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Portrait Kumi Naidoo Geschäftsführer Greenpeace International, Juni 2009
Marco Okhuizen / Greenpeace

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Der Weltklimagipfel bietet die einzigartige Chance, mit einem ambitionierten Abkommen aller Länder das Klima-Chaos noch zu verhindern, sagt Kumi Naidoo. Die Staats- und Regierungschefs müssen den Mut aufbringen zu tun, was richtig und angemessen und nicht was bequem ist. Sie müssen den Erwartungen ihrer Wähler gerecht werden und sich gegen den Klimawandel stemmen. Sie müssen die Bedrohungen für hunderttausende potentielle Klimaflüchtlinge, künftige Hungersnöte und ein nie da gewesenes Artensterben abwenden. Denn dies alles wird Folge einer ungebremsten Erderwärmung sein.

Naidoo war schon als 15-Jähriger in der Anti-Apartheid-Bewegung Südafrikas aktiv, wo er Studentenproteste gegen das herrschende Bildungssystem anführte. Mit 16 wurde er wegen seines Widerstands gegen die Rassentrennung von der Schule suspendiert und qualifizierte sich im Selbststudium für die Universität. Haft und Verfolgung durch die Polizeibehörden zwangen ihn schließlich ins Exil, wo er als Rhodes-Stipendiat an der Oxford Universität seinen Doktor in politischen Wissenschaften machte.

Nach Nelson Mandelas Freilassung 1990 kehrte Naidoo nach Südafrika zurück. Zehn Jahre lang kämpfte er gemeinsam mit der internationalen Organisation CIVICUS - World Alliance for Citizen Participation für mehr Bürgerrechte. Er war Mitbegründer von Global Call to Action Against Poverty (GCAP). Diese Bewegung gegen die Armut ist seit 2005 zu einer Koalition von Aktivisten aus über 100 Ländern angewachsen. Sie üben öffentlichen Druck auf führende Politiker aus, ihre Versprechen in Sachen Entwicklungshilfe, Handelsbeziehungen, Schuldenerlass, Klimawandel und Gleichberechtigung von Mann und Frau zu erfüllen.

Derzeit fungiert Kumi Naidoo als Vorsitzender der Global Campaign for Climate Action (GCCA), der auch Greenpeace angehört. Er war auch maßgeblich an den Arbeiten beteiligt, die 2008 zur Gründung der beiden Greenpeace-Büros in Johannesburg und Kinshasa führten.

Die Anstrengungen gegen Umweltzerstörung haben viel mit dem Kampf gegen Armut zu tun, sagt Naidoo. Wenn die Ausbeutung der Natur nicht gestoppt wird, werden auch die Menschen immer ärmer und die Regionen können sich nicht nachhaltig entwickeln. Greenpeace arbeitet auf vielen Ebenen gegen die Vernichtung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Es ist dieser Mix aus Pragmatismus und Idealismus, der die Dinge wirklich bewegen kann.

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