Skip to main content
Jetzt spenden
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace e.V. Deutschland, Februar 2007
© Suse Walczak / Greenpeace

Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Um auf die tödliche Gefahr der Atomkraft aufmerksam zu machen, demonstrierten Greenpeace-Aktivisten im Sommer zum Beispiel vor und auf dem Atomkraftwerk Unterweser und forderten die sofortige Stilllegung des Meilers und sechs weiterer AKW. Die Aktion erregte viel Aufmerksamkeit. Die Menschen sind nach wie vor mehrheitlich gegen Atomkraft, denn sie ist gefährlich, blockiert den Klimaschutz und bremst die Konjunktur.

Auch die Kohle hatten wir 2009 im Fokus und sind stolz auf unsere Ehrenamtlichen: Sie halfen mit, in Kiel und Datteln den Bau zweier Kraftwerke zu verhindern. Greenpeace-Kletterer protestierten an den Zwillingstürmen der Deutschen Bank mit dem Banner Wäre die Welt eine Bank, hättet Ihr sie längst gerettet! Wir machten deutlich, dass Politik und Industrie viel massiver in den Klimaschutz investieren müssen. Wie dramatisch sich der Klimawandel bereits auswirkt, hat Greenpeace mit seiner mehrmonatigen Schiffs-Expedition in die Arktis gezeigt. Wir müssen leider akzeptieren, dass vieles unwiderruflich zerstört ist.

Dass Greenpeace immer wieder langen Atem beweist, dabei auf die dauerhafte Unterstützung der Förderinnen und Förderer angewiesen ist, zeigt ein schöner Erfolg im Oktober: Die letzten acht großen Urwälder Nordfinnlands, beinahe 100.000 Hektar, werden geschützt. Hinter uns liegen neun Jahre Kampagne zum Schutz der Urwälder. Mit zahlreichen Aktionen in Deutschland haben Greenpeace-Aktivisten die Urwaldzerstörung in Finnland angeprangert und den Papierhersteller Stora Enso sowie die deutschen Zeitschriftenverlage zum Handeln aufgefordert. Deutschland ist der wichtigste Papierabnehmer Finnlands.

Und über einen weiteren großartigen Erfolg können wir uns in diesem Jahr freuen. Greenpeace hat ein rasant wachsendes Problem eingedämmt: Rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche im Amazonasgebiet wird als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Wir haben es geschafft, dass die größten Hersteller von Rindfleisch und Leder in Brasilien keine Rinder mehr aus neu gerodeten Gebieten beziehen wollen. Schuhhersteller wie Nike und Adidas haben zugesagt, künftig auf dieses Leder zu verzichten. Für diesen Erfolg waren drei Jahre Vorarbeit nötig, um einen entsprechenden Report zu recherchieren.

Betrübt hat uns das Ergebnis der Bundestagswahl 2009. Die neue Regierung plant immense ökologische Rückschritte, wie längere Laufzeiten für Atomkraftwerke, und blockiert damit den stärkeren Ausbau Erneuerbarer Energien. Außerdem macht sie sich in ihrem Koalitionsvertrag für die sogenannte Grüne Gentechnik stark. Wortwörtlich steht dort: Der Anbau der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel Amflora für eine kommerzielle, industrielle Verwertung wird unterstützt.

Wir werden darauf drängen, dass die umstrittene Amflora-Kartoffel nicht für den kommerziellen Anbau freigegeben wird. Außerdem soll der Anbaustopp für genmanipulierten Mais weiterbestehen, zu dem Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sich dieses Jahr erfreulicherweise durchgerungen hat. Für Greenpeace bedeutet dies: Jede Menge Arbeit, bei der wir auf Unterstützung angewiesen sind.

Herzlichen Dank an alle, die uns mit ihrer Spende und ihrem Engagement unterstützt haben. Sie haben unsere Arbeit 2009 möglich gemacht! Greenpeace lässt sich nicht von der Wirtschaft oder der Politik sponsern. Greenpeace zählt allein auf Sie. Und deshalb kommt es auf jeden Beitrag an, um unser wichtigstes Ziel zu erreichen: eine weltweite Energierevolution. Der Kampf gegen den Klimawandel und für eine CO2-freie Gesellschaft bleibt unsere Herkulesaufgabe.

Dankeschön und herzliche GrüßeBrigitte Behrens

Jahresrückblick 2009

Jahresrückblick 2009

11 | DIN A4

3.25 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Entrüstung-jetzt!

  • 31.08.2021

Wer will noch einen Panzer? Welche Rakete tötet besser? Waffenmessen sind zynisch. Das zeigt die Foto-Ausstellung von Nikita Teryoshin, mit der Greenpeace durch Deutschland tourt.

mehr erfahren
Greenpeace Energy-Windpark Tomerdingen

Energiegenossenschaft aus Überzeugung

  • 23.06.2021

Mit gerade einmal 186 Kunden ging es los. Mittlerweile versorgt Greenpeace Energy bundesweit mehr als 200.000 Privat- und Geschäftskunden.

mehr erfahren
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace Deutschland

Greenpeace in der Hamburger Hafencity

  • 01.03.2021

Die Greenpeace-Büros sind in einem ökologisch fortschrittlichen Gebäude in der Hafencity in Hamburg. Warum der Standort gewählt wurde, erzählt Geschäftsführerin Brigitte Behrens.

mehr erfahren
Greenpeace ist international

Greenpeace-Büros weltweit

  • 01.01.2021

Greenpeace arbeitet inzwischen in 55 Ländern. Die Adressen weltweit haben wir hier für Sie zusammengestellt.

mehr erfahren
Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace

„Was für ein Jahr!“

  • 18.12.2020

Corona, Klimakrise, Waldbrände: 2020 war schlimm. Ein Wort zum Ende dieses außergewöhnlichen Jahres von Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace.

mehr erfahren
Raschid Alimow

Trauer um Rashid Alimov

  • 18.12.2020

Unser Kollege Rashid ist im Krankenhaus an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung verstorben – eine Nachricht, die uns schwer trifft. Unsere Gedanken sind bei Familie und Freunden.

mehr erfahren