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Strahlenmessungen bei Fukushima 06.04.2011
Markel Redondo / Greenpeace

Jahresbilanz 2011

Die verheerendste Atomkatastrophe seit Tschernobyl prägte im Jahr 2011 maßgeblich die Arbeit von Greenpeace. Dem Tsunami, der im März weite Teile Japans verwüstete, folgte der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi mit bis heute unabsehbaren Folgen. Greenpeace-Experten haben von Anfang an unabhängige Einschätzungen zur Katastrophe gegeben und vor Ort eigene Messungen angestellt.

Mit aller Kraft setzte sich Greenpeace für eine schnelle Energiewende ein und legte als Leitfaden dazu den Plan vor. "Es ist unverantwortlich, wenn einige Politiker:innen jetzt darüber nachdenken, die Reaktoren länger am Netz zu lassen", sagt Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland. "Wer angesichts der Katastrophe in Fukushima einen Ausstieg mit Augenmaß fordert und damit eine Laufzeitverlängerung meint, ignoriert bewusst die Gefahren der Atomkraft und verhindert eine zügige Energiewende."

Greenpeace hat mit dem Plan bewiesen, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft bis zum Jahr 2015 und aus der Kohleverstromung bis 2040 machbar ist. Für hoch radioaktiven Atommüll fehlt Deutschland noch immer ein sicheres Endlager. Der Standort Gorleben ist aus geologischen Gründen ungeeignet. Deshalb demonstrierten Greenpeace-Aktivist:innen im November 2011 neben Tausenden anderen wieder gegen den Castor-Transport ins niedersächsische Wendland.

Im Kampf gegen den Klimawandel hat Greenpeace mit Volkswagen um weniger CO2-Emissionen der Fahrzeugflotte gerungen. Gerade angesichts des Scheiterns der Klimakonferenz in Durban und des Erdgipfels in Rio de Janeiro steht VW als größter Autohersteller Europas in der Verantwortung, den Verbrauch seiner Fahrzeuge drastisch zu reduzieren. Auch gegen Ölbohrungen in der Arktis hat Greenpeace das Engagement verstärkt, insbesondere gegen die Bohrpläne des Ölkonzerns Shell im arktischen Meer.

Greenpeace konnte in 2011 zahlreiche Erfolge verbuchen

Großen Durchbruch brachte die Kampagne für chemiefreie Kleidung, Detox. Textilhersteller wie Nike, Puma, Adidas, C&A und H&M haben sich verpflichtet, bis 2020 ohne giftige Chemikalien zu produzieren. Auch bei Babymilch war Greenpeace erfolgreich: Viele Produzenten wollen künftig auf Gentechnik im Tierfutter verzichten.

2011 lief das neue Greenpeace-Schiff, die Rainbow Warrior III, in Berne bei Bremen vom Stapel. Sie besuchte Greenpeace in Hamburg im vergangenen Herbst und hatte ihren ersten großen Einsatz im Mai 2012 im Amazonas. "Unser neues Flaggschiff setzt ökologische Maßstäbe und ein Zeichen, dass wir uns auch weiterhin für eine grüne und friedliche Zukunft einsetzen. Ohne unsere Förderer:innen wäre das nicht möglich", sagt Brigitte Behrens.

580.353 Menschen in Deutschland haben 2011 die unabhängige Umweltschutzorganisation unterstützt, rund 13.700 mehr als im Jahr zuvor. Die Spenden stiegen auf rund 48,89 Millionen Euro - ein Plus von rund zwei Millionen Euro. Die tragende Säule der täglichen Arbeit zum Schutz der Umwelt sind die vielen Zuwendungen von bis zu 100 Euro jährlich. Greenpeace ist überparteilich und nimmt kein Geld von Politik, Parteien und Industrie.

Mehr Eindrücke und Fotos erhalten Sie in unserem PDF Jahresrückblick 2011.

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Greenpeace-Jahresbilanz 2011

Greenpeace-Jahresbilanz 2011

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