben Greenpeace-Aktivisten vor der Nordseeinsel Sylt Steine als Schutzwall gegen zerstörerische Schleppnetze versenkt und damit ein Meeresgebiet von 160 Quadratkilometern vor weiterer Zerstörung durch Netze geschützt. Damit wird auch eine Kinderstube der Schweinswale geschützt. Wie Delfine gehören auch Schweinswale zu den Waltieren (Cetacea).
  • Ende November konnte die Greenpeace-Meereskampagne einen weiteren großen Erfolg verbuchen: Die norwegische Regierung hat nach einer langen Kampagne von Greenpeace drei Kaltwasserkorallenriffe vor der norwegischen Küste unter Schutz gestellt. Zuletzt hatte Greenpeace mit deutscher Beteiligung im Februar 2009 mit dem Schiff Rainbow Warrior II gegen zerstörerische Schleppnetzfischerei bei den Korallenriffen und für deren Schutz eine Dokumentation der Unterwasserzerstörung durchgeführt.

Die Aussagen der Anzeige, dass der Tod im Netz leider noch immer alltäglich das Schicksal Tausender Wale, Delfine und anderer Meeresbewohner ist, werden wir natürlich auch in Zukunft sowohl in unserer Kampagnenarbeit als auch in sogenannten Werbeanzeigen zur Finanzierung unserer Umweltschutzarbeit darstellen. Da Greenpeace, um politisch und finanziell unabhängig zu bleiben, nach wie vor kein Geld von Unternehmen oder Regierungen annimmt, ist Greenpeace mehr als andere Nichtregierungsorganisationen auf die Schaltung von Anzeigen in Wochenmagazinen angewiesen.

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