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Schweine im Tierpark Warder
© Sabine Vielmo / Greenpeace

Kooperation soll Tierpark Warder retten

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mit einem ungewöhnlichen Projekt will Greenpeace helfen, den vom Konkurs bedrohten Tierpark Warder zu retten. In Warder bei Neumünster werden seltene und vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen gehalten. Greenpeace und der Trägerverein des Parks planen, das in seiner Vielfalt europaweit einzigartige Zentrum für alte Haustierrassen in Zukunft gemeinsam zu betreiben.

Noch sind die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter nicht abgeschlossen, doch die Vertragspartner hoffen auf einen erfolgreichen Abschluss bis Ende August. Erste Vorverträge sind bereits unterzeichnet worden. Die Greenpeace Umweltstiftung plant, das Gelände zu kaufen, der Tierpark Warder e.V. will den Tierbestand erwerben.

Der Tierpark Warder ist kein Zoo. Er bietet seinen Tieren so viel Licht, Luft und Platz, wie sie für ein artgerechtes Verhalten brauchen. Der rund 40 Hektar große Park wurde 1989 gegründet. Er war damals das erste Projekt dieser Art in Deutschland. 150 alte Rassen mit insgesamt rund 1100 Tieren gehören zu seinem Bestand. Doch die Moorschnucken, Angler Rinder und Bunte Bentheimer Schweine, die Arbeitspferde und Hühner werden nicht aus reiner Nostalgie gehalten.

Mit seinem wertvollen alten Haus- und Nutztierbestand bietet Warder eine unersetzliche genetische Reserve für Eigenschaften, die die hochgezüchteten Tiere der industriellen Landwirtschaft längst verloren haben. Diese Reserve will Greenpeace bewahren. Die Kooperation mit Warder fügt sich in die Greenpeace-Kampagne für eine moderne naturnahe Landwirtschaft ein.

Wer es ernst meint mit der naturnahen Landwirtschaft, muss sich von den heute üblichen Züchtungen unabhängig machen, erklärt Roland Hipp, Kampagnen-Geschäftsführer von Greenpeace. Das macht den Tierpark Warder so wertvoll. Er ist aber auch interessant für die vielen Besucher. Hier erfahren sie, welche Vielfalt an Tieren die Landwirtschaft einmal prägte und heute wieder notwendig ist.

Nicht alle Tiere leben direkt im Tierpark. Ein Teil wird auf so genannten Satellitenhöfen gehalten. Als Entgelt erhalten die Betreiber der Höfe den Nachwuchs aus der Zucht. Dieses System möchte Greenpeace weiter ausbauen und so die Verbreitung der alten robusten Rassen unterstützen.

Thomas Foth, zweiter Vorsitzender des Trägervereins, ist überzeugt, dass die geplante Zusammenarbeit mit Greenpeace für den Tierpark eine neue Perspektive eröffnet. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem so kompetenten und engagierten Partner wie Greenpeace, erklärte er.

Hilfe wird der Tierpark allerdings auch dann noch brauchen, wenn die Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Geldmangel der letzten Jahre hat seine Spuren hinterlassen. Dass es den Tierpark überhaupt noch gibt, ist dem hohen Engagement der Menschen zu verdanken, die dort arbeiten. Mit geringen Mitteln und hohem Arbeitseinsatz haben sie Warder nicht nur über Wasser gehalten, sondern auch die Lebensbedingungen für die Tiere verbessert.

Wenn alle Verträge abgeschlossen sind, müssen als erstes Tierunterstände, Zäune und Wasserversorgung renoviert werden. Außerdem werden zusätzliche Weideflächen gebraucht. Roland Hipp hofft dabei auf die Hilfsbereitschaft der benachbarten Landwirte.

In seinen besten Jahren haben jährlich knapp 60.000 Menschen den Tierpark Warder besucht. Es hat sich gezeigt, dass das nicht reicht. Neben vielen Besuchern wird er darum in Zukunft auch viele zu Spenden bereite Förderer brauchen.

Weitere Informationen über den Tierpark, auch Öffnungszeiten und Eintrittspreise, finden Sie auf dessen Website.

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